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Lutz Möller 7x64 KJGMunition

Geschichte | Tirol | Zwitter | Im Schilf | Mauser 66 S | Krellschuß von unten  | 7x64-KWJG-Ladungen | KJG-Weichschuß | KJG gegen PartitionBarnes X | TOG | Hart oder weich? | Doppelschwein | Stutzen | KS auf Gams | Kopfschüttler | Kaliberwechsel"> Kaliberwechsel | Waldjagd | Sauer 80 | Leberknotenschuß | Irrweg | Bremse | Hülsenraum | Kopfschüttler | Auf dem Schießstand | Zufrieden | Weitschuß | Winddrift

Eine der ganz großen Jagdpatronen überhaupt, die meistgeführte Büchsenpatrone im mitteleuropäischen Raum, ist die Brennekeentwicklung 7x64. Alles bei uns vorkommende Schalenwild kann damit waidgerecht erlegt werden. Eine starke 7-mm-Patrone eignet sich vorzüglich für mittelstarkes europäisches Schalenwild.

Vielfältige von Laborierungen, die helfen das eigentliche Betätigungsfeld nach oben und nach unten zu erweitern, werden angeboten: Mit leichteren Geschossen jagt man auch Rehwild und Gams, mit schwereren Rotwild bis zur groben Sau. Der 7x64 Vorteil liegt in deren breiten Verwendung. So mancher Jäger führt für alle vorkommenden Schalenwildarten ausschließlich eine Repetierbüchse für diese Patrone. Waffen in 7x64 werden von sämtlichen Herstellern bereitgestellt. Schließlich gilt die 7x64 als das Maß, an dem die Leistung anderer Patronen gemessen wird; sie ist für europäische Verhältnisse der Standard. Auch im Ausland spielt die 7x64 eine große Rolle. Lediglich in amerikanischen Jagdgebieten ist sie nicht so bekannt, wird dort durch die im annähernd gleichen Leistungsbereich liegende .30-06 vertreten. Da in Frankreich Militärpatronen zur Jagd verboten sind, fehlen dort .308" Win. und .30"-06 Sprg. völlig. Dort, und in den französischen überseeischen Besitzungen,  wird auch deshalb gern 7x64 geschossen.

Geschichte

Im Prinzip ist die 7x64 eine verlängerte 1893er 7 x 57 Mauser. Der 7x64 Werdegang gestaltete sich jedoch gewundener. In der Zeit nach der Jahrhundertwende verlängern Wilhelm Brenneke schon damalige Standardhülsen, um so deren Leistung zu steigern. Als Ausgangshülse bot sich zunächst die M/88 bzw. 8 x 57 des damaligen Armeegewehrs M98 an. Als Brenneke im Jahre 1912 aus der verlängerten 8 x 57 die 8 x 64 erhielt, dann die für damalige Verhältnisse sehr leistungsstarke 8-mm-Patrone den kaiserlichen Annahmestellen als neue Militärpatrone mit einer im Vergleich zur 8 x 57 stark gesteigerten Leistung vorschlug, ist anzunehmen, daß die Einführung der Patrone .30-06 bei der US-Armee eine gewisse Rolle spielte. Was die gesteigerte Leistung betraf, war sein Grundgedanke richtig.  Zudem konnten die 8 x 57-Militärwaffen leicht für die neue Patrone 8 x 64  geändert werden; das Mauser 98 System erwies sich als lang genug.

Trotzdem ging Brennekes Idee nicht durch. Man blieb aus allgemeinen Versorgungsgründen bei der kurzen Mauserhülse. Als Jagdpatrone vorgestellt, hatte die 8 x 64 Patrone jedoch begrenzten Erfolg. Dadurch ermutigt, wagte sich Brenneke an eine weitere änderung: In den zurückliegenden fast 25 Jahren hatte sich die 7 mm Mauser (= 7 x 57) einen so guten Namen gemacht, daß sich die Patrone geradezu als Ausgangshülse anbot. Brenneke zog die 8 x 64 auf 7 mm ein, stellte die neue Patrone dann im Jahre 1917 als 7x64 vor. Obwohl damals mehr Jäger 8-mm für den Schuß auf Hochwild als heute befürworteten, kam die Patrone, mit zur 7 x 57 etwa zehn Prozent schnelleren Geschossen, zwischen den beiden Weltkriegen bei den Jägern hervorragend an. Das ,,Wunderkaliber'', wie die 7x64 Verfechtern guten Sinnes nannten, war im Jahre 1938 mit fast vierzig (!) Laborierungen auf dem deutschen Markt.

Schon damals gab es die heute noch beliebten und bewährten Ladungen mit dem 11,2-g-H-Mantelgeschoß und den 10,5-g- und 11,5g Brenneke - Torpedo - Ideal - Geschossen (TIG). Als die Munitionsfertigung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen wurde, zählte die 7x64 wieder zu den Grundsorten. Sie wird es auch in absehbarer Zukunft bleiben.

Wiederladersicht.

Da RWS alle werksgeladenen Geschosse abgibt,  dazu das 9 g TMR und das SG, sind dem Schaffen des engagierten Wiederladers wenig Grenzen gesetzt. Bei den Pulversorten eignen sich die progressiveren am besten. Da jede aber jede Waffe eigenen ist, sollte der gewissenhafte Wiederlader bei seinen Präzisionsüberprüfungen die ganze Palette überblicken und Pulver, welche sich besonders gut für reduzierte Ladungen eignen, nicht vergessen: Interessant ist vor allem Zündhütchen zu vergleichen. Allgemein kann für die 7x64 gesagt werden, sogenannte Magnumzündhütchen sind dem Standardhütchen vorzuziehen. Magnumhütchen verursachen zwar durchschnittlich etwa 100 bar mehr Druck, jedoch wesentlich weniger Standardabweichung bei Druck und Geschwindigkeit, die gleichmäßige von Schuß-zu-Schuß-Entfaltung kennzeichnet. Da zudem mit dem Magnumzündhütchen etwa 5 m/s schnellerer Mündungsgeschwindigkeit erreicht werden können, gleichen sich die Auswirkungen der beiden Zündhütchen leistungsmäßig aus. Ausgenommen Laborierungen für das 8 g KS ist unter dem Strich das Magnumhütchen vorzuziehen -  Hier bring interessanterweise das Standardhütchen mehr Vorteile.

schrieb RWS etwa 1982

Die 7x64 ist ein gelungene, gute Patrone. Allerdings folgt sie den Regel ihrer Zeit, als meist Rundkopfgeschosse verschossen wurden und schreibt daher einen sehr langen flachen übergangskegel vor. Nach den 6,5ern bis hoch zur 8x68S gibt es wohl kaum eine besser Jagdpatrone. Ich empfehle Lutz Möller 7x64 KJG Munition  für alles hiesige Wild als Einheitspatrone. Die Wehrmacht überlegt damals, ob sie die 7x64 als Scharfschützenpatron einführen sollte.

3,5 g RP3 in RWS 7x64 Hülsen

7 mm Lutz Möller KJG Geschoß mit 900 m/s auf dem Weg ins Ziel. Gleichschnelllienien

7x64 Flugbahnvergleich

Tachchen Lutz!

Vielen Dank für Deine Eingangsbestätigung. Heutzutage kann man immer froh sein, wenn überweisungen etc. beim richtigen! Empfänger angekommen sind.

Daß die 7x64 eine gute Patrone ist, darüber sind wir uns ja schon lange einig. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, daß sie unter den Mittelklassepatronen DIE Universalpatrone schlechthin darstellt. Ich könnt mich immer fuchsen wie wild, wenn sie - vornehmlich von ach wie progressiven Jagdschreiberlingen - runtergeputzt wird bis hin zum ,,Arbeitgeber für den Schweißhund" während gleichzeitig die zwar auch nicht schlechte, der 7x64 aber etwas unterlegene ehemalige US-Militärpatrone .30-06 Springfield über jeden grünen Klee in den Himmel gelobt wird. Hier in D(epp)-Land scheint alles aus Gringoland glückselig zu machen während alles Deutsche Pfui Bääh ist. Aber was soll's, Deutschland hat derzeit erheblich größere Probleme ( oder könnte es sein, das die zumindest Teilweise damit zusammen hängen ? Das wäre glatt ein Thema für eine Promotion in Politik oder Sozialwissenschaft!!).

Wenn Deine guten Lutz Möller KJG Geschosse eintreffen, gebe ich Dir Rückmeldung. Nach dem ersten Laden und hoffentlich auch Erlegen dann sowieso.

Gruß, Uwe Fontaine, Samstag, den 24. April 2004

Hallo Lutz,

gestern kamen deine 7 mm KJG Geschosse! Leider hatte ich noch nicht viel Gelegenheit mich darum zu kümmern, aber erste Probemessungen ließen mich staunen. Die guten Stücke sind wirklich extrem genau und gleichmäßig gefertigt! Hut ab! Fast zu schade zu verschießen ;-) ! Ich hoffe auf baldige Gelegenheit zu testen. Bis dann.

Uwe Fontaine, Sonntag, 16. Mai 2004 11:45

Uwe,

danke für deine erste Nachricht. Ich warte auf weitere Berichte Viel Glück und Erfolg wünsche ich.

Gruß Lutz

Wenn du weit schießen möchtest, also lange, schlanke, ogivale windschlüpfrige Geschosse laden mußt ist 6,5x65 KJG Munition besser geeignet. Wenn du hingegen größer Tiere erlegen möchtest, ist die 7x64 KJG Munition geeignet. Tiefenwirkung wächst linear mit der Flächenlast. Also ist bei gleicher Geschoßmasse die 7x64 besser als größerkalibrige Patrone geeignet große Tiere zu schießen. Nicht auf die Masse kommt es an, sondern auf die Masse je Fläche. Merke:
 

Länge läuft

Breite bremst

Also sind nicht großkalibrigen Büchsen, so wie uns die Afrikafilmer immer weismachen wollen, geeignet große Tiere zu schießen, sondern lange Geschosse mit großer Flächenlast. Wenn dieser Zusammenhang verstanden ist, fallen die Schlußfolgerungen für jede Wildart das geeignete Geschoß zu wählen leichter. Die Patrone ist eigentlich nicht so wichtig, denn das Geschoß trifft, nicht die Hülse. Die steckt noch im Patronenlager.

Guten Tag Herr Möller,

gestern bin ich endlich dazu gekommen die erhaltenen KJG Geschosse  zu laden. Leider mußte ich feststellen, daß nicht möglich ist 4,1g R904 in eine 7x64 RWS Hülse zu füllen! Die 3,73 g R907 gingen dann hinein und bei 86 mm Patronenlänge waren die Schußbilder sehr gut. Interessant ist, daß das KJG mit den bisher verwendeten Laborierungen (11,5g TIG, 8g KS, 11,2g TMR und 11,3g Core Lokt) zusammenschießt. Die Waffe ist ein 98er mit Sauer Lauf, 65 cm BJ 1965. Der Praxistest kann beginnen, ich werde berichten!

Mit besten Grüßen, Thomas Ellenberger, Sonntag, 6. Juni 2004 15:40

Sehr geehrter Herr Möller,

ich hätte kurz eine Frage bezüglich Ladedaten zu Ihrem Lutz Möller KJG Geschoß. Verwenden Sie bei der 7x64 KJG Munition in Verbindung mit dem RWS Pulver R903 Magnumzündhütchen, oder sind Ihre Ladungen mit normalen Zündhütchen gerechnet.

LM: 7x64 KJG Munition benötigt mit mittlerem bis schnelleren Pulver keine Magnumzündhütchen. Daher genügen gewöhnliche, wie CCI 200, ZH.

Auch noch interessant zu wissen wäre, um wieviel könnte Ihre angegebene Ladung von 3,71 Gramm R 903 kürzen könnte. Die Ladung wird in einem Mauser 66 verschossen.

LM: Unter 90% Ladedichte würde ich nicht gehen. R903 brennt dann aber nicht mehr gut. Mit 95% Ladedichte oder 3,52g entwickelt bei 85 mm langer Patrone das  R903 noch 3.521 bar und liefert aus 60 cm Lauf bei 98% Verbrennung noch 887 m/s. das wäre also der Bereich in dem Sie mit R903 bleiben sollten. Besser als Schwachladung wäre aber R902 geeignet, mit dem Sie bei 90% Füllung = 3,35g mit 3.809 bar 898 m/S bei 99,19% Verbrennung erreichen, also weniger Mündungsfeuer sehen. Grundsätzlich verlangen geringer Füllungen schneller Pulver, werden aber auch kritischer. Beide Ladungen liegen im sichereren Bereich.

Viele Grüße aus Baden Württemberg, Thomas Weimar, Mittwoch, 6. Oktober 2004 14:11
 

1. KJG-Bericht aus Tirol

Servus aus Tirol Also jetzt ist es soweit! Erste Berichte mit meinem KJG : Waffe war eine Steyr Mannlicher mit 7x64 KJG Munition :

Heute Morgen Ansitz auf einen Rehbock der Klasse 3 zu 20kg , Entfernung ca. 90 m Sauberer Schuß mitten auf das Blatt, der Bock fällt um, schlegelt einige male, steht auf läuft ca. 20 m und bricht zusammen! Perfekter Einschuß, perfekter Ausschuß, Schnitthaar, Lungenstücke, genügend Schweiß. So soll es sein! Das sind die wichtigsten Kriterien, die eine Nachsuche erleichtern!

Heute Nachmittag Pirsch auf Gams, Baumgrenze ca 1700 m, Gamsbock der Klasse 3 ca 25 kg, perfekter Schuß, leicht Spitz von vorn, mitten drauf, perfekter Ausschuß, Gams zeichnet fast nicht läuft ca 30m und verendet, wiederum alles am Anschuss was man braucht, Schnitthaar, Lunge, Schweiß!

Das waren jetzt die ersten Erfahrungen mit dem KJG, wir vermissen ein wenig das Zeichnen des Wildes, sehr kurze Fluchten, und am Anschuß ist alles da was sein sollte. Erste Bilanz: Sehr gut!

Servus aus Tirol, Ralf Rauchberger, Donnerstag, 12. August 2004 22:45

Noch was: Was passiert bei einem richtigen Weichschuß! mit meinem KJG? Mein Freund glaubt, daß dieses Geschoß nur etwas für sehr gute Schützen ist!

Herr Rauchberger,

niemand will fehlen! Niemand will weich schießen! Dennoch kommen bei aller Sorgfalt unbeabsichtigte Weichschüsse vor. Steht das Wild gerade zu und führt der Jäger meine KJG Geschosse und hält von vorn auf den Stich an, wird mein KJG Geschoß zunächst durch die Kammer flitzen und dann in Weiche dringen. Mit der meinen KJG Geschossen eigenen sehr großen Tiefenwirkung werden viel Tier auch längs ganz durchschossen. Diese Jahr in Südafrika erlegte ich vier Bergriedböcke. Die Tiere sind etwas größer als Rehe und leben, wie die meisten Hornträger, in Rudeln. sie haben die Eigenart bei Störungen oder Geräuschen zu sicher, wie andere Tiere auch, aber richten sich nach der Störungsquelle aus. Das bedeutet für den Jäger, der ein langsam ziehendes Bergriedbockrudel bejagen will, er muß das Rudel ansprechen (im Wortsinn) oder pfeifen, oder in die Luft schießen, oder sich sonst bemerkbar machen. Dan verhoffen alle Tiere und drehen sich zur Störung. Man kann also auf stehende Bergriedböcke nur von vorn schießen, oder auf wegziehende von hinten, oder spitz hinten. Insofern erlegt ich drei von vorn und einen von spitz hinten. Ich führte das 6,5 mm KJG Geschoß, kurz aus einer .260" Rem. mit 1.100 m/s V0. Alle auf etwa 100 und mehr Meter beschossene Tiere fielen und lagen am Anschuß. Fluchtstrecken waren nicht zu verzeichnen. Wie in Wundwirkung ausgeführt, können selbst Tier ohne Herz und Lunge noch 10 - 15 Sekunden bewußt handeln, also auch flüchten. Die Bergriedböcke konnten aber nicht mehr flüchten, weil ich sie von vor bzw. spitz hinten ins Weiche geschossen hatte. Der tödliche Herz- und Lungentreffer  waren nicht das Fluchthindernis, sondern die im Weichen durch mein sehr schnelles KJG Geschoß erzeugte Druckwelle, die das Weiche gegen die Wirbelsäule knallte, damit die Wirbel gegeneinander bewegte, die dann das Rückenmark scherten. Nerven sind druckempfindlich. Derartige Erschütterungen vertragen die Nerven nicht gut. Sie sind überlasten und versagen den Dienst. Ein Weichschuß mit hinreichend schnellem KJG Geschoß genügend dicht an der Wirbelsäule lähmt das Tier vom Schuß abwärts wie ein Krellschuß. Die so getroffenen Bergriedböcke filen tödlich getroffen mit gelähmten Keulen. Sie starben bevor die Lähmung verschwand. In der hellen sudafrikanischen Sonne war das durchs ZF gut zu beobachten. Versuche mit den Vorderläufen zu flüchten  waren zu sehen; das Unvermögen die nicht getroffenen Keule zu bewegen ebenfalls.

Aber Vorsicht! Das Erlebte soll mitsamt der zugehörigen Erklärung nun nicht zum breiten Weichschuß verleiten. Ist Treffer zu weit von der Wirbelsäule weg, wir das Stück zwar durch den Nierenschmerz mit Rückenkrümmung zeichnen, kann aber ggf., dennoch laufen, besonders wenn der Weichtreffer ganz unten in Bauchnähe war. Da meine KJG Geschosse wenig Wildpret entwerten, sind im Zweifel die höheren Schüsse, die ggf. auch das Filet treffen vernünftiger als zu tief, die nur schlecht verletzen. Mit Nervenwirkung sterben die Tier immer noch am schnellsten.

Im übrigen unterrichten Sie Ihren Freund mal über den wirksamen Leberknotenschuß, der auf spitz stehendes Wild ein hochempfindliches, aber dennoch nicht so kleines Ziel bietet! Man muß also kein Künstler sein, um mit KJG KJG zu jagen. Das würde zwar nicht schaden, aber gewöhnlich Schützen kommen mit dem KJG auch zurecht, besser sogar als mit herkömmlichen Bleigeschossen, weil die KJG im Wild immer gerade ins Ziel fliegen, ohne vorher stecken zu bleiben oder schräg wegzuschlagen. Auch kleine zielnahe Hindernisse (Bäumchen, Getreide) stören nicht. Insofern schießt man mit KJG sorgloser, mit mehr Vertrauen und demzufolge sogleich besser.

Waidmannsheil nach Tirol, Lutz Möller, 13. August 2004

Zwitter flüchtet

Sehr geehrter Herr Möller,

Nr. 4 wurde erlegt. Das war eine sehr seltsame Jagd! Am Lainerköpfl wurde auf ca. 1.800 m ein Hirschtier angesprochen; Schuß auf 320 m mit der Steyr Mannlicher 7x67 KJG Munition; bester Schuß mitten aufs Blatt; am Anschuß war alles, das da sein sollte, doch das Wild zeichnete wieder nicht. Das Tier zog mit einer Seelenruhe ab; ca. 400 m; nach erfolgreicher Nachsuche stellte sich heraus, daß der Schuß best war. Aber jetzt kommt der Hammer: Die Beute war ein Zwitter, Hirsch-Tier mit Knöpfen, 3 Zitzen am Gesäuge, kein Euter, an der Stelle, an der der Pinsel normalerweise sitzt, war ein dunkler Fleck. Von dort verlief eine dicke Sehne, zurück, Feuchtblatt war da, wo es sein soll.

Herr Möller, der Jäger ist nicht mehr begeistert, denn alle 4 Stücke flüchteten. Laut seinen Erfahrungen, der letzten 30 Jahren Jagd, mit solchen Schüssen mit herkömmlichen Jagdpatronen gab es das nicht. Vereinzelt flüchteten die Tiere 30-40 m, aber nur bei nicht gut angetragenen Schüssen. Also dieser Jäger sagte, er würde mit den KJG nicht mehr jagen. Er bevorzugt 8 g Kegelspitz; die Flugbahn sei zwar nicht so gestreckt, aber das sind auf 300 m nur 10 cm tiefere Fall. Damit könne er sehr gut leben, denn laut Erfahrung, bei 40 Abschüssen im Jahr liegt die durchschnittliche Entfernung bei ca. 180 m.

Macht er einen Fehler? Soll er die Schüsse anders antragen? Ist die Patronen zu hoch geladen, zu schnell, oder zu langsam, gibt es eine Erklärung?

MfG, Ralf Rauchberger, Donnerstag, 19. August 2004 13:41

Herr Rauchberger,

ich komme gerader von einer kurzen Reise zurück, werde in Kürze antworte.

Lutz Möller, 21. August 2004

Herr Rauchberger berichtete am Montag, den 23. August mündlich, er habe sich mit dem Kreisjägermeister den aufgebrochen 125 kg schweren Rotwildzwitter angesehen. Der Treffer war nicht auf dem Blatt, sondern die Lunge oben hinten nur angeritzt und der Schuß mehr im Weichen. Darauf sagte der Kreisjägermeister „Mit dem Treffer wäre das Stück selbst von einer Panzerfaust getroffen noch 400 m gegangen!”. Auf die Frage hin, warum der Schütze denn zunächst so ein Auskunft erteilt habe, meinte der ja er habe auf das Blatt gezielt, aber in der Hektik, habe sich dann die Decke wohl verschoben. Der Mann ist als konservative bekannt und steht Ihren neuen KJG Geschossen eher abwartend bis ablehnend gegenüber. Einen solchen Treffer als Blattschuß auszugeben und dann auf das Geschoß zu schimpfen halte ich dennoch für eine freche Ausrede.

 

KJG im Schilf 

Moin Herr Möller,

ich war mit 7x64 KJG Munition, 3,55g 903 RWS 5341 Samstag auf dem Schießstand und im Revier. Das Gequatsche der alten Haudegen 'Wozu soll'n das gut sein', 'mit TMR lag vor 50 Jahren schon alles' usw. wird's bei jeder neuen Sache geben, muß man sich wohl einfach abfinden... Auch: 'auf 970 m/s geladen? gerechnet? Rechnen kann man viel' :-)

Ergebnisse: Mit KRICO und 60 cm-Lauf ergibt sich eine annähernd gleiche Treffpunktlage wie mit 11,5 TIG Fabrikladung. Klasse, kann also beides ohne viel 'Rumdrehen'. Präzision im Kreis mit 40 mm Durchmesser, mit 6x42 auf 100 m in meine Augen auch i.O. besser als die TIG jedenfalls. Vor allem, da ich meine KJG Geschosse tiefer gesetzt habe, als Sie empfehlen. Ich repetiere öfter ein und aus, so knapp an den Kegel wollte ich nicht ran, wohl mit ein Grund für den 40er Streukreis...

Mit Mannlicher GK und 65 cm-Lauf erschreckende 20 cm Tiefschuß? Das verstehe ich nicht, da beide Büchsen auf 11,5 TIG eingeschossen sind. Oder vielleicht aber so: 903 mit KJG hat bei 60 cm nahezu Brennschluß, (über 98%). 904 brennt progressiver, setzt also noch in Geschwindigkeitssteigerung um. Beim 60er Lauf paßt das, Der 65er hat mit 904 noch Beschleunigung für das TIG, mit 903 und KJG nicht. Reibung bremst, also ist die V0 aus dem 65er geringer als aus dem 60er, was die tiefe Treffpunktlage zur Folge hat.

Außerdem nebenbei bemerkt: Die Delaborierung der 11,5g TIG ergab 3,28 g Pulver, mit z.B. 904 in der Fabrikladung kommen die nie auf den Katalogwert 850 m/s. Quickload (und auch RWSs 'Wiederladen'!) sagt da bei gleicher Lauflänge (65) was anderes (ca. 820 m/s), gemessen hab ich nicht, klappt aber vielleicht nochmal irgendwann.

War dann mit der KRICO im Revier, streckte eine Ricke im lichten Schilf. Geschoß wurde nicht abgelenkt, saß im Haltepunkt hinterm Blatt. Stück lag nicht im Feuer, 10 m Flucht nach Lungenschuß, i. O, werde den Haltepunkt ändern. War eben in den letzten 5 Jahren ein sicherer Punkt für die bleierne Sippe. Aber: Ausschuß war nicht zylindrisch sondern 4-5 mal Geschoßlänge als Schlitz, als ob das Geschoß im Stück um die Hochachse gekippt wäre... Rippentreffer beim Einschuß, zugegeben. 

Alles in allem bin sehr ich zufrieden! 10 m Flucht mit Schweiß wie aus der Kanne ist zu ertragen, findet man auch im Schilf ohne Hund.

Nachtrag zu TMR, TIG und KS: Da ich viel an der Kirrung schieße, sind die Fabrikladungen der bleiernen Sippe wohl bei 3 m noch so schnell, daß sie eben platzen und nicht ausschießen, selbst ein TIG nicht. DK und HMK werde ich jetzt nicht mehr probieren... Hab KJG, kann dann weit, nah, groß und klein.

Auf Neuigkeiten ist das Kapitel 'Trudler, warum?' noch auf ein lokales Verzeichnis gelinkt E:\... :-) Nach den Finnischen Erlebnissen könnten Sie da ja mal was öffentliches hinlegen... freu mich schon drauf!

Dank, viel WH und neue Erkenntnisse in Finnland, Julius Pape, Dienstag, 18. Januar 2005 21:16

 

Mauser 66S

Guten Morgen Herr Möller

Gestern maß ich mein  Mauser 66 s Kaliber 7x64 Magazin. Das zulässige L6 Maß für die mögliche Patronenlänge beträgt 86,3 mm.

LM: Die Patronenlänge muß der Magazinlänge angepaßt werden, die Ladungen unterschieden sich von 87 zu 86,3 nur gering.

Wie ich schon bereits erwähnte verwende ich im Augenblick das Norma 11,2 g Vulkan Geschoß  mit guter Wirkung, aber auch entsprechender Wildbretentwertung.

LM: Das wundert bei dem weichen Bleigeschoß nicht. Es platzt oberflächlich, Bleistaub ergießt sich in den Wildkörper, das Geschoß pilzt auf. Daher dringt solch weiches Bleigeschoß nicht tief ein.

Ich habe mit Jagdkollegen ihr Lutz Möller KJG Geschoß erörtert. Dabei herrscht der geringen Masse wegen allgemeine Skepsis vor. Aber gut, deshalb möchte ich ja ihr Geschoß testen.

LM: Da Kupfer sechsmal fester als Blei ist, verliert das festere Lutz Möller KJG Geschoß bei absplitternder Hohlspitze weniger Masse als ein weiches Bleigeschoß, behält sein Geschwindigkeit im Ziel länger bei und dringt demzufolge mehrfach tiefer als Bleigeschosse ein. Bei KJG Munition ist mindeste Leistungen angegeben. Die erreichen Sie mit Blei nie!


Am Telefon sagten Sie, daß Sie fertig geladene Munition erhältlich sei. Wie viel sollen diese Patronen kosten? Und welche Menge müßte ich abnehmen ?

LM: Siehe Lutz Möller GmbH!

Mein KJG Geschoß fliegt danke guter Aerodynamik und der Möglichkeit höchster Ladungen erheblich rasanter als alles Andere, daß Sie je aus der 7x64 kannten. Um nach der Eingewöhnung in den Genuß ihres fertig eingeschossen Gewehres für einige Zeit zu kommen, empfehle ich deutlich Patronen mehr als die kleinste Verpackungseinheit zu nehmen. Ihre Erwerbsberechtigung müßten Sie in Deutschland beilegen.

Mit freundlichen Grüßen, Frank Klaas, 17. August 2004

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Krellschuß von unten

Hallo Hr. Möller,

nach einigen Hindernissen konnte ich mit dem KJG endlich erfolgreich jagen. Ihrer Beschreibung entsprechend schoß ich meine Zastava 7x64 Optik 8 x 56 Frankonia mit EAW-Schwenkmontage einer Ladungsleiter ein und fand einen „süßen Fleck” 3,56 g Rottweil R907. Beim Patronenladen war allerdings bei 3,69 g Schluß. Mehr ging nicht rein.

Dann kamen die Probleme. Nach einem gefehlten Jährlingsbock ging ich zum Schießstand, durch Ausreißer war das Gewehr jagdlich nicht mehr zu verwenden. Also ging ich damit zum Büchsenmacher. Der stellte fest, daß sich der Montagesockel gelockert hatte. Außerdem war das Glas einige mm in den Ringen gewandert. Nach der Reparatur war der Büchsenmacher von der Präzision beeindruckt. Auf 100 m konnten 8 Schuß mit einem 5 Cent-Stück abgedeckt werden. Allerdings gab es Schwierigkeiten mit der Seitenverstellung des Glases. Sie folgte nicht den Verstellungen Also ging ich nochmal auf den Schießstand (Ich habe kein Vertrauen zu einem Gewehr, dessen Treffpunktlage mich nicht selbst überzeugte) und konnte die seitliche Treffpunktlage mit 3 cm rechts korrigieren. Jetzt konnte ich endlich damit jagen.

Es ist der 24. Januar 2005.

Es ist kalt. Der Boden ist gefroren, mit leichtem Reif bedeckt. Außerdem weht ein kräftiger Wind. Ich gehe zur Aluleiter am Kirchhölze, da am Abflußgraben die Füchse morgen von ihren Streifzügen in den umliegenden Ortschaften zurückkehren. Mit Rehen rechne ich gar nicht, da diese jetzt im Wald genausoviel äsung wie auf den Wiesen finden. Außerdem ist, den Einstand der Sprünge vorherzusagen, ein Glückspiel. So sitze ich also mit dem steil ansteigenden Wald im Rücken vor einer sich leicht nach Norden senkenden Wiese, die links von Wald begrenzt wird. Nach 50 m endet der Wald im rechten Winkel. So sitze ich also bis nach Sonnenaufgang, aber nichts kommt. Ich gehe zum Auto zurück, um eine Kontrollfahrt durchs Revier zu machen, die mit einem Bogen um das Kirchhölze beginnt und den Blick auf die Wiese öffnet, die gerade bei meinem Ansitz durch die Waldecke verdeckt war. Dort steht ein Sprung Rehe! 8 Stück zähle ich hastig. Als  ich anhielt, sprangen sie ab. Also mußte ich weiterfahren. Ich legte mir schnell eine Taktik zurecht, nämlich im großen Bogen zum ursprünglichen Parkplatz zurück, eilig zum Ansitz zurück, dann durch den Wald angepirscht, vorsichtig jede Deckung ausnutzend. Der Westwind steht ideal, sein Rauschen in den Fichtenkronen erleichtert zu pirschen. Die ersten Lücke im Gebüsch des Waldrandes ist ungeeignet, immer noch zuviel Gestrüpp, das Wild für eine freihändigen Schuß zu weit weg. Ich pirsche zurück in den Wald, ca. 20 m parallel zum Waldrand weiter bis zu einer Rückegasse. Ich pirsche zum Waldrand, bleibe aber in der zweiten Reihe. Ein Bockkitz steht günstig. Die Rehe ziehen langsam abwechselnd äsend und sichernd zum Waldrand. Die Büchse ist im seitlichen Anschlag an einer Fichte, entsichert und eingestochen. Das Bockkitz steht fast breit, sichert. Der Schuß bricht. Ich bin nicht richtig gut abgekommen, etwas zu weit hinten, aber das Kitz bleibt im Feuer liegen, schlegelt noch kurz, dann ist Ruhe. Die anderen Rehe sind beim Schuß in der Deckung des Waldes verschwunden.

Schußwürdigung

Die Schußentfernung betrug ca. 80 m, Schußrichtung war leicht nach unten geneigt. Beim Auffinden des Kitzes fiel mir eine unnatürliche Krümmung des Rückgrats nach oben auf. Ich dachte schon, ich hätte die Wirbelsäule getroffen. Der Einschuß, kalibergroß, lag zwischen der dritt- und viertletzer Rippe, etwas Schnitthaar. Die Kugel ging knapp unter der Wirbelsäule durch, durchtrennte die dritte Rippe beim Ausschuß, der ca. 5 cm Durchmesser und eine längliche Form hatte. Das Kitz wog aufgebrochen 13 kg. Die Leber, die nur im Bereich des Knotens getroffen war, war bis auf einige Lappen zu Matsch verarbeitet. Herz, Lunge, Pansen waren unverletzt. Hämatome am Einschuß waren vernachlässigbar, auf der Ausschußseite waren einige Einblutungen vorhanden, die allerdings auch sekundär entstanden sein könnten. Da während ich zur Bergung das Auto holte, lag das Stück auf dieser Seite. Die Einblutungen konnten auch problemlos beim Zerwirken entfernt werden. Der Grund, aus dem das Kitz im Feuer lag, war wahrscheinlich in einen „Krellschuß von unten” zu suchen. Wenn einen Rippe relativ nahe der Wirbelsäule getroffen wird, wirkt das ähnlich wie ein Treffer auf der Feder. Ich habe ähnliches schon öfter bemerkt, aber noch nie über diesen Effekt gelesen.

Wenn ich das Ergebnis mit der bisher verwendeten RWS-H-Mantel-Kupferhohlspitze vergleiche, schneidet das KJG bezüglich Wildpretschonung besser ab.

Ich hoffe ich habe Sie mit der detaillierten Schilderung nicht gelangweilt und verspreche Ihnen weitere Berichte (bestimmt kürzer). Eine letzte Frage: Was halten Sie von der These „Krellschuß von unten”?

Weidmannsheil, Anton Ernstberger, Samstag, 12. Februar 2005 23:08

Mein lieber Herr Ernstberger,

einen „Krellschuß von unten” zu vermuten, mag wohl zutreffen. Die Leber zu treffen, bedeutet eine Druckwelle in der Leber auszulösen, die auch das Rückgrat bewegt. Das Rückenmark kann Bewegungen nicht ab, da Nerven druckempfindlich sind. Also wird vermutlich ihre Kitz unterhalb des Treffers gelähmt gewesen sein, und, bevor es sich wieder erheben konnte, an der Leberverletzung verblutet sein. Ich empfehle ja auch aus spitzem Winkel daher den Leberknotenschuß.

Die Lehre  ist, mit einer leistungsfähigen Patrone und harten Geschossen können auch weiche Schüsse töten. Man solle es nicht darauf anlegen, aber gut zu wissen ist das allemal.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 13. Februar 2005

Hallöchen!

beste Laborierung mit meiner Sauer 90, älteres Semester mit 57 cm Lauf: Lutz Möllers 7 mm 9 g KWJG Geschoß vor 3,37g = 3,36 g R903 mit 86,8 mm Gesamtlänge aus auf 63,3 mm gekürzter RWS Hülse und Federal 215 Zündhütchen 15 mm Streukreis bei durchschnittlich 906 m/s und einer V-Differenz von 8 m/s Vmax-Vmin. Was will man mehr? Ladedaten etc. ohne Gewehr - ? - ähm Gewähr! Ach ja! Dabei scheint das KWJG weniger Ablagerungen als ein herkömmliches Teilmantelgeschoß im Lauf zu hinterlassen! Das hätte ich nicht für möglich gehalten.

Gruß Triceratops, Alter Hase , Mitglied # 1778 , Bewertung:, erstellt 12. Juni 2004 13:34

Hallo Lutz!

Danke für die Daten! So ca. 3 bis 7 Fragen hab ich aber noch:

  1. Bördeln? Wenn ja wie und wo?

    LM: Meist sitzen die Geschosse fest genug, daß nicht gebördelt werden muß. Wenn du dennoch krempen, dann zwischen den Bändern. Am besten mit den Lee-Spannzangen  "Lee Factory Crimp2
     

  2. Ich überlege, ob ich eventuell Neuhülsen besorgen sollte. Wenn ja, welche würdest Du empfehlen? Eher Norma oder eher RWS oder andere?

    LM: Norma und RWS sind von der Güte gleich gut. Norma faßt mehr Pulver, RWS hält mehr Druck aus.
     

  3. Wenn es mir doch zu teuer( oder zu lange bis ich Kleingeld überhabe) wird, welche maximale Abweichungen beim auswiegen sollten nicht überschritten werden?

    Im Bereich 2/100 g Genauigkeit solltest du schon liegen.
     

  4. Ich erwäge auch einen Schlechtwetter-Schlamm-und-Matsch-Büchse, bevorzugterweise auch in 7x64 zu erwerben. Zur Finanzierung gäbe ich eventuell meinen Remington Selbstlader 7400 in .30-06 weg. Obwohl er für Selbstlader mit ca. 35 mm 5 Schuß Lochmitte gar nicht so schlecht schießt. Aber noch ein (billiger) 7x64er wäre auch interessant. Allein schon als "Testlauf". Aber auch wenn's  Drückjagd, Nachsuchen-, Sauwettermäßig im Herzen blutet, wenn die gute alte 90'er herhalten muß. Kennst Du Dich im aktuellen Markt in der Richtung aus? Ich denke an die Rössler Titan 6 oder die kurze Brünner mit der Drückjagdschiene. Kennst Du die Teile gut genug um an-oder abzuraten oder hast Du im gleichen Preissegment eine Alternative parat?

    Sako bietet rostträge Gewehre mit Kunststoffschaft für wenig Geld an, die schaue dir mal an! Jukka nimmt in Finnland immer so ein Ding und die haben viel Schlechtwetter. Nein, ich kenne mich nicht genug aus, um dir vernünftig zu raten, außer das Gebrauchte in der Regel günstiger sind, aber das weißt du selbst.
     

  5. Du empfiehlst zur Nachsuche die Geschosse verkehrt herum zu laden. Hast Du auch dazu Ladedaten?

    LM: Wenn es den sein muß, ja. Die Dickes-Ende-vorn-Ladung ist für Hundeführer, die keine Splitter wollen. Nur dann ist so eine Ladung sinnvoll
     

  6. Wie reagiert die Hohlspitze beim Verkehrtladen? Im Lauf wird wohl nicht viel passieren, da der Druck in der Hohlspitze wohl kaum höher sein dürfte als von außen. Aber was macht das gute Stück während den 10-50 cm vor der Mündung, wo der Mündungsdruck noch kräftig mitschiebt? Geht die Spitze auf und wenn ja, wie weit - natürlich in Abhängigkeit von der Ladung? Welche Auswirkungen sind hinsichtlich der Außen- und Zielballistik zu erwarten?

    LM: Die Hohlspitze hält das aus. Fragen nach der Außenballistik des Fangschusses beantworte ich nicht. Mensch hör zu, auf ein paar Meter Ballistik zu rechnen ist wohl eher blödsinnig, oder wie siehst du das im Ernst?

    Die Zielwirkung ist etwas besser, weil keine Splitter verloren gegen. Da aber alle meine KJG Geschcosse verhältnismäßig 4 -6 mal so tief wie Bleigeschosse eindringen, kommt es darauf nicht mehr an.

So, in der Hoffnung Dich nicht allzu sehr genervt zu haben mach ich mich jetzt auf die Suche nach einem 300 m Stand.

Gruß, Uwe Fontaine, Montag, 10. Mai 2004 18:37

Sehr geehrter Herr Möller,

anbei die ersten Erfahrungswerte mit ihrer 7x64 KJG Munition. Ein 12 kg Bock beschossen aus ca. 80 m. Etwas zu hoch abgekommen, da Hochschuß nicht berücksichtigt. Der Schuß saß in der Kammer. Die Lunge war zerstört und die Leber, sowie die Milz verletzten, Splitter leicht. Der Bock zeichnete jedoch nicht deutlich und sprang nicht hoch ab. Er stand vor einem Graben, drehte sich nach dem Schuß um und flüchtete schnell trabend, nicht springend 70 m in Richtung Wald, wo er liegen blieb. Trotz des gut sitzenden Treffers und einem deutlichen Ausschuß (siehe Bild) eine große Fluchtstrecke.

Ein anderer Jäger, der mit dabei war, schoß mit 8,7 g KS auch 7x64 auf 60 m ein Schmalreh, das bei ähnlichem Sitz noch 30 m flüchtete.

Ein sauberer Blattschuß, der mit KS aus 50 m einem Bock angetragen wurde lies diesen im Feuer liegen, ein Herztreffer, der das Herz vollständig zerstörte. Zu bemerken war, daß der Splitterregen die Leber, Milz und sogar den Pansen stark beschädigte.

Weitere Berichte folgen bei Gelegenheit

Waidmanns Heil, M. Eisenhardt, Montag, 19. Juli 2004 12:01

Anbei zu dem Kurzbericht über die Bockjagd mit Ihrem 7 mm KJG Geschoß nochmal ein paar Bilder der Schußwirkungen. Ich vermutetet dies rasante Geschoß fände in dem für Rehwild großen Kaliber im Wildkörper schon fast zu wenig Widerstand. Die Bilder, so finde ich, widerlegen diese Vermutung. Mit diesem Ergebnis kann man sich denke ich zufrieden zeigen. Natürlich werden weitere Berichte folgen.

MfG, Moritz Eisenhardt, Freitag, 30. Juli 2004 08:35

 

Sehr geehrter Herr Möller,

erst einmal möchte ich Ihnen meinen Respekt zu Ihrem Internetauftritt ausdrücken.. Ich habe bis jetzt keine vergleichbare Internet Seite mit dieser Menge an fundiertem Fachwissen über Waffen, deren Technik, Munition, Ballistik und die Jagd gefunden. Ich besuche Ihre Seite schon seit langem und freue mich immer, wenn ich ein wenig Zeit habe in den verschiedenen Berichten herum zustöbern. Leider passiert dies aus Zeitmangel eher unregelmäßig.

Ich bin seit etwa 15 Jahren Sportschütze und Wiederlader in einer „Ladegemeinschaft“ bestehend aus Jägern und Sportschützen. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich intensiver mit der Technik und Ballistik von Schußwaffen und bin daher bei uns für die „Theorie und Technik“ zuständig. 

Nun zu meinen Fragen bzw. Anliegen,

Wir möchten gerne Ihr 7 mm KJG Gschoß  bzw. 7 mm KWJG für 7x64 KJG Munition einsetzten, sind uns aber nicht ganz sicher welches der beiden Geschosse für uns die bessere Wahl sein wird. Die Patrone soll auf Rehwild und leichtes Schwarzwild auf Entfernungen von 150 m bis über 250 m eingesetzt werden. (Information meiner Ladegemeinschaft- wie gesagt, bin ich für die Technik zuständig). Welches der beiden Geschosse würden Sie bevorzugen?

LM: Mein kurzes 7 mm KJG Geschoß ist für Ihren Einsatz, Rehwild und leichtes Schwarzwild auf Entfernungen von 150 m bis über 250 m, die bessere Wahl, weil es shneller und rasanter fliegt, weniger fällt und besser wirkt. Mein langes 7 mm KWJG bietet erst weit jenseits 300 m bei Wind Vorteile, sonst nur Nachteil.

Da mich der Einsatz von Kupfersportgeschossen als Sportschütze ebenfalls interessiert würde ich gerne Kupfer- Sportgeschosse im Kaliber .308" Winchester, Waffe: - Remington Police - einsetzen. Sind solche Geschosse schon lieferbar?

LM: Langt Ihnen diese Leistung aus Südafrika im Juli 2004, oder muß es noch besser sein? Wenn das langt könnten Sie mein herkömmliche 7,62 mm KJG Geschoß mit bis zu ~ 950 m/s V0 einsetzen. Wenn es noch etwas besser sein soll, würde ich die Hohlspitze weglassen, um die Aerodynamik zu verbessern.

Gruß aus Köln, Achim Clasen, Montag, 13. September 2004 12:30

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Lieber Herr Möller,

auf der Suche nach Mündungsbremsen-Patentverletzern kam ich auf Ihren Internetauftritt, der mich sehr neugierig gemacht hat. Ich bin fündig geworden, nicht nur bezüglich Mündungsbremsen.

Mich amüsieren in letzter Zeit die auftauchenden Aussagen über Wundballistik und Zielballistik bleifreier Jagdgeschosse. Die ganze Geschichte begann doch meines Wissens im größeren Umfang mit den ABC-Geschossen von Hirtenberger. Dann kam das SFS von MEN dazu, eine gute Konstruktion. Nun, nachdem bereits in Nordeuropa nicht mehr mit Blei auf Wild geschossen werden darf, kommt die Ahnung auf, diese „ungiftigen Tötungszäpfchen” könnten auch bei uns bald gesetzlich aufgezwungen werden. Schwuppdiwupp erfindet jeder potente Bastler ein eigenes bleifreies Geschoß. Geradezu Heiterkeit kommt auf, weil JEDER Macher sein eigenes Geschoß als ALLERBESTES Geschoß anpreist! JEDER! Das Gesetz der natürlichen Auslese wird auch da bald wirken . . .

Im Gegenteil dazu gefällt mir Ihr Beitrag über die 7x65R -Wundwirkung an Herrn Benkert, Mai 04, überhaupt nicht! Was Sie hier schreiben und auch noch empfehlen, ist für einen guten Waidmann völlig daneben! Schüsse auf Kopf oder Träger sind verbrecherisch, auch mit genau schießender Jagdwaffe!

Kopf: Wie groß ist denn die letale Zone am Kopf? Oder: Wie lange lebt das Wild noch mit abgeschossenem äser?
 

Träger: Mit wieviel Schüssen treffen Sie nur den Schlund oder die Luftröhre?? Wie lange lebt dann das Wild noch bis es elend verhungert?

Zulässig für einen anständigen Waidmann ist der Schuß auf den Träger nur von hinten, wenn das Stück nahe genug von einem wegsteht oder wegzieht. Nur wenn Sie von hinten oben auf den Träger schießen ist das Stück tot oder gesund. überlegen Sie mal warum!

LM. In Trägerschuß begründe ich seit Punkalaidun und Loimaa die Anweisung „Daher schieße nur von vorn oder hinten auf Träger, nie breit!” Darin sind wir ganz einer Meinung.

Ich selbst fertige hochpräzise Büchsen und errang damit nun zum zweiten Mal in der DSB-Disziplin „Hochleistungsgewehr“ 300 m den deutschen Meistertitel. Mit meinen Gewehren treffen Sie und ich und Andere jeden Maikäfer auf 100 m vom Hochsitz aus. Trotzdem gibt es immer wieder ungewollt Fehlschüsse.

Ein Sikatier im Rudel stand in der Dämmerung bei gutem Büchsenlicht auf 120 m am Rand einer Wiese am angrenzenden frischgepflügten Acker. Gleichzeitig liefen mehrere Kopfarbeiten ab: Ist es das richtige Stück? Kugelfang gut? Steht ein anderes Tier dahinter? Alles o. k., Schuß! Im gleichen Moment trat das Hirschtier in die tiefe Ackerfurche. Der Befehl an den Zeigefinger war bereits gegeben, es gab kein Zurück. Auch brauchte das Geschoß aus der bummeligen 9x57R noch Zeit zum Ziel. Das Tier lag im Schuß, der Einschuß lag jedoch 10 cm höher als gewollt! Was wohl wäre bei einem Schuß auf den Träger seitwärts oder auf den Kopf geschehen? Dort genügen weniger als 10 cm Abweichung für eine Katastrophe. Natürlich nicht für den Jäger, sondern für die arme Kreatur. Denken Sie mal darüber nach, wie schnell ein Reh, wie schnell ein Hirsch, eine Antilope oder sonst ein Wild, beim plötzlichen Sichern den Kopf, das Haupt hebt, sich bei der Schußabgabe plötzlich etwas verschiebt. Ich wünsche mir, jeder Schütze denke mehr an das Wild,  das er beschießt, aber nicht an die paar Meter mehr oder weniger Fluchtweg nach dem Schuß! Zielballistik ist so kompliziert, daß bei Diskussionen in der Regel von Fachleuten viel Wein dabei getrunken werden muß! Das wäre m. E. auch für Sie besser als auf Kopf und Träger zu schießen.

Mit freundlichen Grüßen, H. P. Sigg, Montag, 11. Oktober 2004 01:33

Ich empfehle daher noch einmal dringend

Schieße nur von vorn oder hinten auf Träger, nie breit!

Sehr geehrter Herr Möller,

bereits häufig habe ich auf Ihre Seite zugegriffen und viel Interessantes über Waffen und Munition erfahren. Ich bin Jungjäger und habe von meinem Schwiegervater verschiedene Waffen geerbt, die ich zur Jagdausübung in verschiedenen Revieren, in denen ich Jagdmöglichkeiten habe benutzen kann. Es handelt sich um zwei Repetierer von Mannlicher ( 7x64, ZF 6x42 Zeiss und 8x56 Zeiss und .243" Win., ZF 2,5-10x52 Zeiss) und eine Bockbüchsflinte 20/76 und .22" Mag. Jetzt hätte ich gerne von Ihnen einen Rat bzgl. der geeigneten Geschosse für die verschiedenen Waffen und Jagdarten, bzw. Wild. Den Repetierer 7x64 würde ich gerne bei der Drückjagd auf Sauen einsetzen, den Repetierer .243" bei der Ansitzjagd auf Rehwild und die BBF bei der Ansitzjagd auf den Fuchs. Ich habe auf Ihren Seiten bereits gelesen, daß die genannten Kaliber nicht zu den von Ihnen favorisierten gehören, aber mir stehen nun einmal diese Waffen, die alle in einem tadellosen Zustand sind zur Verfügung.

Ich bedanke mich im voraus, mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil, Mario Hänseler, Montag, 13. Oktober 2003 11:14

Tag Herr Hänsler,

Meine 7x64 KJG Munition ist für hiesige Verhältnisse eine der besseren Patrone den gesamten heimischen Wildbestand waidgerecht bejagen. Die .243" Win KJG Munition ist für die Wildart sehr gut geeignet.

Eine besondere Fuchswaffe haben nicht viele Jäger. Nehmen Sie das Hohlspitzgeschoß und eher feine Schrote für Raubzeug, dann freut sich das Niederwild über ihren hegenden Jagdschutz.

Waidmannsheil Lutz Möller

@LutzM

Ich führe selber hauptsächlich 7x64.

Wenn ich deine Angaben zu Lutz Möller 7x57 KJG  Munition und zu Lutz Möller 7x64 KJG Muntion vergleiche, sehe ich, daß die 7x64 bei N150 (einzige Angaben mit identischem Pulver) 5 cm mehr Lauf gerade mal 48 m/s (25 m/s mit der 7x65R) schneller ist. Du lehntest Bitten nach schwereren Geschossen mit Hinweis auf die Geschwindigkeit ab, obwohl in der Länge noch was zu machen wäre. An anderer Stelle weist du zurecht immer wieder darauf hin, daß Länge penetriert. Wenn ich aber obigen Kalibervergleich sehe, komme ich auf die Idee, daß sehr wohl bei gleicher Geschwindigkeit ein schwereres Geschoß in der 7x64 mit N160 verladbar wäre, bzw. die Leistungsfähigigkeit der 64er Hülse mit dem leichten Geschoß nicht ausreichend genutzt wird. Wie würden denn Werte für ein 8,5 oder 9 g Geschoß aussehen?

Tiroler Bracke

Hallo Herr Möller,

als gerade frisch gebackener Jungjäger ist Ihre Site genau das richtige für mich! Jedenfalls hat sie mich von der Anfangs geplanten Büchse in .308" Win. oder .30-06 erfolgreich abgehalten :-). Als in ,,geregelter Armut lebender Bürosklave" entschied ich mich für eine gebrauchte 7x64 mit Zeiss Diatal 6x42 als erste Büchse. Bei uns herrschen Reh- Schwarzwild vor. Nach Ihren Ausführungen zu den verschiedenen Geschossen, leicht & schnell für leichtes Wild (Reh) und schwer & langsam für schwereres Wild (Sauen), dachte ich dabei an ein 8 g Kegelspitz für die Rehwildjagd und einen etwas ,,längeren Brummer“, wie das 10,5 g TIG oder das 11,2 g TMR für Sauen. Liege ich damit in etwa richtig?

Waidmannsheil! Carsten Corleis


Tag Herr Corleis,

willkommen in der Jägerschaft. Ich wünsche Ihnen allzeit Glück und Freude in der Natur. Ja! Ihre Wahl ist in Ordnung. Dabei ist das 11,2 g TMR für grobe Sauen etwas zu weich. Sofern Sie nur breit auf die Kammer schießen, macht das nichts. Ansonsten wären das längere 11,5g TIG oder das härtere Steggeschoß 10 g CDP besser geeignet.

Horrido, Lutz Möller

Hallo Herr Möller,

wieder einmal wende ich mich an Sie bei der Lösung eines ,,Problemfalles“, jedoch nicht um Ihnen vorher recht herzlich zu Ihrer Homepage (= bestes Onlinebuch für Jäger und Sportschützen im deutschsprachigen Raum) zu gratulieren.

Ich entschloß mich vor wenigen Tagen, meine modifizierte Sauer 90 Kaliber .30-06 Sprgf. (McMillan Schaft, Stahlteile ilafloniert, Bettung bei Sauer überarbeitet) für die 7x64 abändern zu lassen. Der Grund ist Gesetzgebung in Frankreich (ich bin Grenzgänger), die Militärpatronen, wie die .30-06 Sprg,. als ,,Kriegspatrone“ für die Jagd verbietet. Schweren Herzens muß ich dazu sagen, da mich eigentlich die Präzision und Zielwirkung (mit geeigneten Geschossen) voll überzeugt hat. Hauptwildarten sind Fuchs, Reh und Sauen (bis 100 kg, i. d. R. 50 kg). Beste Erfahrungen machte ich mit dem Speer, Nitrex Grand Slam sowie dem LAPUA Mega. Bedingung bei Rehwild: nicht unter 100 m; Sauen (max. 60 m: Lagen meist im Feuer, max. Flucht: 70 m); Wildbretentwertung bei beiden Geschossen eher gering, Ausschuß bei 95% vorhanden, bevorzugter Treffpunkt: Tiefblatt. Im Feldrevier konnten auch mal Entfernungen bis 250 m (auf Fuchs) vorkommen.

Nun zur 7x64: Es wird ein beschichteter Standardlauf von Sauer, 60 cm lang ohne offene Visierung sein. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung mit Sauer gehe ich von einer sehr guten Laufqualität aus. Kernfrage: Welches Geschoß ist ,,ideal“ für die genannten Wildarten, bei größtmöglicher Präzision bis 250 m, möglichst geringe Wildbretentwertung und gute Zielwirkung? Unmöglich? Zunächst wird von Erfahrungswerten meiner Jagdkollegen ausgehend (allerdings eher Waldjäger auf kurze Distanzen) mit dem 10,5 g TIG eingeschossen. Wäre das CDP eine Alternative? Oder was wäre sonst noch empfehlenswert. Vielen Dank für Ihr Bemühen im voraus.

Mit freundlichen Grüssen und Weidmannsheil, Andreas Mergenthaler
p.s. Ich könnte Ihnen, wenn gewünscht, meine Auswertungen von 100 Abschüssen in 6 Jahren zukommen lassen. Vielleicht kann man was daraus ableiten.

Lieber Waidgenosse Andreas,

du möchtest etwas, daß es ideal  nicht gibt. Fuchs und 100 kg Sau sind einfach zu unterschiedlich groß. Also kommt kein Geschoß nur für ein Wildart in Frage, sondern die berühmte Eine-für-Alles. Dazu empfehle ich 6,5x65 KJG Munition, wegen großer V0 mit kurzen Geschossen für kleine Tiere (Fuchs, Reh Frischling) und hoher Flächenlast bei langen Geschossen für große Tiere (Schwein) um Tiefenwirkung zu erzielen. Ich verstehe dich so, daß du nur ein Geschoß für alles möchtest und Hauptwildarten sind Fuchs, Reh und Sauen (bis 100 kg, i. d. R. 50 kg). In dem Falle müßt du zu einer besonderen Geschoßkonstruktion greifen. Mit dem 10,5 g TIG bist du schon gut beraten. Es splittert schön, um die Lunge bei Kammertreffern zu zerstören, so daß die Getroffenen nicht zu weit flüchten. Außerdem erhältst du auf die o. a. Tiere meist Ausschuß, sofern du nicht bei großen Schweinen spitz auf den Oberarmknochen oder das Schultergelenk schießt. Sauen lassen sich sehr gut breit mit Trägerschuß an den Anschuß bannen.

,,Tiefblatt“ ist für meinen Geschmack nicht deutlich genug festgelegt. Wenn du damit bei der Sau hinter dem Vorderlauf, tief ins Herz meinst, dann ist deine Wahl gut. Wenn du das Herz sicher treffen kannst (Licht, Sicht, Entfernung), dann kannst du auch den Träger treffen. Der Vorteil wäre Flucht = Null!

Insgesamt ist die 7x64 KJG Munition der .30-06 Sprg. Militärpatrone überlegen, weil sie Geschosse, ggf. mit höherer Flächenlast immer schneller ins Ziel bringt, eine somit gestrecktere Flugbahnen, bringt, sprich rasanter fliegt. Sofern die Sauen größer werden wechsle zum 11,5 g TIG. Sofern sie noch weiter wachsen, sind die härteren RUAG CDP oder Hirtenberger ABC angesagt. Die splittern und weniger, die Tiere schweißen weniger, dafür dringen die harten Geschosse tiefer in große Tier ein.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Waidmannsheil Herr Möller,

zunächst möchte zu Ihrer Seite sagen: Hut ab! Was ich hier bisher an Informationen herausgelesen habe, da kann kein mir bekanntes Fachbuch mithalten! Vor kurzem stand ich vor der Entscheidung einen Repetierer zu kaufen, der für alles heimische Schalenwild - Hauptaugenmerk liegt auf Rehwild, Sauen und Muffel - tauglich ist. Nachdem ich mich in meinem Bekanntenkreis umgehört habe, bin ich bei der 7x64 hängengeblieben. Erst später habe ich Ihre Seite gefunden und habe aus dem, was Sie dazu schreiben, interpretiert, daß Sie dieses Kaliber nicht gerade verteufeln - Motto: alt aber gut. Mich hat die große Geschoßpalette mit ihren doch ganz passablen ballistischen Daten und der günstige Preis einer Gebrauchtwaffe maßgeblich beeinflußt, so daß ich jetzt stolzer Besitzer einer Dynamit-Nobel bin - Motto: alt aber bezahlt (;-)). Ich will mehr über dieses Kaliber und vor allem seine dazu passenden Geschosse erfahren - insbesondere in Hinblick auf das jeweilige zielballistische Verhalten. Daher wende ich mich an Sie mit der Bitte, mir eine Literaturempfehlung zu geben. Abgesehen davon überlege ich, mit ProAmm-Geschossen zu jagen. Bevor ich das erste Mal damit anlege, würde ich gerne Ihre Meinung wissen. Schon im voraus vielen Dank.

Freundliche Jägergrüße von R. Wethmar, Freitag, 28. Februar 2003 13:49

Lieber Herr Wethmar,

Sie haben wohl ein gute Wahl getroffen. Die 9,7 und 11 g ProAmm Geschosse von Pretoria Metal Pressing (PM) sind herkömmliche Teilmantelgeschoße mit Doppelkern. Das leichtere Geschoß paßt eher zu Rehwild, das schwere zu Sau und Muffel. Wagen Sie's. Ich würde mich allerdings von Blattschüssen fernhalten, wenn Sie ihr Wildpret erhalten und meist Ausschuß wollen.

Waidmannsheil, Lutz Möller

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Viel Reh, etwas Gams und geringe Hirsche

Sehr geehrter Herr Möller,

habe Ihre Seite per Zufall entdeckt als ich auf der Suche nach einem Universalkaliber im Internet war. Gratulation, sehr informative und fachlich sehr fundierte Kommentare. Auch ich habe wie viele Jäger einige Fragen, die nur ein absoluter Fachmann kompetent beantworten kann. Ich werde mir eine Blaser R93 kaufen. Jedoch welches Kaliber? Ich suche ein Kaliber, welches zu einem nicht unbedeutenden Teil auf Reh verwendet werden kann, jedoch im gleichen Revier auch auf Gams und Hirsch verwendet werden soll. Hirsch kommt als Wechselwild vor, Gams als Standwild jedoch nicht in der Anzahl wie das Reh. Der Kronenhirsch ist geschützt, daher maximale Gewichte ca.120 - 140 kg. Ich dachte an die 7x64. Diese Patrone wird jedoch nicht immer als taugliches Rehkaliber beschrieben. Falls dies zutrifft, welches geeignetere Kaliber sollte ich mir für diese drei Wildarten anschaffen. Preis der Munition spielt keine Rolle. Welcher Munitionshersteller und welches Geschoß soll verwendet werden? Noch eine Frage zum Blaser R93, zu dem von Ihnen vorgeschlagenen Kaliber sollte welche Lauflänge verwendet werden? Ich denke dabei an den Lauflängenunterschied zwischen der Attache und der Luxusausführung. Eignen sich beide Ausführungen gleich gut für das vorgeschlagene Kaliber?

Für Ihre Antwort danke ich Ihnen im Voraus recht herzlich.

Mit einem kräftigen Waidmannsheil, Diego Della Cà, Freitag, 18. Oktober 2002 12:05

Sehr geehrter Herr Della Cà,

R93 werden aus meiner Sicht gekauft, weil sie kurz sind. Der Vorteil in der Kanzel nicht anzuecken, ist aber auch ein Nachteil, da bei den üblichen Mittelpatrone, zu denen die 7x64 Patrone gehört, die kurzen Läufe nur 57,7 cm lang sind. Die Hülsenlänge, hier 64 mm, muß noch davon abgezogen werden, um den eigentlichen Beschleunigungsweg des Geschosses zu erhalten. Für volle Leistung sind die Blaser R93 Läufe also zu kurz. Wenn Blaser ihnen auch längere Läufe als 57,7 cm anbietet, würde ich solche, bevorzugt 65 cm, wählen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit Ihre neuen Waffe und allzeit Waidmannsheil

Lutz Möller

Sehr geehrter Herr Möller

Ich bin platt. So eine schnelle Antwort gibt es doch gar nicht. Recht herzlichen Dank und ein kräftiges Weidmannsheil

Diego Della Cà

Zu erwartende Schußgenauigkeiten

Genauigkeit kann man nicht kaufen. Man muß sie sich erarbeiten.

Obige Rehwildgeschosse 8,42g Sierra SSP oder RWS 9 g SG werden schnell geschossen gute Wundwirkung bei kurzen Fluchten erreichen, aber auch unerträglich Wildpret entwerten. Weit schießen kann man der schlechten Ballistik und ggf. Genauigkeit wegen auf kleine Rehe damit jedoch nicht. auf jeden Fall müssen Genauigkeit und Flugbahn auf dem Schießstand gut geprüft werden, bevor sie damit weit hinauslangen wollen. Ich erst mal nicht weiter als 150 m auf Rehwild schießen.

Ich hoffe ihnen verständlich geraten zu haben. Wenn sie noch etwas wissen wollen: Fragen Sie gern.

Waidmann Heil Lutz Möller

P.S. Wenn Sie Rehe mit langsamen harten Kugeln schießen, laufen die ggf. weit weg (100 m). Mit sehr schnellen (1.000 m/s) leichten Kugeln getroffen, liegen die schon nach 30 m (Es sei denn Sie schießen auf den Träger, dann liegen die gleich. Bei Trägertreffern macht auch die Kugel keinen Unterschied - aber das Ziel ist klein!

 

TOG

Hallo Lutz

Mit Interesse lese ich das Frage-Antwort Spiel im Internet. Nun war ich an der Ausstellung in Bern und wurde von einem Händler auf das TOG von Brenneke aufmerksam gemacht. Wie dem so ist, lobte er dieses Geschoß als ,,eierlegende Wollmilchsau“, und die die ballistischen Daten im .30-06 beeindrucken wirklich.

Ich jage in der Schweiz in einem Hochwildrevier und führe einen Steyr-Mannlicher in 7x64. Seit Beginn benütze ich 10,7 g RWS KS  und machte sehr gute Erfahrungen damit. Die Präzision ist hervorragend und das meiste Wild liegt (bei Hinterblattschüssen) nach einer kürzeren Fluchtstrecke.

Eine Saison habe ich einen Versuch mit der DK von RWS unternommen, ließ diese aber wieder fallen, da die Tötungswirkung bei Hinterblattschüssen nicht genügt Gams und Hirsch).

Nun meine Frage:

Bringt mir das TOG-Geschoß (leider nur in 7x64 nur in 9,7 g lieferbar) eine Verbesserung gegenüber meiner KS?

Was hältst du von diesem ,,Wundergeschoß" TOG?

Bei der .30-06 soll das TOG ja bei 300 Meter noch über 2.400 Joule Energie abgeben. Dies tönt doch sehr verlockend.

Besten Dank für deine Antwort.
Freundliche Grüsse, Werner Bollhalder, Montag, den 1. März 2004

Moin Werner,

Das Brenneke TOG ist ein starkmanteliges, aber das RWS KS ist ein dünmanteliges Teilmantelgeschoß. Deshalb wirkt das KS eher oberflächlich und breit, während das TOG eher tief wirkt. Bei deinem bevorzugten Wild und Haltepunkt, nämlich Gams und Hirsch mit Lungenschuß kann das KS als ,,Bleierne Sippe“ die Lunge mit Bleistaub durchschauern. Viel weiter kommt das weich Bleiding aber nicht. Ausschuß wird sich auf wirklich breite Kammerschüsse beschränken. Bei Knochentreffern oder weichen Schüssen dringen die oberflächennah zerplatzenden KS nicht mehr ins Herz, lange schwierige Nachsuchen ohne Schweiß  können die unangenehme Folge werden.

Das TOG ist deutlich fester, wird also eher Durchschüsse bieten, aber auf die weiche Lunge wiederum nicht so gut wirken. Sie haben also die Wahl. Bleigeschosse sind alle ähnlich, Wunder sind daher nicht zu erwarten.

Das DK ist härter als das KS. Das TOG ist härter als das DK. Wenn du also mit dem KS bei Kammerschüssen auf ein damit sehr weiches Ziel eher zufrieden als mit dem DK bist, weissage ich dir, wirst du mit dem härteren TOG weniger als mit den weicheren Beiden zufrieden sein, denn die Eigenschaften dieser drei Geschosse im Vergleich sind

KS DK TOG
weicher mittel härter

Sofern du härtere Ziel wähltest, würde sich die Zufriedenheit umkehren. Nicht das eine Geschoß ist besser als das andere, sondern sie scheinen eben auf verschieden weiche oder harte Ziel unterschiedlich gut. Des Jägers Aufgabe ist also mit dem vorhanden Geschoß den angemessen Haltepunkt zu wählen und zu treffen.

Meine KJG Gschosse verlieren kaum Masse, können daher leichter und somit schneller gebaut werden. Sofern es im Ziel zusammenhält, wirkt das schnellere Geschoß immer besser. Meine KJG Geschosse halten, pilzen nicht, dringen daher mindestens 4-mal tiefer als herkömmliche doppelt aufpilzende Bleigeschosse ein. Damit sind sie eine andere Klasse als alle Bleigeschosse. Durch Schnelle wirken sie auch in weichen Zielen, siehe KJG aus der 9,3x64 auf Kitz durch die Lunge. Andererseits dringt schon mein 7 g 6,5 mm KJG Geschoß oder mein 8,8g 7,62 mm KJG Geschoß einen Meter durch einen Hirsch. Damit ließ sich also noch was gut machen. Aber solange Gams und Hirsch mit Kammerschuß mit dem KS binnen kurzer Flucht liegen ist dazu eigentlich kein Anlaß, es sei denn, es sollen auch mal schwierige winkelige Schüsse angetragen werden, oder vorher kurz vor der zukünftigen Beute ein Zweig oder Stange kein Hindernis, an dem sonst das KS bereist zerspritzt, darstellen. Dann nämlich kann mein KJG Geschcoß zeigen, was in ihm steckt!

Waidmannsheil,Lutz Möller, Montag, den 1. März 2004

 

Barnes X

Guten Tag Herr Möller,

mich würde interessieren, ob es mit 11,3 g Barnes X Geschossen Erfahrungen in der 7x65R gibt und, wenn ja ob, dieses Geschoß auf Sauen zu empfehlen ist (oberes Ende in 7 mm Durchmesser)? Welche Pulversorten sollten dann verwendet werden?

Waidmannsheil
René Schleicher, Samstag, den 6. März 2004

Herr Schleicher,

ich schrieb in „Auf Sauen“ (selbst erlebt):

,,Auf einer Drückjagd schoß ein Jäger mit einer 8,5x63R Reb (wohl so bei 750 - 800 m/s) mit Barnes-Vollgeschoß einen Frischling breit auf die Kammer. Der gut getroffene Frischling flüchtete noch etwa 300 m. Er wurde erst bei dem nächsten Treiben am selben Vormittag gefunden. Der Treffer saß mitten auf der Kammer. Das Herz wurde nicht verletzt. Der Ausschuß war 5-Markstück-groß. Derartige Wirkung empfinde ich als trostlos.“

Weiters zu anderen Kupfergeschossen steht dort bei Barnes. Beachten Sie bei Kupfergeschossen ohne Führbänder mit voller Schaftauflage auf jeden Fall den hohen erforderlichen 450 bar Einpreßdruck, statt 250 bar wie bei Bleigeschossen oder 150 bar beim ,,reibungsarmen Führbandvollgeschoß“ Lutz Möller KJG Geschoß.

Nun, 3,3 g R905 treiben ein 11,4 g Barnes X Geschoß aus 60 cm Lauf bei 3.503 bar nur mit 790 m/s heraus. Bei der langsamen Geschwindigkeit werden Sie bei Lungenschüssen genau den obigen Fall erleben. Ob 8,6 oder 7,2 mm Kaliber machen da nicht viel aus! Wollen Sie das?

Nehmen Sie hingegen das 7 mm KJG, dann kommen Sie bei 1022 m/s V0 im Ziel auf 50 m immer noch mit über 950 m/s an. Da die Geschwindigkeit zum Quadrat den Staudruck damit die Zielwirkung bestimm, ergibt die 1,3-fache KJG-Geschwindigkeit 1,7-fache Kräfte. Die Tiefenwirkung langt für Sauen, auch große, dicke hin. Im übrigen wird immer wieder berichtet, Barnes X Geschosse streuen in allen Kalibern weit.

Waidmannsheil,Lutz Möller, Samstag, den 6. März 2004

7x64 Hart oder weich?

Ich kann mich erst heute wieder melden, stand die letzte Zeit etwas im (Haupt)-Prüfungsstreß: Richtig, Hirsch hat Recht, ich schieße Impala, Naturalis, Northfolk und weiß Gott was, aber ich habe nach Studium von LMs-Homepage gewisse Probleme mit diesem Herrn, auch wenn ich seine Geschosse sehr interessant, aber auch nicht besonders einzigartig finde. So sehr unterscheiden sie sich ja nicht von den anderen Vollgeschossen (er sieht das wahrscheinlich anders).


Brenneke TIG versagt auf Alttier

Bemerkung am Rande: Gestern Nachsuche auf Rotalttier, Einschuß 5 cm hinter linkem Blatt, Körpermitte, Ausschuß 10 cm hinter rechtem Blatt, Kaliber 7x64, 11,5g TIG, Ausschußgröße 5 cm, Fluchtstrecke 650 m!

Klosterförster, 10. Oktober 2004 18:05

Selten, sehr selten bei solch einem Schuß.

Safarischorsch , 10. Oktober 2004 18:19


RWS ID Classic versagt auf Hirsch

Am 26. Oktober 2006 erzählte mir Fridhelm Wünnecke eine Katastrophengeschichte vom 11,5g Brenneke TIG, heute RWS ID Cassic aus der 7x64 Patrone: Er habe letztes Jahr einen Einser Hirsch frei gehabt, bejagt, beschossen, auf's Blatt getroffen und dann das Nachsehen gehabt. Der Hirsch sei zwar zunächst Boden gegangen, aber als er sich ihm dann genähert hätte wieder aufgestanden und geflüchtet. Am Anschuß waren die Eingriff, besonders der Vorderläufe vom Wiederaufstehen zu finden gewesen, sonst nicht! Keine weiter Pirschzeichen! Die Nachsuche mit dem eigenen Hund führte zu keinem Erfolg. Der dann hinzugezogene Schweißhund fährtete  den Hirsch besser und konnte ihn dann nach einem Kilometer Fluchtstrecke im Wundbett stellen. Der Nachsuche- und Schweißhundeführer mußte dem wieder aufstehenden Hirsch dann noch von spitz hinten einen Fangschuß schräg durch die Kammer antragen, um das kranke Tier endlich zur Streck zu bringen.

Das aus 11,5 g ID Classic, vormals Brenneke TIG, hatte dem großen Tier (lebendig immerhin über 4 Zentner) zwar im kräftigen Vorderlauf heftig Wildpret zerschossen, wie das bei Bleigeschossen am Anfang so üblich ist, aber der nur noch höchstens 550 m/s langsame aufgepilzte Rest hatte bei Lungenflügel mangels Geschwindigkeit nur geschoßgroß durchbohrt. Der wenig wirksame ID Classic Rest steckte im gegenüberliegenden Blatt.

Würdigung

Alle Bleigeschosse zerstieben vorn bis herunter zu etwa 550 m/s Zielgeschwindigkeit in Fleisch, siehe Bleierne Sippe. Das ist eine Eigenschaft von Blei, an der nichts zu ändern ist. Dabei weiten sich die Geschosse auf, sie kragen aus, sie pilzen auf, üblicherweise auf das doppelte Kaliber. Diese große Fläche bremst stark, deutlich stärker als bei meinem KJG Geschoß, da nicht aufpilzt. Doppeltes Kaliber  → ¼  Tiefenwirkung

In diesem Falle zerstörte das weiche ID Classic, ehemals TIG, zwar das Blatt, aber davon stirbt so schnell kein Hirsch. Die im Blatt beim Geschoßeinschlag erzeugten Bleistäube dringen nicht tief ein. Sie zerstören nur oberflächennah. Deshalb war die Lunge auch nur wenig verletzt. Damit ein Tier aber fällt, muß der Blutdruck fallen, daß Augen und Hirn nicht mehr hinreichend durchblutete werden und deshalb das Tier zunächst blind und dann besinnungslos wird, damit es nicht mehr gezielt handeln, oder flüchten kann. Diese Erfolg tritt mit einem 550 m/s langsam Restgeschoß in der Lunge aber nicht ein! Das Blatt zu zerstören bringt auf die Schnelle nichts, weil darin nichts unmittelbar Lebenswichtigen liegt. Das zu zerstören ist sinnlos. Die Lunge nur mit einem kleinen Wundtunnel zu öffnen tötet zwar auf lange Sicht das Tier, aber eben nur langsam. Siechend deshalb, weil ohne große Gefäße zu öffnen, das Blut nur durch kleine Gefäße in den Brustraum entweicht und der Hirsch also nur sehr langsam verblutet. Das hat er nicht verdient!  Das entspricht nicht deutscher Waidgerechtigkeit. Ich kann von daher nur warnen.

Ausweg

Die Zielwahl und der letztliche Treffer entscheiden über die Wundwirkung mehr als der Wirkungsquerschnitt oder sonst irgend ein Geschoßeigenschaft. Derselbe Treffer 10 cm weiter hinten, nur in die Lunge, hätte den Geschoßmangel nicht so deutlich zu Tage treten lassen, weil die Decke auch einen kräftigen Hirsches nicht dicker als 2 cm ist. Nach 2 cm Decke wäre noch genügend Bleistaub übrig geblieben die weiche Lunge, zumindest einseitig, ernsthaft zu schädigen, daß der Hirsch schneller zu Fall gekommen wäre.

Wirklich sinnvoll ist das Geschoß zu wechseln, wie Herr Wünnecke auch plant, nämlich zu einem Geschoß daß nicht nach 5 cm in der Blattschaufel eines Hirsches am Ende ist. Er wählte das Lutz Möller KJG Geschoß, hier als fertige Munition vonder Lutz Möller GmbH, was sonst!

Lutz Möller

Safarisch.,

ich bin Deiner Meinung, aber was haben Nachsuchen, Ehen und Kriege gemeinsam? Das nicht vorhersehbare Ende!

Klosterförster, 10. Oktober 2004 18:21
 

Hallo Lutz,

Wenn Du doch lieber eine leichteres und relativ schnelles Geschoß willst:  Mit dem Barnes-X habe ich aus meinem Drilling im Kal. 7x65R auf Sauen sehr gute Erfahrungen gemacht, auch bei nicht ganz so guten Treffern. Das 10,5g Barnes-X habe ich mit 3,5 g R905 auf 800m/s V0 gebracht, und erst vorige Woche damit 2 Kitze auf 200 m erlegt: Eines etwas weit hinten (lag im Feuer) und eiews Tiefblatt (ging noch 20 m, nachdem es deutlich zeichnete). Beide Treffer saßen genau da, wo ich hingehalten hatte.

Gruß Klaus

Hallo Lutz!

Ich hätte folgende Frage: Was hältst du von einen Barnes-X Geschoß-Präzision, Tiefenwirkung etc. Habe mir von einen Bekannten eine Packung mit 10,36g schweren Geschossen für Schwarzwild laden lassen  habe schon ein Schmalreh damit erlegt. 2 cm hinten dem Blatt. Das Reh lag auf 90 Meter in Feuer. Meine 7x64 Waffe hat nur einen 48 cm kurzen Lauf. Deshalb ließ ich mir ein schnellabbrennendes Pulver laden. Hast du irgendwelche Erfahrung mit diesem Geschoß?

Waidmannsheil nach Deutschland! Gerd Pelzmann, Dienstag, 22. Oktober 2002 18:26
 

Hallo Gerd,

die Barnes X Geschosse sind gepreßte, nicht gedrehte, Kupfergeschosse mit Hohlspitze und innerem Anriß, um in vier Fahnen aufzureißen. Gelegentlich reißen die Fahnen ab, z.B. bei Knochentreffern.

Auf einer Drückjagd schoß ein Jäger mit einer 8,6x63R REb (wohl so bei 750 - 800 m/s) mit Barnesgeschoß einen Frischling breit auf die Kammer. Der gut getroffene Frischling flüchtete noch etwa 300 m. Er wurde erst bei dem nächsten Treiben am selben Vormittag gefunden. Der Treffer saß mitten auf der Kammer. Das Herz wurde nicht verletzt. Der Ausschuß war 5-Markstück-groß. Derartige Wirkung empfinde ich als trostlos.

Durch die 6-fach höhere Festigkeit, steigt der Anfangsdruck im Vergleich zu bleigefüllten Teilmantelgeschoßen meist stark an, zumindest bei kurzen übergängen. Die Geschosse könne also nicht hoch geladen werden. Der 34 mm lange übergangskegel der 7x64, sonst eher ein Nachteil, mildert dadurch allerdings den anfänglichen Druckanstieg. Die 7x64 ist also für Kupfergeschosse gut geeignet. Wegen des zu kurzen Laufes bist du mit schnellem Pulver gut beraten. Wenn dein Waffe das aushält würde ich auch hohen Druck wählen. Insgesamt wirst du mit  3,3 g R907 bei 84 mm Länge aus 48 cm Lauf bei 4.359 bar 825 m/s V0 erreichen könne. Taste dich an die Ladung von unten heran. Falls das Pulver schneller als in den Daten sein sollte, erlebst du sonst ein überdrucküberraschung. Also lasse wie immer gesunden Menschenverstand walten und taste dich langsam an die Ladung heran.

Ansonsten sind Kupfergeschosse gut für größere Tiere bzw. härter Ziele geeignet. Die Flächenlast ist mit 25,37 g/cm² recht gut. Also scheue mit dem 10,4 g Geschoß kein spitzen Schüsse oder Oberarmschüsse. Norbert Hansen schoß mit einem großen 30 g/cm²-Flächenlast-Messinggeschoß dieses Jahr mit 720 m/s v0 8 Elefanten mit meist frontalem Kopfschuß, dem auf der Jagd tiefsten und härtestem Ziel, daß du dir vorstellen kannst. Das Barnes X wird bei solchen Zielen zwar seine Fahnen und damit etwas Masse verlieren, aber ist gerade als recht langes Geschoß aus der 7x64 Patrone ein echter Tiefbohrer. Mit dem gewöhnlichen Kammerschuß auf eine breitstehende Sau wirst du bei einem reine Lungentreffer in dem weichen Ziele mangels Splitterwirkung längere Flucht erleben. Deswegen rate ich nicht von langsamen Kupfergeschossen ab, sondern will dir nur raten immer den härtesten Zielwiderstand zu suchen. Während Jäger mit weichen Teilmantelgeschossen mangels Tiefenwirkung den frontalen Kopfschuß auf Sau meiden, solltest du ihn suchen, besonders wenn die Sau bricht und ihr Haupt gesenkt hält. Dazu mußt du dir die Hirn- und Wirbelsäulenlage vorstellen, um zwischen Stammhirn und Schulterblättern zu treffen.

Sofern die Sau dich bemerkt hat und sichert, bietet sich dir einer der wenigen günstigen Augenblicke, in denen Die Sau stillhält. Carpe diem! Wenn sie nicht von selbst mal sichert, sprich sie halt mal leise an. So ein ein kleiner Mäusepfiff wirkt oft schon. Oder blase! Daß wirkt immer. Wenn sich die Sau dir also so wie in dem Bild aus dem lesenwerten Buch „Schwarzwild, Biologie, Verhalten, Hege und Jagd“ von Rolf Henning, BLV-Verlag, darbietet, würdest du mit einem weichen Geschoß auf den Stich für einen Herztreffer schießen. Mit dem harten Kupfergeschoß kannst allerdings auch zwischen die Lichter, oder knapp drunter halten. Zwischen Wurfscheibe und Lichtern ist im Schädelinneren in große Nasenhöhle, die sich gut durchdringen läßt. Dahinter ist das Hirn. eine so getroffene Sau fällt uns kommt nicht mehr hoch. Liegt der Treffer leicht seitlich daneben, würde ein weiches Geschoß mangels Tiefenwirkung das Tier womöglich nur krank schießen. Ein hartes Geschoß hingegen würde selbst von Zähnen und Kiefer nicht aufgehalten werden und das Tier zumindest krellen. Bei allen ZNS-Schüssen liegt das Haupt nach dem Treffer und das Tier schlegelt. Lade nach und finde dein Ziel wieder. Bleibe die Minute, bis Ruhe einkehrt im Ziel. Sonst bist du bei einem Krellschuß der Dumme!

Waidmannsheil

Hallo Lutz!

wie ich dir schon im Oktober schrieb, ließ ich mir aufgrund meines kurzen Stutzenlaufes einige Barnes X mit R907  laden! Ich schieße eine 7x64 (Mauser 98) mit 48 cm Lauf. Vor einem 11,3g Barnes X ergaben 3,24 g R 907 etwa 825 m/sek v0.

Ich meinte immer der Meinung mit meiner Geco 10,7 Gramm Tm Rk läge ich gut im Rennen. Das hat sich auch bestätigt! Da Wildschweine selten bei Tageslicht austreten, ist das Barnes-X-Geschoß eigentlich meiner Meinung nach nicht geeignet, denn in der Dunkelheit einen 100% Knochentreffer, der das Geschoß aufpilzen läßt,  zu landen,  ist relativ schwer und ohne harten Widerstand verhält sich meiner Meinung nach das Barnes bei Kammerschüssen ähnlich eines Vollmantelgeschosses. Ich beschoß auf 100 Meter eine 8 cm starke Hartholzstaffel. Hinter diese stellte ich einen 30 cm dicken, mit nassen Sand gefüllten Sack. Meiner Meinung nach wäre das der Zielwiderstand eines 60 kg schweren Schweines bei einen Kammerschuß)

4 Schüsse mit Barnes und der Sandsack war durchlöchert, aber das Geschoß deformierte sich nicht.

Hingegen deformierte sich das Hornady Interlock ( die von mir gesendeten Bilder) sich in den ersichtlichen 8 Fahnen.

Ich glaube das Interlock taugt zur Schwarzwildbejagung mehr (Blei splittert, aber trotzdem zerlegt es sich nicht vollständige. Das TMR von Geco streckte bis jetzt noch jede Sau, jedoch erhielt ich relativ selten ein Ausschuß, da die gesamte Energieabgabe im Wildkörper erfolgte. Da aber ein Ausschuß zum Nachsuchen nicht schlecht ist werde ich auf das Interlock von Hornady umsteigen! Was hältst du davon?

Waidmannsheil! Gerd Pelzmann Sonntag, 12. Januar 2003 19:26

Gerd,

Eine Wildbeutkorb kannst du nicht mir Hartholz und feuchtem Sand nachbilden. Deine Ergebnisse in dieser Richtung zu deuten leitet dich in die Irre.

Aus meiner 8,5x64 schieße ich u. a. das 8,5 mm 14,5g Hornady Interlock mit 875 m/s v0 mit sehr gutem Erfolg auf Sauen und auf Rotwild, bzw. Weißwedelhirsche. Die Geschosse wirken heftig, die Fluchstrecken sind klein, oder die Stücke kippen einfach um, so letztens eine 65 kg Sau. Letzteren Treffer verdächtige ich aber, zumindest mit einem wesentlichen Splitter das ZNS getroffen zu haben. Also versuch mal Kopf- oder Trägerschuß auf Sau. Fuchs von vorn auf den Stich, oder Fuchs spitz auf Blatt platzt. Rehwild auf die Kammer mit Vorderlauftreffern auf 200 m fällt (kann ja nicht mehr flüchten). Rehwild spitz durch Pansen und Keule platzt, zerstört Keule fast völlig (mein Zielfehler). Das Interlock ist immer noch ein weiches Geschoß, ähnlich Geco TMR, nur windschlüpfriger, aber für 60 kg Sauen solltest du mit gutem Mut breit treffen. Nur, wenn du Ausschußlöcher haben willst, meide den Oberarmknochen.

Gruß Lutz


Hallo Lutz,

ich wollte dir mal zwei Begebenheiten mit einer 7x64 aus kurzem Lauf berichten und dich um deine Meinung hierzu fragen. Ich habe mit einer R93, 52 cm Lauf, 10,7 gr. TMR Geco nachfolgend unter 1. und 2. verschossen.

  1. Fuchs auf 40 Meter schräg von hinten, Fuchs lag im Knall. Bei näherer Untersuchung habe ich keinen Ausschuß gefunden, sondern im Brustbereich nur so was ähnliches wie einen inneren Bluterguß. Denn konnte ich auf der Haut sehen, da im Brustbereich ungefähr handtellergroß die Fellhaare fehlten. Der Fuchs hatte keine Räude, das fehlende Fell muß mit dem Schuß zu tun haben. Hast du so etwas ähnliches schon mal gehört und wie kann man das erklären?
     

  2. Marderhund auf 25 Meter spitz von vorne, Schuß dringt genau neben dem Gehör ein und zerstört wohl einen Teil des Schulterblattes, kaum Schweiß. Stück liegt im Knall. Bei näherer Untersuchung wieder kein Ausschuß! Warum nicht ? Jetzt habe ich vor diese Waffe auch auf Sauen zu führen, die beiden Erlebnisse machen mich allerdings stutzig. Könnte es sein das das Geco-TMR-Geschoß überhaupt nicht zu der Waffe paßt. Weil wenn ich mir so überlege, daß ich mit der Patrone eine, wenn auch nur geringe, Sau beschießen soll, denke ich mir das ich dann garantiert auch keinen Ausschuß habe. Wäre dir sehr dankbar wenn du mir mal deine Sicht der o. g. Ereignisse mitteilen würdest.

Danke und viele Grüße, Stephan Unger, Montag, den 8. März 2004 13:42

Stephan,

GECO ist die Ruag Ammotec Billigmarke zum übungsschießen. Die Geschosse sind auf Preis, nicht auf Tiefenwirkung gezüchtet. Genau schießen die schon, aber eben besser nur auf Papier. Im Ziel zerstäubt wohl die Hälfte ,,Nutz“last Blei in Staub, oder mehr, siehe Bleierne Sippe. Für die Wirkung bleibt nicht viel übrig.  Gerade wenn die Weichen schnell sind, tritt platzen die verstärkt. Insofern sind die nichts für größer Tiere.

Das Fell geht bei schnellen Geschossen gelegentlich in Treffernähe verloren, ist bekannt, insofern nicht ungewöhnlich.

Als Lösung derlei mangelnder Geschoßleistung entwickele ich mein Lutz Möller KJG Geschoß und empfehle das zu Jagd zu benutzen. Bei deinem unüblich kurzen Lauf empfehle ich eine besonders angepaßte Stutzenladung  mit etwas weniger, aber dafür schnellerem Pulver zu benutzen, di nicht als Werksladung erhältlich ist, um nachts nicht von einem apfelsinefarbigem, melonegroßen Feuerball geblendet zu werden, wenn du nachts auf Sauen ansitzt. Der Jäger braucht Vertrauen in sein Gerät, damit er sich ganz dem Wild widmen kann, nicht Zweifel!

Waidmannsheil, Lutz Möller, Montag, den 8. März 2004 13:42


Doppelschwein

Sehr geehrter Herr Möller!

Ich benutze seit Jahren sehr zufrieden das 10,5 Gramm TIG in der 7x64. Die meisten Stücke Sauen und Rehe lagen im Feuer oder nach kurzer Flucht. Zwei Beobachtungen ließen aber ein wenig zweifeln.

Erster Fall. Schuß auf überläuferkeiler 50 kg liegt nach 10 m. Da das Geschoß im Körper die Richtung geändert hatte, erlegte das Restgeschoß einen 8 kg Frischling, der am Platz blieb. Fangschuß war notwendig. Das Geschoß zerschlug nur noch das Schulterblatt und blieb zwischen 2 Rippen stecken. Der Bleikern hatte sich vom Mantel getrennt und erwischte den Frischling. Es passierte jetzt schon des öfteren, das ich als Restgeschoß nur noch den Mantel fand. Ich hoffe Sie haben eine Antwort. Da ich Frischlinge (bis 40 kg) wenn möglich zusammenlaufen lassen will um gleich 2 zu strecken wäre ich an einem Geschoß interessiert, das ein hohes Restgewicht hat. überlegenswert ist Barnes -X und ABC. Welches würden sie empfehlen.

Ich Danke um die Antwort
Hochachtungsvoll
Andreas Berger / Wien

Lieber Herr Berger,

Das Hirtenberger ABC zeigt, ähnlich dem TIG, einen langen zylindrischen Führungsteil. Damit ist es für die 7x64 mit ihrem langen Kegel gut geeignet, besser als Ogivalgeschoße, wie Barnes-X. Auf Sauen schießen Sie eh nicht auf so weite Entfernungen, daß Ihnen die Aerosdynamik einen Strich durch die Rechnung machen würde. 3,6g R904 treiben ein 9,8 g Hirtenberger ABC-Geschoß bei 87 mm langer Patrone (3 mm länger als CIP, aber in vielen Magazinen möglich) bei knapp 4.200 bar mit 883 m/s aus dem 60 cm Lauf. Damit fliegt es schnell genug, um anzusprechen, sprich aufzupilzen, aber noch nicht zu schnell um in Stücke zu platzen. Das ist bei dem Werkstoff auch auf harte Hindernisse nicht zu erwarten. Kupfer und Messing sind 6 - 8 mal so fest wie Blei. Da das ABC aus dem Vollen hergestellt ist, werden Sie keine überraschungen mit verlorenen Kernen erleben, wenn sie zwei Frischlinge im Paket auf die Kammer schießen, sondern beide durchschießen.

Daß Sie nun kommen und besonders ein Geschoß für Schweinedoppel möchten, ist mir noch nicht vorgekommen, aber, warum nicht? In dem Sinne wünsche ich

Waidmannsheil, Lutz Möller

Sehr geehrter Herr Möller!

Die Vorliebe Schweine zu doppeln kommt von meinen ersten 2 Stück Schwarzwild. Keiler mit 61 kg und Bache mit 63 kg. Aus Versehen streckte ich beide Stücke mit 9,1 g Nosler Partion. Bache fiel am Fleck und Keiler lag nach 40 Schritten. Ich hätte da noch eine Frage zur TIG: Laut RWS sollte ja der härtere hintere Kern der TIG mit dem Mantel den Ausschuß liefern. Trennte sich der Kern wegen eines Produktionsfehlers vom Mantel, oder verhält es sich wie bei einem Hartkerngeschoß, daß beim Aufblitzen der Mantel so stark abgebremst wird, daß sich der Kern löst, das Stück durchschlägt und der Mantel nach dem Kern das Stück verläßt. Da der Mantel bis zur Hälfte aufpilzte und fast vollständig erhalten ist, kann ich mir das nur so erklären. Da ich mir nicht vorstellen kann, der Mantel habe alleine genug Masse, um die 2-te Hälfte zu durchschlagen, habe ich sonst keine andere Erklärung. Vielleicht können Sie ein wenig Licht in die Sache bringen.

Weidmannsheil, Andreas Berger

Lieber Herr Berger,

kurz gesagt, spritzt nach dem Treffer das Wildpret am Geschoßbug zur Seite, so daß der Mantel und das Heck nicht mehr benetzt sind. Sie fliegen ohne nennenswerte Kräfte im Wasserdampf. Da alle Masse von hinten schiebt, aber vorn am Bug vom Staudruck gebremst wird, ist völlig gleichgültig, ob der Mantel mit dem Kern verbunden ist, oder nicht. Das gilt solange das Geschoß im Ziel geradeaus fliegt. Bei gewissen schrägen Knochentreffern, taumeln die Geschosse. Dann kann sich der Mantel vom Kern lösen. Das sollte allerdings selten geschehen. Daher vermute ich in dem von Ihnen beschriebenen Fall keinen Fertigungsfehler, sondern eher einen unglücklichen verlaufenen Treffer.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Sehr geehrter Herr Möller,

Vielen Dank für Ihre ausführlichen Worte in Sachen Mündungsbremse. Ich werde mich bei Bedarf und nach Rücksprache mit meinem Vater, wie bereits gesagt, bei Ihnen melden.

Ein schwarzwilderfahrener Jagdkollege riet mir zu, meine 7x64 RWS TIG 10,5g Munition zugunsten RWS Doppelkern im Kaliber 7x64 zu verlassen. Was sagen Sie dazu? Welche Jagdpatronen für Schwarz- und Rehwild können Sie mir aus Ihrem Hause anbieten? Wichtig sollte der sichere Ausschuß sein, oder?

Danke, Markus Schindler, Sonntag, 30. Juli 2006 21:59

Tag Herr Schindler,

wenn Sie Schweine schießen wollen (damit sind grobe Sauen gemeint) kommen Sie vom RWS ID Classic (So heißt das veraltete Brenneke TIG seit Mitte 2006 jetz bei RWS) zum RWS DK gewissermaßen vom Regen in die Traufe. Beide Geschosse sind vorn sehr weich. Ihr Bug platzt aus der flotten 7x64 bereits oberflächennah, ohne daß der feine Bleistaub nennenswert tief eindringen könnte. Der Bug ist recht großzügig bemessen, so daß die Geschoßreste vermutlich bis auf die 550 m/s Grenzgeschwindigkeit runtergebremst werden, unterhalb derer Blei in Fleisch nicht mehr zerstäubt. dies damit rech langsamen Restgeschosse wirken nicht ehr besonders stark, weil der zum Quadrat der Geschwindigkeit fallende Staudruck bei den langsamen Restgeschossen fehlt. In der guten alten 7x64 Jagdpatrone erleben Jäger mit solch ungünstigen Geschossen also das Schlechteste zweier Welten.

Im Aufprall zerlegen sich die schnellen Geschoßbuge ohne nennenswert tief zu wirken

In der Tiefe wirkt das stark gebremste Restgeschoß mangels nennenswerter Restgeschwindigkeit auch nicht besonders gut.

Diese Zwickmühle vermeidet mein Lutz Möller KJG Geschoß mit seiner leicht ansprechenden Hohlspitze und den davon abgegebenen etwa 5 cm tief wirkenden groben Splittern, sowie dem festen schulterstabiliserten und vor allem schnellen Restbolzen, der außer bei längs angetragen Schüssen innerhalb der angegeben Tiefenwirkung immer ausschießt. Einen dreiviertel Meter Fleisch bietet hier wohl kaum ein Tier.

Wählen Sie für Ihre Zweck die empfohlene 7x64 KJGMunition.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Stutzen

Sehr geehrter Herr Möller,

zuerst möchte ich Ihnen zu Ihrer überaus beeindruckenden und lehrreichen Seitze Seite gratulieren. Ich bin ein Jungjäger aus Südtirol und habe mir zum Anfang eine Repetierbüchse der Marke KRICO 920 Deluxe mit einem 52 cm Lauf im Kaliber 7x64 zugelegt und schieße momentan mit Hirtenberger Sierra 9,1g Patronen. Da ich in meinem Hochgebirgsrevier vor allem auf Rot- und Gamswild jage, möchte ich sie fragen ob Sie mir einen Rat bezüglich einer besseren Patronen hinsichtlich Weitschußleistung und Schockwirkung geben könnten.

Weidmannsheil, Armin Mur, Mittwoch, 27. Oktober 2004 06:38

Herr Murr,

für den kurzen Lauf sollten Sie ein besondere Ladung, siehe unten, verschießen. Damit erreichen Sie das Mögliche. Ansonsten wäre ein 65 cm Lauf anzuraten.

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller

Hallo Lutz,

Danke für Deine informative Seiten.

Da ich Wiederladeanfänger bin und mich lieber auf Ratschläge von Experten verlasse, wollte ich Dich bitten, mir zu helfen ein geeignetes Pulver und Ladevorschläge für eine gekürzte 7x64 zu finden. Es sollte für 10 g DK, 10,3 g Mag Tip ( hab ich schon beide) von Speer und ein 11,5 g Geschoß evt. TIG oder 11,3 Mag Tip von Speer sein.   Lauflänge liegt bei ca. 48 - 50 cm. Grund: bedauerlicher Weise Laufaufbauchung gefrorener Wasser-Tropfen? Vorher hatte ich mir schon Streukreise von 13 und 16 mm auf 100 m erarbeitet.

Einsatz Nr. 1: Drückjagd und Kirrung Sauen, keine Apfelsinenladung

Einsatz Nr. 2: Ansitz Entfernungen bis ca. 220 m Keine ohrenbetäubende und rückstoßforcierende Mündungsdrücke wären ein Segen... Ist mir schon klar, das das ein Kompromiß werden wird. Ist R907 schnell genug? Dieses hätte ich nämlich. CCI 250 Magnumzündhütchen sollte es wohl auch sein.

Ich wäre sehr dankbar für Unterstützung, Dein „Kuddel Dutt”☺, Montag, 10. Januar 2005 16:42
 

Moin Kuddel,

mit 48 cm Lauf und 10,3 → 11,g wirst du, weil die Flugbahn so krumm wie ein Banane wird, nicht vernünftig bis 220 m jagen können. Nimm mein 7 mm KJG Geschoß mit N201 oder R901, dann bekommst du 227 m GEE und kannst dennoch ohne Feuerzauber an der Kirrung die Rüsselkäfer erfolgreich beharken. Diese schnellen Pulver brennen auch in kurzen Läufe gut! Falls Norma nicht zu haben ist, nimm R901, Daten siehe unten.

Gegen Krach und Blitz gibt es die feuerdämpfende, leise Rückstoßbremse „Feuerschlucker”, mit der Ihnen geholfen werden kann!

Gruß Lutz

 
Guten Tag Herr Möller,

ich habe schon oft und lange Berichte auf Ihrer Seite gelesen, sei es aus Interesse an Jagdgeschichten oder ,,Informationshunger“ an Geschoßwirkungen, Fangschußkalibern, Visierungen usw . . . An dieser Stelle möchte ich meine Bewunderung für die Zusammenstellung eines so reichhaltigen Informationsangebotes ausdrücken!

Nun habe ich eine Frage, und ich hoffe, Sie können mir mit Ihrem Fachwissen weiterhelfen: Ich habe seit 2,5 Jahren den Jagdschein, meine finanziellen Möglichkeiten sind beschränkt und ich jage auf Reh-, Schwarzwild. Zu diesem Zweck habe ich einen Voere-Repetierer in 7x64, wobei ich mit der Geschoßwirkung sehr zufrieden bin. Außerdem habe ich durch die Erfolge Vertrauen zu dem Gewehr gewonnen. Nur leider bin ich mit dem Gewehr an sich nicht ganz zufrieden. Es hat einen 60 cm langen Lauf, ein 8x56 Zeiss ist montiert und die Gesamtlänge beträgt 117 cm. Das ist mir zu lang!

Demnächst werde ich die 2 cm dicke Schaftkappe gegen eine dünnere tauschen und dafür das ZF nach vorne verschieben. Außerdem spiele ich mit dem Gedanken, den Lauf kürzen zu lassen (evtl. 5 cm). Nun meine Frage: Was halten Sie davon? Energiemäßig müßte doch noch genug im Ziel ankommen, stärkerer Rückstoß oder lauterer Knall machen mir nichts aus. Aber wird die Präzision darunter leiden?

MfG& Waidmannsheil, Nils Mayer, Freitag, 11. Juni 2004 13:55

Herr Mayer,

Sie schreiben ,,stärkerer stärkerer Rückstoß oder lauterer Knall machen mir auch nichts aus.“ Damit wissen Sie, was Sie erwartet. Die Genauigkeit wird nicht unter Ihre beabsichtigten Maßnahme den Lauf 5 cm zu kürzen leiden, sofern Sie mit der Ladungsleiter eine passende Ladung für Ihre Laufschwingungen finden werden. Gleichwohl halte ich nichts davon! Wenn Sie einen kurzen 7 mm Lauf wünschen, wäre die 7x57 KJG Munitionr dafür die besser geeignet. Wenn Sie in kurzes Gewehr wünschen, kaufen Sie sich eine Merkel KR1.

MfG Lutz Möller, 12. Juni 2004

Lauflänge bei 7x64

Hallo Hr. Möller,

darf ich Sie noch einmal mit meiner Frage zur Lauflänge bei 7x64 belästigen? Kessler baut zur Zeit eine 7x64 in Links für eine Waffen-Messe. Er sagt einen längeren Lauf kann er wg. der Propertionen der Waffe nicht empfehlen, der Leistungsverlust wäre auch minimal (3-5% gegenüber 60 cm). In 11 Jahren hätte kein Kunde für seine 7x64 einen längeren Lauf gewünscht und auch keiner mit 55er diesen reklamiert. Im Internet habe ich folgendes Zitat gefunden:

zur Eignung der 7x64 aus kurzen Läufen möchte ich aus dem Buch <Das 1x1 der Präzision> von Norbert Klups zitieren:

... Der einzige Weg genau festzustellen, welchen Einfluß die Lauflänge auf die Mündungsgeschwindigkeit hat, besteht darin, einen Lauf schrittweise zu kürzen und die jeweilige Geschoßgeschwindigkeit zu messen. Dabei darf natürlich auch nur ein Patronenlos benutzt werden. Um solche Ergebnisse zu bekommen, wurde ein praktischer Versuch durchgeführt. Als Testwaffe diente eine Repetierbüchse mit 98er-System und 65 cm langem Lauf der Firma Heym. Die Waffe hatte das Kaliber 7x64, dem oft nachgesagt wird, daß es sich für Stutzenläufe nicht besonders eignet. Der Lauf wurde zunächst auf die Standardlauflänge von 60 cm und anschließend auf Stutzenlänge (52cm) gekürzt. Nach jeder Kürzung wurde eine saubere Mündung angesenkt und die Geschoßablagerungen der vorherigen Schußreihen chemisch entfernt. Es wurde nicht nur die Geschoßgeschwindigkeit gemessen, sondern auch die Präzision mit den unterschiedlich langen Läufen ermittelt, denn gerade das interessierte ja besonders....Geschossen wurde aus einem Schießgestell, um die Schützenstreuung möglichst gering zu halten. Die Messungen zeigen deutlich, daß der Leistungsverlust eines 52 cm-Laufes gegenüber einem 65 cm-Lauf noch nicht einmal 5 Prozent beträgt. Zieht man zum Vergleich die heutige Standardlauflänge von 60 cm heran, fällt die Rechnung noch günstiger aus. Lediglich 29 m/s das sind gerade einmal 3,5 Prozent Geschwindigkeitsverlust wurden verzeichnet. Im praktischen Jagdbetrieb hinsichtlich der Geschoßwirkung auf Wild und auch bezüglich der Flugbahn und der damit verbundenen GEE fällt das überhaupt nicht ins Gewicht.

Interessant auch das Verhalten im Hinblick auf die Präzision: Veränderte sich die Präzision der Testwaffe nach der ersten Kürzung leicht negativ (von 3 cm auf 3,5 cm bei 5 Schuß auf 100m) , schoß sie mit dem 52 cm-Lauf deutlich bessere Streukreise (2,8 cm bei 5 Schuß auf 100m).

Die oftmals angeführte Zunahme des Rückstoßes bei kürzeren Läufen war bei der Testwaffe kaum spürbar. Bei mittleren Büchsenkalibern dürfte damit niemand Probleme bekommen.

Deutlicher sichtbar nahm allerdings das Mündungsfeuer zu. Für die Praxis ist dies jedoch ohne Bedeutung, denn wenn der Schütze Mündungsfeuer im Zielfernrohr wahrnimmt, wird in den meisten Fällen eine schnelle Schußfolge aufgrund der Lichtverhältnisse unmöglich sein.

Abschließend betrachtet zeigt die Prüfung, daß der Leistungsverlust bei kurzläufigen Waffen im Kaliber 7x64 relativ gering und für die Jagd ohne Bedeutung ist. Es ist schon erstaunlich, wie gering sich der Einfluß der Lauflänge auf die ballistische Leistung auswirkte. Wer kurzläufige Waffen schätzt, sollte sich nicht vom Erwerb abhalten lassen, weil er befürchtet, zuviel Patronenleistung einzubüßen....
(aus. Das 1x1 der Präzision, Norbert Klups, Seite 18 ff)

Auch ein Artikel in WuH ,ich glaube 2005, kam zu ähnlichen Ergebnissen. Hiernach wäre ein 55cm Lauf unproblematisch. Da ich gern Ihr KJG verwenden möchte: Wie wird sich das KJG aus 55 cm verhalten, welche Einbußen in Bezug auf Geschwindigkeit etc. sind zu erwarten, kann man beim Laden diese Probleme ev. wettmachen? Bitte seinen Sie nicht böse, daß ich Sie damit erneut belästige, aber ich bin hin und her gerissen. Waffen Kessler bittet mich um kurzfristige Entscheidung wg. Schäftung der Waffe. Schon jetzt herzlichen Dank für Ihre Antwort.

Christoph Werner, Donnerstag, 14. Dezember 2006 13:49

P.S.: 1. Lieferung  8x68s KJG Munition drei versch. Laborierungen eingetroffen. Hr. Liebich ist sehr zuvorkommend und freundlich. Weihnachten bekommt mein Vater die KJG geschenkt, dannach geht's gleich auf den Stand, ich bin schon sehr darauf gespannt.

Tag Herr Werner,

Klups schreibt ganz deutlich und wahrlich, wenn Sie bei einer Waffe den Lauf kürzen, nehmen Rückstoß und Mündungsfeuer zu, aber die Geschwindigkeit ab. Darin bin ich mit ihm einig. Seine Aussagen über Treffergenauigkeit lassen sich nicht verallgemeinern. Daß er die unschönen Änderungen als nebensächliche oder unwesentlich wertet, mißachtet den Sinn der 7x64 KJG Munition auf weite Entfernungen zu jagen und die Erfordernisse der Nachtjagd auf Sauen und Raubzeug. Gerade nachts muß man das Wild nach dem Schuß beobachten und dabei stören Rückstoß und Mündungsfeuer  ungemein, erstens weil das Auge aus dem Schärfebereich des Okulares wandert und zweitens weil die Flamme den Jäger blendet. Eine auf 55 cm abgesägte 7x64-Waffeist mit herkömmlicher Munition nachts völlig unrauchbar und tags sinnlos. Wenn der Lauf kurz sein soll, dann wählen Sie in 7 mm eben die Lutz Möller 7x57 KJG Munition.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

Wurst für Rat

Hallo Herr Möller,

ich war etwas erschrocken wie viel zu diesem Thema bereits auf Ihrer Seite zu finden war und trotzdem von mir überlesen wurde....sorry. Aber immerhin: Ihre gebetsmühlenartige Wiederholung zu dem Thema hat gewirkt. Ich werde mir eine Kesslerin in 7x64 mit 60 cm Lauf bauen lassen, auch wenn ich darauf etwas länger warten muß. Vielen Dank für Ihre Mühe und Überzeugungskraft. Wenn Sie mir Ihre Postanschrift zukommen lassen würde ich mich gerne mit unserer eigenen Hirschwurst bedanken, so Sie Geschmack daran finden.

Ansonsten wünsche ich Ihnen gesegnete Weihnachten und viel Waidmannsheil im neuen Jahr,

Christoph Werner

 

Georg Klie, Mon, 24 Nov 97 23:35 +0100

Ich jage seit neun Jahren mit einem Stutzen (Mannlicher Schoenauer Modell GK) im Kaliber 7x64 mit dem 11,5 Gramm TIG von RWS. Nun habe ich innerhalb der letzten zwei Jahre zweimal erlebt, daß sich das Geschoß NICHT zerlegt hat, sondern das Wild (beides Sauen, 40-50 kg) wie ein Vollmantelgeschoß durchschlugen. Beide Sauen fand ich nach 170 - 200 Metern Flucht, aber wohl nur wegen des guten Schusses - jeweils waren die Lungen quer durchschlagen worden. Da ich zunächst einen Herstellungsfehler vermutete schrieb ich an Dynamit-Nobel und bekam (nach zweimaligem hin und her sehr schnell und nett) zur Antwort, der Fehler liege beim Stutzen : Durch den verkürzten Lauf (beim Mannlicher etwa 470 mm) könne das Projektil nicht genug beschleunigt werden.

Das erscheint logisch, ein bekannter Büchsenmachermeister hatte auch direkt diese Vermutung. Aber warum passierte das nur bei etwa 1 Prozent der Schüsse (die Patronen kamen aus einer Serie!). Warum habe zumindest ich von diesem ,,Stutzenproblem“ noch nichts gehört ? Auch habe ich schon Füchse auf Entfernungen von mehr als 250 m geschossen, da wird das Geschoß ja noch langsamer - und es hatte sich normal zerlegt ?!

Gruß, Roman Linsen

Dieses Problem ist in Wahrheit nicht neu. Ich führe den Stutzen Sauer 80 mit  .308" Winchester (Soft-Point 180 gr 11,7 g S+B) und habe dieses Problem mit sehr guter Unterstützung des damaligen Merkelwerkes in Suhl vor  etwas 12 Jahren sehr angeregt verfolgt. 

Die Umgestaltung des Geschosses im Ziel bestimmt in 1. Linie der Zielwiderstand im Wildpret. Die Kräfte ergeben sich aus schnelle, Fläche und augenblicklichem Widerstand. Nun kann es sein, daß im Wildpret doch Lunge oder einige Weichteile,  Fleischteile so günstig waren, daß ein Durchschuß erfolgt.

Einschuß in Watte auf 100 m läßt das Geschoß ungestört. Sand plattet schwach ab. Knochenharter Kalkmörtel plattet die Kugel ständig ab. Mir ist mehrfach, wie (Roman  Linsen) beschrieben hat, ein Stück 200 - 500 m mit einem sauberen Kammerschuß geflüchtet.

Bei dieser ganzen 100-Schuß-Bastelei, konnten wir auch ernorme  Abweichungen feststellen.

Bei der Watte als Ziel waren die Geschoßmäntel längs der Züge gerissen. Dieses kann nur auf einen Fabrikationsmangel hindeuten und damit  auch auf eine nicht richtige Deformation in Wildkörper.

Mit der Lauflänge (Stutzen 47 cm) hat das nichts zu tun.

Ein ganz anderes Problem bei Stutzen ist die Zielgenauigkeit. Das liegt nicht  immer am Schuetzen. Vor etwa 4 Jahren habe ich einmal sehr gut geschossen und  dann war alles daneben. Es ging auch darum das meine Tochter den Jagdschein  machte. Da müssen nun die 50 Ring auf die Scheibe (Koste was es Wolle). Selbst  in Buke und bei der DEVA gingen die Uhren dann auf einmal links rum. Dieses Problem war nicht zu lösen! Ich möchte in diesen Zusammenhang allen Stutzenführer warnen, sich nicht leiten zu lassen, durch erhöhte Schußleistung, das Problem zu beheben. Das hat mich besonders bei den Büchsenmachern, Kennern geärgert.

Nach einer Rücksprache mit einen alten Bekannten und sehr kompetenten  Büchsenmacher aus Zella-Mehlis bei Suhl, löste ich dann das Problem: Durch die lange Schäftung bis zum Laufende wirft nach Jahren das Holz. Dieser ,,Holzwurf“ entsteht immer bei wechselnden und besonderen Witterungen, wie Nässe, 5 Tage Dauerregen, minus 50 Grad Kälte usw., die bei dem Stutzen keine Seltenheit waren. Der Schaft liegt dann sehr dicht am Lauf und drückt ggf. schon an einigen Stellen. Im Schaftholz glänzen diese Stellen oder man sieht den abgedrückten Lauf.

Wenn solche beschriebenen Schwierigkeiten auftreten, gehe nicht gleich zum  nächsten Büchsenmacher sondern nimm ein Stück Papier oder dünnen  Faden und versuche, den zwischen Schaft und Lauf nach hin zu bewegen. Wenn das gelingt, schießt die Waffe auch. Sonst sollte den Schaft nachgearbeitet werden.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch das Problem der Munition ansprechen. Ich habe bei der Schußgenauigkeit die Patronen, High Velocity von Remington  11,5g Soft-Point, Winchester X-Super 9,7 g Silvertip Exp verwendet.

Der Unterschied besteht im Preis und hilft mit Sicherheit den Vertreiber und  sonst niemanden. Ich muß sehr viel schießen und kehrte letztlich wieder zu Selleri  und Brokkoli zurück. Ich muß auch sagen, die Pflege einer Waffe ist bei  mir das A u. O. Mit diesem Dunst-Gemüse erlegte ich im Jahre 1997 insgesamt 56 Stück Schwarzwild ohne nachsuchen zu müssen.

MfG u. Waidmannheil, Georg Klie, Solling


Sehr geehrter Lutz,

zum Ersten möchte ich Ihnen danken für diese Seite, besonders für die klaren Worte, die Sie in der Warnung gefunden haben. Ab und zu habe ich als deutscher Offizier den Eindruck, mit ähnlicher Meinung fast allein dazustehen. Belassen wir es dabei.

Zu meinem eigentlichen Anliegen: So Gott will, werde ich demnächst die bayrische Jägerprüfung bestanden haben und suche derzeit schon die beste Waffe für meinen Bedarf. Zielwildart werden Reh- und Schwarzwild, wie fast überall, sein. Dabei möcht` ich, entsprechende übung und Fertigkeit mit der Waffe vorausgesetzt, gern auch einen Fuchs auf etwas größere Entfernung erlegen. Als Patrone stelle ich mir die 7x64 vor, am liebsten ob der besseren Handlichkeit in einem Stutzen. Nun ist aber die Frage, wie sich der entsprechend kürzere Lauf auf die Streuung auswirkt. Abgesehen von dem Fehler, der hinter der Waffe steht, kann die Lauflänge ja durchaus erhebliche Auswirkungen auf die Geschoßpräzision haben. Auch Geschoßgeschwindigkeit und somit -energie würden ja abnehmen. Also ist die Frage, ob Rotwild auf größere Distanz zu beschießen, noch als waidgerecht bezeichnet werden kann. Außerdem, zu welchem Waffenfabrikat können Sie ob Ihres Wissens raten? Momentan tendiere ich zu Heym oder Steyr. Dabei scheinen mir eine Neuwaffe zu teuer und ein guter gebrauchter Heym Stutzen in 7x64 schwierig zu finden zu sein.

Als Alternative wurde mir zu einem Stutzen in .308" Win. geraten, was mir aufgrund der niedrigeren Geschoßgeschwindigkeit mißfällt.

Mit einer Veröffentlichung - natürlich auch in gekürzter Form - bin ich einverstanden.

Mit kameradschaftlichem Gruß aus Deutschlands schönem Süden in Deutschlands schönen Norden,
Simon Richter

Sehr geehrter Simon,

ich grüße den deutschen Süden! Die Patrone 7x64 Patrone ist für heimisches Wild sicher in gute Wahl. Waffen dafür gibt es seit 1917, also sollten auch Gebrauchte gut zu beschaffen sein. Ein Blick in den Anzeigenteil der DJZ, die wohl den größten Ausrüstungsteil von allen bietet, lohnt sich sicher. Auch Wild und Hund hat Einiges. Stutzen sind seltener. Sofern die  Waffe nur gekürzt werden soll, kann jeder Büchsenmacher auf der Drehbank den Lauf einer Gebrauchten kürzen. Aber wäre das auch sinnvoll? Vergleichen wir mal Ladungen der beiden üblichen 7 mm Patronen mit langen und kurzem Lauf:

Patrone Lauflänge Pulver Menge Geschoß Masse Höchstdruck V0 Abbrand Mündungsgasdruck
7x64 Patrone 65 R905 3,9 g RWS DK 10 g 3.964 bar 912 m/s 98,3 % 783 bar
50 851 m/s 96,2 % 1.057 bar!
7x57 Mauser 65 R904 3,3 g RWS DK 10 g 3.659 bar 861 m/s 98,8 % 652 bar
50 806 m/s 97,0 % 884 bar

Der 7x64 Stutzen mit 50 cm kurzen Lauf schmeißt noch 4,8 % unverbranntes Pulver mit ohrenbetäubenden 1.057 bar aus der Mündung. Das Schauspiel ist ein melonengroßer und apfelsinefarbiger Feuerball = ,,Obstladung"! Nachts auf Sauen blendet solch ein Mündungsblitz den Schützen, der dann keine Gelegenheit mehr hat, das weiter Geschehen zu verfolgen. Das bedeutet, er sieht z.B. nicht, wohin die Sau abgeht - und seien es auch nur 50 Meter. Mit Hund ist das harmlos, aber ohne?

Die Lauflänge bestimmt nicht die Genauigkeit der Waffe. Von daher wäre ein Stutzen gleichwertig. Nur sollte es dann die kürzere unserer 7 mm Patrone, nämlich die 7x57 KJG Munition werden. Merke:

Lange Patrone benötigen lange Läufe

Kurze Patronen ertragen kurze Läufe

Die .308 Win. scheidet mangels Rasanz aus. Näheres siehe da. Als weiter Möglichkeit für einführige Waffe käme z.B. eine Mauser 66 in Frage, die sehr kurz baut und auch gebraucht erhältlich ist. Des weiteren käme eine Kipplaufwaffe in Frage, die aber meist teuer sind bei übungsbetrieb oft die Trefferlage wandern lassen, besonders bei mehrläufigen. Der Wunsch nach einer kurzen Waffe ist mir geläufig. Ich selbst setze daher bei dem weitreichenden Scharfschützengewehr (WSG) den Verschluß hinter den Abzug, um Baulänge zu sparen, die ich durch langen Lauf und Mündungsbremse benötige. Aber das WSG wird wohl etwas zu kräftig werden . . . In meinem bisherigen Jägerleben bin ich bis af selten Ausnahmen mit meinen 120 bis 127 cm langen Gewehren zurechtgekommen. Vielleicht können Sie das ja auch eine herkömmlich Gebrauchte in 7x64 erwerben. Wenn es denn unbedingt ein Stutzen sein soll, empfehle ich Ihnen statt der langen Patrone die kurze 7x57 KJG Munition für den Stutzen zu wählen.

Als kleinen Hinweis erlaube ich mir anzumerken, alle 8x57IS Repetierer mit eingeschraubten Lauf, bzw. alle mittelangen Patronen mit 12 mm Stoßboden erlauben Läufe für 7x57 Mauser einzuwechseln. Magazin und Zuführung passen. Damit könnten Sie also jede Waffe in 6,5x67, 7x57, 8x57IS in einen 7x57 Mauser Stutzen umbauen lassen. Achten Sie also eher auf Abzug, Zielfernrohr und Preis, als Kaliber.

Bis später, Gruß Lutz


Hallo Herr Möller,

zuerst einmal ein frohes und gesundes neues Jahr 2005 mit reichlich Waidmannsheil!

Die damals in meiner Mail angesprochene BBF war leider schon, bevor ich mich dafür entscheiden konnte,  verkauft. Das soll heißen, der Neukauf einer Waffe schwelt noch immer. Der Mauser 96 Gradezugrepetierer, der noch immer in meinem Waffenschrank Platz wegnimmt, muß endlich auf die Reise. Wer sich dieses waffenbauliche Katastrophe ausgedacht hat, möchte ich wirklich mal wissen. Mir als Jungjäger war sie damals jedenfalls gut anzudrehen. Damit ist nun Schluß!

Da sich in meinem neuen Revier noch weniger Niederwild präsentiert, als in dem vorherigen, soll es wieder ein Repetierer werden. Dabei ist meine anfängliche Begeisterung für die R93 nach Lektüre der Ausführungen auf Ihrer Seite  und besonders nach dem Betrachten der unschönen Bilder schnell verflogen. Obwohl solche Unfälle wohl als sehr selten zu werten sind, muß man sich m. E. dennoch als normaldenkender Mensch die Frage stellen, ob man sich einem derartigen Risiko (mag dessen Eintrittswahrscheinlichkeit auch noch so gering sein) aussetzen mag. Ich definitiv nicht!

In der letzten Auswahl standen nun noch die Sauer 202 Forest und die Mauser M03. Als kleiner Sicherheitsfanatiker tendiere ich stark zur M03, da diese sich entspannt führen läßt und die Sicherung der 202 für mich nicht mehr zeitgerecht erscheint.

Kommt man also bei der M03 zur Kaliberfrage. Dabei bin ich (nicht zuletzt aufgrund Ihrer Ausführungen) stark versucht, der 7x64 vor der bisher von mir geführten .30-06 den Vorzug zu geben (Woher kommt eigentlich der ab und zu zu hörende Ruf, die 7x64 sei ein nachsuchenverursachendes Kaliber?).

LM: Alle schnellen und weichen Geschosse vertragene keine schlechten Schüsse. 7x64 mit KS sind so ein Fall. Dafür kann die Patrone nichts, nur der Schütze und der Geschoßhersteller RWS.

Nach all dem Vorgeplänkel, nun zu meiner eigentlichen Frage: Ich hätte gern eine kurze und kompakte Waffe! Zu diesem Zweck bietet Mauser die M03 in einer 8 cm kürzeren Stutzenlauf (52 statt 60 cm). Verdaut die 7x64 solch kurze Läufe noch gut, oder mit welchen Einschränkungen muß man dabei rechnen? Sauer baut die Forest (hat ja auch einen recht kurzen Lauf) nicht in 7x64. Soll mir das was sagen? Als Geschoß werde ich wohl auch auf das CDP umsteigen.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil, Nils Banse, Freitag, 7. Januar 2005 16:17

Tag Herr Banse,

CDP ist gut. Mein KJG Geschoß ist besser.

Für lange 65 cm lange Läufe empfehle ich 6,5x65 KJG Munition, 7x64 KJG Munition oder „die deutsche Magnum”, unsere hervorragende 8x68S. überhaupt ist nach dem Erscheinen meiner KJG Geschosse und deren Verfügbarkeit in fertig geladenen KJG-Munition die Patronenfrage nicht mehr so wichtig. Wenn Sie 6,5 mm Copper in Africa 2004 gelesen haben, wissen Sie, mit dem 6,5 mm KJG können Sie 8 kg kleine Antilopen oder leichte Raubkatzen ohne sonderlichere Zerstörung zu Trophäenzwecken, bei denen der Balg die wesentliche Rolle spielt, als auch über 300 kg schwer Antilopen und Gazellen auf schwere Knochen, Kammer oder sogar weich, ohne daß die noch weit flüchteten, erlegen. Dasselbe läßt sich von anderer Lutz Möller KJG Munition berichten.

Lange Patronen mit viel Pulver und kleinem Kaliber benötigen lange Läufe, aber kurze Patrone mit wenig Patronen und großem Kaliber vertragen kurze Läufe ohne nennenswerte Leistungseinbußen. Lassen Sie bei 52 cm Läufen die Finger von der 7x64, wählen statt dessen 8x57 IS KJG Munition oder 9,3x62 KJG Munition.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 7.Januar 2004

Sehr geehrter Herr Möller,

nachdem ich bereits einige Stunden auf Ihrer Seite verbrachte, kann ich mich meinen vielen Vorgänger eigentlich nur noch anschließen: überwältigend! Fast schon des Guten zuviel, denn diese Informationsflut ist kaum noch zu überschauen. Ich fand Ihre Seite als angehender Jäger vor meinem (Jagd-)Waffenkauf und bin nun doch etwas verunsichert. Nachdem Sie meine heile Welt der Militärpatronen zerstört haben und ich mich daraufhin für die 7x64 entschlossen habe, stehe ich jetzt vor der Tatsache, daß es (fast) keine Waffen von der Stange gibt, die einen ausreichend langen Lauf besitzen. Ich werde mich wahrscheinlich zwischen Sauer 202, Mauser 03 oder Merkels KR1 entscheiden, obwohl die Titan 6 als reines schlichtes Werkzeug auch reichen dürfte. Wenn ich Ihre Ausführungen zum Stutzen richtig verstanden habe, sollten schon 60 – 65 cm Lauflänge für die 7x64 gewählt werden. Der Trend geht aber offensichtlich zum Kurzlauf. üblicherweise findet man Läufe bis 56 cm, nur die Mauser 03 bietet 60 cm. Meine Frage ist nun: Reichen 56 cm Lauflänge aus, oder sollte ich ein anderes Kaliber wählen? Ich werde in einem Revier jagen gehen, wo von Fuchs und Reh bis Dam- und Schwarzwild alles zu finden ist. Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar, denn „Fachverkäufer“ empfahlen mir grundsätzlich Militärkaliber, die 9,3x62 und die R93 …

Falls Sie meine Anfrage veröffentlichen wollen, bitte ohne E-Mail-Adresse und Namen.
Mit freundlichen Grüßen, 18. April 2005
 

Lieber Herr,

wie weiter oben schon gesagt benötigt die gute 7x64 aus innenballistischen Gründen längere Läufe, um ihre Leistung zu entfalten, ohne wegen unverbrannten Pulvers ohne Feuerschlucker in der Nacht große orangene Feuerbälle zu erzeugen, die Sie blenden, so daß Sie nicht sehen können, ob Sie die Sau nun getroffen haben oder nicht.  Meine 9,3x62 KJG Munition hingegen verträgt auch kurze Läufe, ebenso wie die 7x57 KJG Munition. Also suchen Sie sich für die 7 x64 ein Waffe mit mindestens 60 cm Lauf (besser 65, aber selten zu finden) oder wechseln Sie auf 7x57 KJG Munition oder 9,3x62 KJG Munition

Waidmansheil, Lutz Möller, 18. April 2005

Tag Herr Sydow,

Hallo Herr Möller,

habe nun schon seit Tagen Ihre Seiten gelesen, um als Jungjäger bei meinem ersten Waffenkauf nichts falsch zu machen. Dabei habe ich mir folgende Schwerpunkte gesetzt:

  1. es soll eine Repetierer mit Synthetikschaft für den langlebigen Allwettereinsatz sein

  2. ich möchte bleifrei schießen

  3. ich benötige ein Universalkaliber für Reh-, Schwarz-, eventuell Rot- und Raubwild

Durch diese Einschränkungen und Ihre Ausführungen zur R93 habe ich mich auf die Sauer 202 Outback konzentriert und würde dafür auch einige Monate Lieferzeit in Kauf nehmen. Als Patrone habe ich 7x64 KJG ausgewählt. Nun steht allerdings in Ihren Ausführungen unter „Schwarzwildwaffe“, daß für die 7x64 die Lauflänge mindestens 60 cm betragen soll. Der Lauf der Sauer 202 Outback ist allerdings nur 56 cm lang ! Das ist mein Problem.

LM: Eben. Nehmen Sie also eine längeren Lauf oder eine kürzere Patrone (z. B. 8x57IS)

Gibt es noch Alternativen, oder sollte ich in meinen selbstauferlegten Bedingungen einen Kompromiß eingehen ?

Vielen Dank im Voraus.

Freundlichst, K. Sydow, Freitag, 1. April 2005 19:26

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller
 

Hallo Herr Möller,

ich habe nun mit einigen Herstellern kommuniziert um nach Studium Ihrer Ausführungen eine 7x64 mit 65 cm Lauf zu erwerben. Hier z.B.: die Antwort von Mannlicher:

Sehr geehrter Herr Sydow,

vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an unseren Waffen.

Leider können wir die MANNLICHER PRO HUNTER im Kaliber 7x64 nicht mit dem 650 mm Lauf liefern - es wäre jedoch für die Präzision kein Vorteil, weil der 600 mm Lauf für dieses Kaliber völlig ausreicht.

Mit freundlichen Grüßen,

Gundaccar Wurmbrand-Stuppach
Area Sales Manager

STEYR MANNLICHER GmbH & Co KG
g.wurmbrand@steyr-mannlicher.com

http://www.steyr-mannlicher.com

Tel: +43 (0) 7252 896 223
Fax: +43 (0) 7252 786 20
Mobil: +43 (0) 676 83896 223

ähnliche antwortete Sauer für die 202 Outback. Ich werde diesen Kompromiß nun wohl auch eingehen (müssen), nur finde ich die Aussagen der Hersteller nur etwas widersprüchlich zu Ihren Empfehlungen. Oder liegt das einfach an die Optimierung der Waffen (nach wie vor) an Bleigeschossen?

Ein Schreiben der DEVA zu Kupfergeschossen füge ich an, falls Sie es nicht schon kennen. Sehr, sehr skeptisch und zurückhaltend. Die sollten einfach mal Ihre Seiten lesen und dann ja oder nein sagen. Oder wegen mir auch noch "... unabhängig prüfen". Nur bitte nicht über mehrere Jahre ...

Viele Grüße, K. Sydow, Mittwoch, 20. April 2005 00:06
 

Tag Herr Sydow,

die angesprochenen Genauigkeit ist nicht das Thema. Insofern verfehlt die Antwort die Frage. Zu kurze Läufe verursachen bei pulverreichen Patronen für des gewisse Kaliber starken Mündungsgasdruck und gelegentlich tritt unverbranntes noch brennendes Pulver aus, so daß sich die brennbaren Pulvergase an Luft entzünden und ein melonengroßer apfelsinenfarbener leuchtender Feuerball vor der Mündung erscheint, der den Schützen blendet und er in Folge nicht erkennen an, was der Schuß anrichtetet.

Es knallt, es blitzt, der Schütz sitzt geblendet da und warte wieder sehen zu können!

Wenn er wieder sieht ist die Bühne leer und er fragt sich, wo ist das Schwein? Was ist mit dem Schwein. Traf ich? Verwundete ich. Wohin? flüchtete es. Wo liegt es? Wohin muß ich mich mit meiner Suche wenden?

Das ist das Problem zu kurzer Läufe, nicht die Trefferlage.

Der DEVA-Bericht ist man mäßig. Ich werde ihn gelegentlich beantworten. Danke für den Hinweis!

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller

p.s. Den Feuerschein zu kurzer Läufe schluckt der „Feueschlucker“

Guten Abend Herr Möller,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich werde mich irgendwann mit (hoffentlich) erfolgreichen Erfahrungsberichten revanchieren. Ich habe nur noch zwei kurze Fragen und dann lasse ich Sie vorerst in Ruhe. Wenn Sie sich heute eine Waffe auswählen könnten, mit der Sie vorrangig kleine bis mittlere Schweine und ab und zu auch Rehwild auf Ansitz bejagen möchten,

  1. würden Sie dann ein Repetierer mit 6,5x65 KJG  oder 7x64 KJG wählen oder etwas anderes ? (Lauflänge jeweils 65 cm)

    LM: Für größere Weiten (mehr Rehe) die 6,5x65 KJG Munition. Für nicht ganz so große Weiten (mehr Schweine) die 7x64, die auch weiter verbreitet ist.
     

  2. Für welche Waffe würden Sie sich entscheiden: Sauer 202 Outback, 7x64, 60 cm Lauf (gibt's nicht anders)  oder z. B. die Heym SR21, 7x64, 65 cm Lauf ?

    LM: Heym SR21. Damit will ich nichts gegen die Sauer an sich sagen (feine Waffe!), nur werden Sie bei der Saujagd das geringere Feuer aus dem längeren 65 cm Heym-Lauf schätzen lernen, langen auf Rehe dank der höheren Mündungsgeschwindigkeit auch weiter raus.

Gruß, K. Sydow, Mittwoch, 20. April 2005 00:06


Halli hallo Jagdgemeinde,

Wo liegt bei der 7x64 die oberste Gewichtsgrenze des  zu bejagenden Wildes?  Ich habe bei den Jagden der letzten Jahre immer guten Erfolg mit dieser Patrone gehabt, jedoch bei der letzten Jagd - der Schuß spitz von vorne saß nicht ganz so wie er sollte, bedurfte es einer 5 km Fluchtstrecke, bis ich dem Wild einen Fangschuß anbringen konnte. Das Geschoß selbst, ein 10,4g Nosler Partition, mit dem ich nie Probleme hatte, ging zwischen der Muskelpartie des rechten Vorderlaufes, und den Partien des Brustkorbs.  Es glitt schräg an den ersten vier Rippen ab, und brach aus der Decke.

Zurückblickend glaube ich das 11,3 g Nosler Partition wäre besser gewesen, obwohl im Grunde genommen jedoch die erste Verantwortung immer vom Schützen selbst - sprich mir, getragen werden sollte.  Das etwas schlechte Abkommen war mein Fehler. Das männliche Stück wog an die 190 kg, und ist für seine 'Härte' und 'Schußwiderstandsfähigkeit bekannt. Nochmals zur 'ehrlichen' Frage:  Was darf man - gewichtsmäßig, als die obere Grenze für die 7x64, betrachten?  Ich scheue mich nun mit der 7x64 zu gehen. Das heißt, bei der nächsten Jagd auf diese Tierart führe ich lieber die 9,3x62. Ratschläge? Ehrliche Antworten / Kommentare?

Gruß, Klaus, Tuesday, June 26, 2001 7:01 AM   

p.s.  Etwaige schlechte Wortstellungen bitte ich, da Auslandsaufenthalt für 30+ Jahre, zu entschuldigen.

Ich glaube wenn die Patrone bisher gut funktioniert hat, kann man sie auch weiter führen. Niemand kauft sich einen Umzugswagen nur weil er vielleicht noch 3 x in seinem restlichen Leben umzieht. Ich habe mal eine 80 kg Sau zerwirkt, der saß die 9,3x62 bei einem Schuß durch beide Blätter auf der Ausschußseite unter der Schwarte. Gelegen wäre sie aber mit der 7x64 auch.

Was soll`s ?

Sie haben recht - im Zweifelsfall halt auf eine günstigere Schußposition warten.

MfG   Michael Bartl

60 cm Lauf

Guten Tag Herr Möller

Mit wurde eine 7x64 mit 60 cm-Lauf zum Kauf angeboten. Ich habe auf Ihrer Seite schon gelesen, 65 cm seien besser. Mich würde aber die effektive Leistung Ihres des 7 mm KJG Geschosses aus dem kürzeren Lauf dennoch interessieren. Können Sie mir die Innenballistik dazu rechnen ? An anderer Stelle haben Sie für einen 50 cm Stutzen die 7x57 und die 7x64 bereits verglichen, die Ausbeute beim 50er Lauf ist bescheiden.

MfG Christian Waldmann, Dienstag, 7. Februar 2006 07:32

Patrone  : 7x64 Brenneke
Geschoß  : 7.24, 7.5, Möller 7 mm KJG
Patronenlänge L6   : 83.70 mm
Lauflänge  : 650.0 mm
Pulver   : Rottweil R903


Diff  Füll. Ladung  v0   E0   Pmax  Pmünd  Abbrand  D_Zeit
 %   %  Gramm  m/s   Joule   bar  bar  %  ms

-00,3  100  3,661   1019  3903  4123  675  100,0  1,092  
+00,0  100  3,670   1021  3922  4159  675  100,0  1,088  
+00,3  101  3,679   1024  3940  4195  676  100,0  1,083  

Patrone  : 7x64 Brenneke
Geschoß  : 7.24, 7.5, Möller 7 mm KJG
Patronenlänge L6   : 83.70 mm
Lauflänge  : 600.0 mm
Pulver   : Rottweil R903

Diff  Füll. Ladung  v0   E0   Pmax  Pmünd  Abbrand  D_Zeit
 %   %  Gramm  m/s   Joule   bar  bar  %  ms

-00,3  100  3,661   1000  3760  4123  746  100,0  1,042  
+00,0  100  3,670   1003  3779  4159  746  100,0  1,038  
+00,3  101  3,679   1005  3797  4195  747  100,0  1,034  

Herr Waldmann,

Sie verlieren bei o. a. Ladung von 65 auf 60 cm Lauflänge 17 m/s V0. Das Pulver brennt noch ganz im Lauf ab. Die Patrone entfaltet in diesem Falle also noch annehmbare Leistung.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Sehr geehrter Herr Möller,

ersteinmal vielen Dank für Ihr so promptes Beantworten meiner Fragen zur Jagdpatronenwahl. Ich telefonierte jetzt nochmal mit Sako und Sauer. Die empfohlene Patrone 7x64 liefert Sako nur bei einer Waffenart. Bei Sauer ist das natürlich zu haben. Ich neige bei der Sauer zur 202 Outback, will mir aber die Schnellfluchtvisierung der Forest aufbauen lassen, zusätzlich ein 5er Magazin. Da der Lauf kanneliert ist, gibt es nur die 56 cm kurze Ausführung. 60 cm sind nicht lieferbar.

LM: Dann lassen Sie das in 7x64 bleiben! Das hatte ich Ihnen hier bereits deutlich gesagt. Darüber brauchen wir nicht mehr zu reden. Wählen für kurze Stutzenläufe unter 60 cm stattdessen 8x57IS KJG Munition oder 9,3x62 KJG Munition.

Auf Nachfrage nach einer Mündungsbremse, wurde die Magnaport (Nur Schlitze am Laufende) vorgeschlagen (bei 7x64 nichts anderes lieferbar). Ich  glaube nicht, daß Magnaport so der Knaller ist.

LM: Nein, ganz bestimmt nicht, sinnlos!

Wer würde (Adresse wäre nett) für wieviel Geld eine hdp-Bremse an die neue 202 Outback montieren.

LM: An neue Waffen Sauer selbst! Ansonsten an alte Waffen BüMA Lutz Lorberg.

Heute ist meine Sauer 8x68S (links) gekommen. Deine hdp-Bremse hat Sauer im Werk bei der Fertigung gleich mit angebracht. Ein Gedicht! Sieht aus wie eine Sonderanfertigung, speziell für diese Waffe. Ich bin begeistert. Bild folgt später, weil die Waffe noch beim Büchsenmacher ist. Mein Schmidt & Bender Zielfernrohr ist noch mal auf Mitte März verschoben worden. Die scheinen richtig was zu tun zu haben.

Helmut Enders, Dienstag, 7. Februar 2006

Lutz,

als hier sende ich dir Bild der Möller-hdp-Bremse an meiner neuen Sauer 8x68S.Es ist ein bißchen verwackelt, aber der übergang vom Lauf zur Bremse ist außen von Hand nicht fühlbar. Lauf und Bremse schauen wie aus einem Stück aus. Die Leute von Sauer waren sehr kooperativ, obwohl sie ja was ähnliches im Programm haben.

Helmut, der jetzt nur noch auf sein Schmidt & Bender wartet. Mittwoch, 8. Februar 2006 12:02
 

Wieviel büße ich bei der 56 cm Lauflänge im vergleich zur 60 cm Lauflänge an Reichweite oder an Gasdruck ein? Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

LM: Wie oben schon gesagt, rate ich davon dringend ab, beantworte daher die Frage nicht. Lassen Sie das sein! Schießen Sie 7x64 mindestens aus 60 cm Lauf, besser noch 65 cm, oder wählen Sie ein andere Ausführung, ein anderes Gewehr oder wenn es unbedingt ein Stutzenlauf <60 cm sein soll eine andere Patrone, wie die kurzlaufgeeigneten 8x57 IS oder 9,3x62.

Abschließend: Wieviel kosten die KJG bzw. Scheibenmunition in 7x64 bei Ihnen, bzw. wieviel Munition muß abgenommen werden?

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Thomas Hameister, Mittwoch, 8. Februar 2006

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8 g KS auf Gams

Zu der zum 8g KS von RWS. Auch ich habe, wen wunderts , nach einschlägigem ,,Literaturstudium" mir für eine anstehende Gamsjagd eine 7x64 gekauft und auf das 8 g KS auf +4 cm GEE eingeschossen. (Suuuuuper Schußleistung, zumindest auf dem Stand). Dann ab nach Slovenien, und schon am ersten Pirschnachmittag einen Gamsbock in "günstiger" Schußentfernung (mein Bergführer meinte ...240 m oder bißchen mehr...). 

  1. Da ich die Schußtafel im Kopf hatte, halte ich mitten drauf und BUMM!

  2. Gams ruckt kurz....und steht breit!

  3. Führer: ,,...schieße bis sie fällt..."

  4. BUMM!

  5. BUMM!

  6. BUMM!

  7. Nach dem letzten (4!) Schuß und insgesamt 2...1.000 bangen Minuten (ich weiß bis heut nicht wieviel Zeit verging), fiel die Gams...

  8. Nach dem Bergen beim Aufbrechen: Der Bock (5..6 Jahre) hatte drei Schuß mitten drauf (Hochblatt und weich).

  9. KEIN Ausschuß!

Sonst ist das KS (auch auf große Entfernungen) sehr präzise und wirkungsvoll auf Fuchs und Krähe, auf Rehwild ziemlich brutal. Wegen der differierenden TPL zur Vulkan (die ich heute schieße) verwende ich die KS nicht mehr. Nicht weil es unpräzise ist (im Gegenteil!) sondern weil (zumindest auf große Entfernung) die Kugelwirkung unbefriedigend ist - und Du willst ja auf schußhartes Bergwild waidwerken!

Sicher nicht sehr repräsentativ diese Darstellung, aber wenn Du willst (und EWB hast ) kannst Du die restlichen KS haben, geschenkt!

Horrido, Thoralf (Quelle Wild &Hund Forum).

7x64 Kegelspitz

Hallo Herr Möller,

als Jungjäger (habe in diesem Jahr meine Prüfung gemacht) bin ich durch Hein Mück auf ihre Seite gestoßen. Zur zeit schieße ich aus einer Blaser 850/88 7x64 das 7 mm 10,5 g RWS Kegelspitz und bin auch sehr zufrieden. Bisher lagen alle Stücke am Anschuß (Fuchs und Frischling) oder in naher Umgebung ca. 20 m (mein erster Bock) entfernt. Die Bilder (meiner letzen Stücke) zeigen Einschuß (immer sehr klein = 7 mm) und Ausschuß. Je nachdem wo, etwas größer (Frischling) oder kleiner (Fuchs). Entfernungen liegen meist zwischen 50 m und 130 m. Eingeschossen ist die Waffe auf 4 cm Hochschuß bei 100 m (GEE laut Hersteller).

Die Bilder der Rotte sauen sind leider sehr dunkel, weil es schon etwas spät war. Vielleicht kann man doch noch etwas erkennen oder nachträglich aufhellen. Es sind 2 Bachen und waren 10 Frischlinge, jetzt sind es nur noch 9...

Sauen nachts 1

Sauen nachts 2

Frischling Einschuß Frischling Ausschuß

Fuchseinschuß, spitz von hinten auf 100 m

Fuchsausschuß, spitz von hinten auf 100m

Bock

Bockausschuß

Bockeinschuß

Bockausschuß

Meine Frage an Sie, sowie auch Leser ihrer Seite, ist, ob die Wirkung im Wildkörper ähnlich ist oder nur an den (un-)günstigen Treffern liegt, also ob der Ausschuß eigentlich größer ist, oder mehr entwertet.

Vielen dank und WMH, Stefan Bussler, Freitag, 11. August 2006 12:32

Waidmannsheil Herr Bussler,

Ihren gelieferten Bildern zufolge können Sie wohl zufrieden sein. Möchten Sie die Bildunterschriften noch ändern?

Auf kleine Tiere scheint das 7 mm 10,5 g KS aus der 7x64 ja durchaus angebracht zu sein. Ich kann an den Bildern nichts erkennen, daß großartig stören würde. Insofern verstehe ich Ihre Frage nicht so ganz. Vielleicht drücken Sie die noch mal anders aus, damit ich verstehe, was gemeint ist.

Das KS hat wie alle Bleigeschosse einen eingeschränkte Wirkungsbandbreite und schlechte Aerodynamik, fliegt also nicht so weit.  Wenn Sie mal Erfahrung gesammelt haben und sich trauen auch weiter zu schießen, werden Sie beim RWS KS die flache, gestreckte Flugbahn vermissen. Die andere Schwierigkeit mit dem KS werden werden große Tiere mit den, weil die nicht so tief eindringen. das Lutz Möller KJG Geschoß löst dies Aufgaben deutlich besser.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Herr Möller,

also ihre Antwort geht schon in diese Richtung. Meine Frage zielt darauf ab, ob die „wenigen” Wildpretverluste auch von anderen Jägern bestätigt werden können.

LM: Dazu finden Sie auf meiner Seite massenhaft Beiträge, die genau das abstreiten. Das RWS KS ist eher weich, zerstört oberflächennah, entwerte so Wildpret, schädigt kleine Tiere auch am Ausschuß über Geebühr, läßt aber bei großen Tieren zu wünschen übrig. Tiefenwirkung und Ausschuß fehlen ggf.   

Auch wenn es keine Blattschüsse waren bzw. die Kammer sehr weit hinten getroffen wurde (z. B. Leberschuß) lagen (fast) alle Stücke am Anschuß.

LM: Bei den Treffern (Lunge ohne Herz oder Blatt) muß das nicht wundern.

Die Ausnahme war ein Waschbär den ich auf 40 m beschoß, von dem ich ein deutlich großes Leberstück fand, aber dieser nicht am Anschuß lag. Der zweite lag dafür sofort.

LM: Kein Wunder.

SB: Ich vermute damit sei der Abschnitt Leberknotenschuß gemeint. Nun ist das KS kein hartes Geschoß. Das sollte aber bei einem Waschbären auf 40 m nicht unbedingt eine Rolle spielen, oder?

LM: Nein. Nur wenn der Bär nicht tot oder gelähmt ist kann er, wenn er will noch flüchten. Gelähmt war er nicht, da er flüchtete. Also kann die Wirbelsäule nicht getroffen gewesen sein, denn sonst wäre er gelähmt gewesen.

Waschbärleberrest

SB: Die Wirbelsäule müßte dieser Schuß doch auch erreicht haben. In der nahen Umgebung in 3 m Umkreis fand ich auch keinen weiteren Schweiß.

LM: Der Schweiß benötigt ein gewisse Zeit und beim flüchtenden Tier eine gewisse Fluchtstrecke, bis der sich auf den Boden ergießt.

In den RWS Broschüren sieht man am Gelatineblock beim KS, das dieses sehr viel Energie kurz nach dem eintreffen abgibt (so sieht es jedenfalls für mich aus).

LM: Richtig beobachtet!

Die E0 liegt bei 4.066 J und die E100 bei 3.360 J (v0 = 880 m/s, v100 = 800 m/s). Somit schlußfolgere ich einfach mal als Laie, daß diese hohe Energie recht schnell im Wildkörper wirkt, ähnlich meinem KJG.

LM: Nein. Der Vergleich ist unzulässig. Das KJG wirkt bei allen Treffern bis 300 m ähnlich. Bei Bleigeschosse ändert die Zielgeschwindigkeit die Wirkung und Zerstörung krass. Diese Abhängigkeit im wesentlichen aufzuheben ist mir bei meinen KJG Geschossen gelungen, aber bisher noch bei kleinem Bleigeschoß. Deshalb ist mein KJG Geschoß als Einheitsgeschoß anzusehen, während RWS nur Spezialgeschosse, also für engumrissene Sonderfälle, baut.

SB: Würde sich also das KS bei naher Entfernung sehr viel anders verhalten als bei weiter Entfernung?

LM: Ja!

Würde das auch heißen, in der Nähe würde die höhere Energie eine größere Bleiexplosion hervorrufen würde als in der Ferne. Müßte (nur auf das KS bezogen) ergo die Wildbretentwertung auf kurzer Entfernung größer als auf weite Entfernungen sein? Richtig geschlußfolgert?

LM: Ja!

Es wäre nämlich für mich interessant ob das so ist (damit frage ich sie als Fachmann) und ob andere Jäger ähnliches berichten können, oder eher total anderer Meinung sind. Ich finde aber auch, das KS sei eher „windschnittig” ist, bzw. einen geringen Luftwiderstand bietet als z. B. das TM oder das TUG, zumindest behauptet das RWS.

LM: Einerseits kann man das sowohl rechnen als auch messen und zweitens gilt wie immer zu verhunzten Luftschiffen „Unter den Blinden ist der Einäugig König!”

Im April schoß ich mein erstes Schwein (~ 40kg, ziemlich feist) mit gleicher Munition, allerdings auf 60 m angepirscht stehend angestrichen geschossen.  Auch da war ähnliches zu besehen.

Gepirschte 40 kg Sau

Saueinschuß

Sauausschuß

Derzeit will ich auf Dam- und Schwarzwild auch nicht unbedingt weiter als 200 m schießen, weil ich einfach noch nicht die nötige Erfahrung habe.

LM: Klug! So werden Sie es in ihrem Jägerleben noch weit bringen!

und nicht unnötig Fehlschüsse verursachen möchte.

LM: Genau. Die müssen nicht sein, wenn sie zu erwarten ind.

Zwar habe ich ein reines Feldrevier in Oberhavel (BRB) aber ab 130 - 150 m habe ich auch Schwierigkeiten mit 12-facher Vergrößerung ruhig auf einen Fuchs zu schießen (deswegen obiger Fuchs auch von hinten spitz auf 100 m).

Sollten sie an weiteren Tierbildern, die ich auf meinen Ansitzen schoß, wünschen, lassen Sie es mich bitte wissen.

Viele Grüße und Waidmannsdank, Stefan Bussler, Freitag, 11. August 2006 14:40

Tag Herr Bussler,

ja sicher nehme ich gern Bilder lebender Tiere. Wir bringen zwar Tod und Verderben in Wald und Flur, aber wir Jäger lieben doch die Tiere und erfreuen uns an ihrem Anblick!

Waidmannsheil, Lutz Möller

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Kopfschüttler

Guten Morgen, Herr Möller,

ich las&nbhre Berichte im Internet über die verschiedene Geschosse, vor allem das Lutz Möller KJG Geschoß, leider meistens kopfschüttelnd. Nicht weil ich die Leistung des KJG anzweifle, sondern weil mir der bericht über die kaputten Rehe etwas an die Nieren gingen. Ich weiß nicht, wie man auf die Idee kommen kann mit einem großen 9,3 mm 12 g Geschoß kleines Wild zwischen zwischen 10 und 20 kg Masse zu schießen! Das Ergebnis wäre mit jedem anderen Geschoß genauso erschreckend gewesen!

Aber nun zu meiner frage. Ich nutze selbst seit 1986 eine 7x64, anfangs mit dem 10,5 g. RWS KS, damals mit großem Erfolg, viel in Ungarn und hier in gemischten Revieren, in denen ich bei Pirsch oder Ansitz, oft abwechselnd Rot-, Schwarz- und Damwild vor hatte und nie Schwierigkeiten damit bekam.

Dann wechselte ich in ein österreichisches Revier mit ausschließlich Rehwild, auf das das 10,5 g RWS KS zu brutal wirkte und ich auf das  8 g KS wechselte und die bis heute selbst auf schwächeres Schwarz- (Frischlinge und überläufer) und Rotwild (Kahlwild, Spießer) mit sehr befriedigendem erfolg führte. Die Rehe, egal ob Kitz, Geiß oder starke Böcke (seit 1989 über 120 Stk. Rehwild und etwa 50 Stk. Schwarz- und Kahlwild) lagen alle im Feuer oder nach kurzen Fluchtstrecken (zwischen 10 und 20 m). Ich muß allerdings festhalten, daß mir gelang immer gute Schüsse anzutragen (Reh und Rotwild Reh, Gams und Rotwild. Dabei mußte ich auf Rotwild die ersten Mißerfolge verzeichnen, teilweise durch sehr weite Schüsse als auch bei Bewegungsjagden hatte ich mit dem 8 g RWS KS Schwierigkeiten:

  1. Nie Schweiß am Anschuß, weil nie Ausschuß, dann lange Nachsuchen ohne Schweiß (tlw. zwischen 100 und 150 Meter ohne Schweiß)
     

  2. Zweimal Steckschußim re. Vorderlauf eines Hirsches (einmal Spießer und einmal dreijähriger Achter) genau am oberen Schultergelenk am Blatt, ohne Eindringen in die Kammer. Den Achter konnten wir am nächsten tag 18 Std. nach dem Schuß mit einem Schweißhund zur Strecke bringen. Den Spießer 3 Tage nach dem Schuß allein ziehend (den re. Vorderlauf stark schonend und den schweißigen Einschuß mittels Spektiv bestätigen) auf weite Entfernung nochmals erblicken, zu Schießen war unmöglich.

Nun hat mich mein Büchsenmacher auf das 9,1 g. Nosler Partition von Hirtenberger verwiesen und heute habe ich eben gelesen, das das Nosler für Rehe viel zu hart sei und hier dieselben Schwierigkeiten, nur andersrum auftreten würden? Was halten Sie davon?

Wo bzw. wie kann ich das KJG für die 7x64 bekommen und prüfen. Was gibt es überhaupt für die 7 mm für Geschoßmassen?

Anforderung: Reh, Gams und Rotwild, Schußweiten zwischen 50 und 100 sehr selten) eher zwischen 150 und 250 m auf 1600 - 1800 m Höhe, tlw. sehr steil bergauf oder bergab, über Gräben und Felswände hinweg mit unberechenbaren Windböen, selten vom Hochstand gut aufgelegt, meistens ausgepumpt nach Fußpirsch liegend oder knieend am Bergstock angestrichen

Mit freundlichen Grüßen, Michael Autor, Samstag, 17. Dezember 2005 11:31

Tag Herr Autor,

Aus kaputten Rehen habe ich gelernt.

Ihre Frage ist beispielhaft für viele. Die gute alte 7x64 Jagdpatrone ist durch solche Geschosse wie das 7 mm 8 g RWS KS und Erlebnisse wie die ihrigen, oder auch das davor von Thorals Schlutzkus in 8 g KS auf Gams auf Hochwild in Verruf gekommen. Nosler Partition oder Blaser CDP schädigten den guten Ruf der 7x64 auf Niederwild, sprich Rehe. Das muß nicht sein. Nosler Partition oder Blaser CDP sind wahrlich keine Rehwildgeschosse, ebensowenig wie die RWS KS, insbesondere das 7 mm 8 g aus der 7x64, als Hochwildgeschosse taugen.

Warum?

Grundsätzlich muß die Ziel- und Wundwirkung verstanden sein. Später taugt dann der Wirkungsquerschnitt als Vergleichmaß. Den zu lesen hat noch Zeit. Aber was ist denn nun das Besondere an der 7x64? Die gute Einheitspatrone von 1917 birgt für das 7 mm Kaliber ein gute Menge Pulverraum. Die Geschosse werden also ordentlich beschleunigt, schneller als bei der kürzeren und älteren 7x57. Der RWS Katalog nennt für das 7 mm 8g KS aus der 7x64 immerhin 970 m/s Mündungsgeschwindigkeit, an sich ein schöner Wert, wenn man weit schießen will, nur leider viel zu schnell für das weiche Bleigeschoß.

7 mm KJG aus 95 kg Keiler, der im Knall rollierte

Ich halte mal fest: Sie kamen aus der 7x64 vom 10,5 g RWS KS, daß ihnen aber auf Rehwild zu brutalwirkte, zum 8 g RWS KS mit dem Sie auf Hochwild keinen Ausschuß erzielten, oder mußten sogar Steckschüsse im Schultergelenk erleben, ohne die Kammer zu erreichen. Ich kenne das vom Lapua Scenar. Das dringt aus schnellen Patrone auch nur 5 - 6 cm tief ein. Bei weichen Bleigeschossen fehlt einfach die Tiefenwirkung. Die schnellen weichen Dinger platzen oberflächlich, hauen dort viel kaputt, wenn es kleine Tier sind sogar  ganz schrecklich, aber große Tiere kommen nicht anständig zur Strecke. Genau deshalb gibt es nun Lutz Möller KJG Geschosse.

Ein Jahr vorher war ich mit der 6,5 in Afrika und konnte erfolgreich jedes Wild von 8 bis 300 kg Lebendgewicht strecken, ohne die kleinen zu zerstören, oder daß die Großen zu weit liefen. Lesen Sie nach.

Aber nun zu ihren Hirtenberger Patronen.

Das Wer gibt es nicht mehr. Werk und Marke sind von RUAG Ammotec gekauft. Die Maschinen stehen heut in Schweden oder Deutschland. Viel Altteile schwirren durch die Gegend. so z.B. größere Mengen Pulver:

Alte Hirtenberger 7x64 Ladungen, grün Nosler Partition

Ich vergleich nun die Flugbahnen von Nosler nach obigen Hirtenberger Ladungen und Lutz Möller 7x64 KJG Munition:

Schußtafel

PatroneGeschoßMasse
[g]
Anfangs-
druck
[bar]
Lauf-
länge
[mm]
V0
[m/s]
GEE
[m]
± 5 cm
Reichweite
[m]
Reich-
weiten-
verlust
[m]
V300
[m/s]
Bahn300
[cm]
7x64KJG7,51506501.0212252600810-12,5
Partition9,1250650924203235-25719-19,7
Partition11,3250650850192223-37685-25,4

Die unterschiedlichen Eignungen der Geschosse für weite Schüsse treten deutlich zu Tage. Das 7 mm Lutz Möller KJG Geschoß, nahezu seit dem ersten Tage unverändert gebaut, also mit der glücklichste Entwurf, ist in 300 m noch über 800 m/s schnell, spricht damit noch leicht an und wirkt wie beabsichtigt und erforderlich. Seine 1,9 g Splitter sorgen in Verbindung mit den für die Entfernung durchaus hohen Geschwindigkeit für den erforderlichen Wirkungsquerschnitt auf alles Wild. Mit etwa 70 cm Fleisch- und 14 cm Knochenleistung kommt jedes Tier zu Strecke, ganz gleich aus welchem Winkel Sie schießen. Ein Schultergelenk ist kein erstes Hindernis. Auch andere Hindernisse kurz vor dem eigentlichen Ziel, wie Gras, Bush, Weidepfahl, Stange, beeindrucken das Lutz Möller KJG Geschoß nicht, da das erst mit unverdichtbaren flüssigen Zielen anspricht, nicht auf lufthaltiges Holz. Rechnen Sie mit bis zu 30 cm Eindringtiefe in lebendiges Buchenholz! Sie durchschießen gut 1,5 - 2 cm Eisen (Baustahl)!

Die Nosler Partition machen schon viel früher schlapp. In 300 m Entfernung können Sie bei den gerade mal noch vorhandenen Geschwindigkeiten, oder soll ich besser Langsamkeiten sagen, mit dem KJG bezüglich Wundwirkung nicht mehr mithalten. Hier folgt der Gelatinebeschuß:

Wie Peter Pulver / Schweiz,  oben eindrucksvoll zeigte, geschieht mit den 7 mm Nosler Partition bei langsameren Geschwindigkeiten = größeren Schußweiten, kaum noch etwas. Entsprechend rennen die getroffene Biester unbeeindruckt fort. Die Hirsche werden wie mit Bleistiften gestochen, den Rehen ergeht es nicht anders. Kurzum, vergessen Sie von der Wirkung her die Nosler Partition als Einheitsgeschoß!

Da, wie Sie sagen, Sie auf mittlere Entfernungen zu 150 - 250 m jagen und außerdem noch steil bergauf und bergab schießen müssen, kommt einer gestreckten flachen Flugbahn besondere Bedeutung zu. Bei 45° Schußwinkel zu Waagerechten halbiert sich der Geschoßfall etwa! Wir wollen Sie denn mit den lahmen Klumpen anhalten, wenn Sie bei Nosler auf 300 m mit -19,7 oder 25,7 cm Fall rechnen müssen. sind Sie immer mit Lot, Winkelmesser, Schußtafel und Taschenrechner unterwegs? Ich glaube kaum! Also wählen Sie ein für ihr Anwendung geeignetes Geschoß mit rasanter Flugbahn und verläßlicher Wirkung unter allen Umständen, damit Sie sich in Ruhe und Seelenfrieden dem Wild und dem Zielen widmen können, statt sich Sorgen um unzulängliche Munition machen zu müssen. Der treffen will muß ruhig sein! Das verspreche ich Ihnen mit dem Lutz Möller KJG Geschoß zu fördern! Bis zur Ansprechgrenze können Fleck halten und abziehen. So einfach wird das! Wollen Sie das? Dann sagen Sie Bescheid!

Waidmannsheil, Lutz Möller, Silvester 2005

 

Kaliberwechsel">Kaliberwechsel?

Sehr geehrter Herr Lutz,

Sie haben eine tolle Information über die Jagd aufgebaut. Meine Frage lautet: Lohnt es sich, eine Büchse vom Kaliber 7 X 57 auf das Kaliber 7x64 umzuarbeiten? Diese Repetierbüchse benötige ich nur auf Drückjagden auf Rehwild und Sauen. Jetzt kommen aber immer öfter auch Drückjagden mit Rotwild vor. Dazu scheint mir das Kaliber 7 X 57 etwas schwach oder wie ist Ihre Meinung hierzu?

Freundliche Grüsse und recht herzlichen Dank schon im voraus.
Meinolf Bankstahl

Tag Herr Bankstahl,

das würde sich schon lohnen, besonders mit dem Lutz Möller KJG Geschoß, nur ist das mit dem Magazin zu machen?

Die 7x57 verlangt 78 mm Magazinlänge,
die 7x64 verlangt aber 84 mm!

Messen Sie bitte mal nach, bevor wir weiter reden.

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Möller
 

Hallo Lutz!

Ich habe mir vor einigen Wochen eine 9,3x62 zugelegt .Eigentlich nur zur Schwarzwildbejagung habe vorher eine 7x64 geführt war aber nie so richtig zufrieden wegen der langen Fluchstrecken. Ich verschieße bei der 9,3 ein 16 Gramm RWS Kegelspitz da es richtig schön splittert. Ob ich einen Ausschuß bekomme, werde ich hoffentlich bald wissen. Was hältst du von einer 9,3x62? Das Durchschnittsgewicht liegt eh nur bei 70 kg. Ich muß dir ein dickes Lob wegen deiner Homepage aussprechen. Sie ist sicher die beste im deutschsprachigen Raum weiter so! Waidmannsheil

Gerd Pelzmann, Mittwoch, 9. April 2003 20:09
 

Gerd,

bevor sich dazu etwas sage, solltest du mal genau in Einzelheiten berichten, wo die Saue getroffen wurden. Dann davon hängen die Wundwirkungen erheblich mehr ab, als von der Munition. Mit 70 g Durchschnitt liegst du bei Sauen sehr weit oben. Frischlinge und überläufer liegen ja eher bei 15 – 50 kg.

Gruß Lutz

Sehr geehrter Herr Möller,

ich habe ein paar Fragen zur 8x64S Patrone. Ich bin im Besitz einer 7x64 Steyr Mannlicher Luxus und würde diese Waffe gerne, da ich mit ihr generell gut zurecht komme, auf Kaliber 8x64 aufreiben lassen. Ich habe einen 51cm kurzen Lauf, Ausführung Goiserer, und habe die Erfahrung gemacht, daß die 7x64 auf Drückjagden bei guten Schüssen und Adrenalin des Wildes (auch bei Rehen und Kitzen) und der schwersten, verfügbaren Fabrikmunition, meines Wissens nach die 11,5g TIG, auf Entfernungen bis 80 m keine ausreichende Stoppwirkung besitzt.

Gibt es andere Geschoß- oder Laborierungsempfehlungen für die 7x64 um bessere Stoppwirkung zu erzielen, und um auch mal durch einen dünnen Busch o. ä. zu feuern oder ist da die 8x64 besser? Gibt es speziell für diesen Fall (eine 7x64 auf 8 x 64S aufzureiben) Erfahrungswerte, Zeitungsartikel? Wie sieht es mit der Genauigkeit nach dem Aufreiben aus? Welche Kosten für entstehen wohl für so eine Aktion insgesamt? Macht es generell Sinn, den Lauf auf 8 mm aufzureiben? (Risiken?) Neuer Lauf? - Steyr bietet aber m. E. keinen 8x64S - Lauf an ... Ich wäre für eine kurze Antwort sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen, Roderich Beust, Dienstag, 21. Januar 2003 19:16

Lieber Waidgenosse  Roderich,

ob ein Schuß genügt ein Tier in Kampf- oder Fluchtlaune ,,aufzuhalten" bestimmt ganz wesentlich der Treffersitz mit seiner Wundwirkung. Nur Kopf- oder Trägerschüsse gewähren sicher die gewünschte Wirkung, das Tier augenblicklich zu fällen. Mit allen anderen Treffern kann jedes Wesen, ob Mensch ob Tier, obwohl langfristig tödlich getroffen, noch gut 15 - 30 Sekunden angreifen oder flüchten. Solange Kopf Rückenmark noch heil sind, erlauben die in Muskeln und Nerven gespeicherten Kräfte noch deren sinnvollen, gewollten Betrieb. Das ist durch keine Kaliberwechsel zu ändern.

Anders sähe die Sache aus, wenn das Geschoß gar nicht bis zum Ziel (Hirn, Rückenmark oder Herz) vordringen würde. Das schließe ich bei dem 11,5g TIG auf Reh(kitze) aus. Je schwerer ein Geschoß für die jeweilige Patrone gewählt wird, desto langsamer fliegt es. Wenn Sie statt der 7x64 die 8x64S mit demselben Pulverraum wählen und noch schwere Geschosse verladen, z. B. das 12,8 g 8 mmS TUG, fliegt das noch langsamer. Für Rehwild  wäre das zu langsam. Kleines Wild braucht schnelle Geschosse. Lesen Sie mal wie ein geeignetes Rehwildgeschoß aussehen soll.

Rat

Um kleines Wild schnell zu strecken laden Sie leichte + weiche + schnelle Geschosse, nicht langsame schwere. In ihrem Falle z.B. die RWS Werksladung mit dem 8g KS. Soll auch schweres Wild gestreckt werden, müssen Sie härtere und länger Geschosse laden, z.B. das 10,5g TIG und sich damit abfinden, daß die Rehe noch laufen, sofern Sie keine Zentralnervensystemtreffer landeten.

Auf ein anderes Kaliber umzurüsten, ist bei gleicher Grundhülse bei einem Repetieret mit eingeschraubtem Lauf recht einfach möglich. Ein neuer Lauf müßte her,  möglichst lang für hohe Geschwindigkeit, leiseren Knall und weniger Feuerschein. Dann kann jeder Büchsenmacher, und Steyr-Mannlicher sicher auch, das passende Patronenlager einreiben. In Ihrem Falle erscheint mir das unnötig.

Waidmann Heil, Lutz Möller


Grüß Gott Herr Möller,

herzlichen  Dank für die schnelle und interessante  Antwort.

Ihnen auch ein kräftiges Waidmannsheil

Roderich Beust

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Waldjagd

Vielen Dank für die rasche und ausführliche Beantwortung meiner Fragen (wo sonst bekommt man denn noch unvoreingenommene Antworten, bei vielen Büchsenmachern jedenfalls nicht). Ich werde Ihnen die Auswertungen aus meiner Abschußliste in Kürze zuschicken.

Gestern Abend war ich mit einigen Jagdkollegen zusammen. Einer fragte mich aufgrund meines Vorhabens (.30-06 => 7x64) um Auskunft zur 8x57 IS bzw.. 8x60S. Auch er hatte sich als Jungjäger (wie ich und offenbar viele andere auch) die .30-06 als Allheilmittel "aufschwatzen" lassen. Nun will er als reiner "Waldjäger" auf 8x57 IS oder 8x60S umrüsten. Frage: Lohnt sich der Aufwand zur 8x60S wenn man kein Wiederlader ist (derzeit gibt es, so glaube ich, nur eine Fabriklaborierung von RWS mit dem DK)? Oder soll er doch "nur" auf die 8x57IS umrüsten? Die Erfahrungen mit der 9,3x62 haben ihn nicht zufrieden gestellt, da gerade bei schwachen Stücken suchen angesagt war. Weitere Alternativen kenne ich nicht (7x64 "mag" er nicht, Geschmacksache).

Mit freundlichem Weidmannsheil, Andreas Mergenthaler

Lieber Waidgenosse Andreas,

auch ich fiel als Anfänger mal auf die .30-06 Sprg., bzw einen dummen Verkäufer, herein. Heute lese ich, daß der Händler zahlungsunfähig ist. Recht so! Das Ding war die Pleite und warum soll es dem Händler besser gehen als mir, nachdem der meine Unwissenheit ausnutzte. Als erste lief mir vollkommen lehrbuchmäßig breit in die Kammer getroffener Bock im Morgengrauen noch 100 m in den Wald, obwohl wie aus Eimern schweißte. Alle großkalibrigen pulverschwachen Patronen (8x57IS, .30-06 Sprg., 9,3x62) bringen zwar Masse ins Ziel, aber drauf kommt es nicht an, und zwar weder für kleine noch für große Tiere. Um kleinen Tiere die Lunge zu zerstören (also nicht nur ein kleines Loch hineinzustechen, daß bei Sauen ggf. sogar wieder ausheilen kann, wenn der Feist Ein- und Ausschuß schließt, so daß die Lunge nicht zusammenfällt, kein Pneumothorax eintritt)) müssen die Geschosse kurz, weich und schnell sein! Dann sind sie leicht. Um große Tiere durch dicke Schwarte, Feist und Knochen schießen zu können, also die erforderliche Tiefenwirkung bringen, müssen Geschosse hart, lang und langsam sein. Dann sind sie schwer.

Die Geschoßmasse ergibt sich aus den Anforderungen, ist also ein abgeleitete Veränderlich, keine unmittelbar die Zielwirkung bestimmende Größe! Das wissen die Meisten nicht. Jäger sollen verstanden haben was Flächenlast für die Tiefenwirkung bedeutet. Erst dann können Sie die Zielwirkung und folglich die Wundwirkung ermessen. Ohne die physikalischen Zusammenhänge verstanden zu haben, kann jegliche Entscheidung für oder gegen ein Geschoß oder Jagdpatrone nicht begründet werde, sondern bleibt unsachliche Geschmacksfrage oder ist gesellschaftlich begründet (Das machen alle so!).

Pulverschwache großkalibrige Patrone taugen zu nichts, außer die Lebensdauer in Maschinegewehren zu erhöhen. Genau da gehören 8x57IS, 7x62x61 NATO oder .308 Win und .30-06 Sprg. auch hinein, jedenfalls nicht in Jagdbüchsen. Wenn die Patronen großkalibriger werden müssen, um zu verschießende längere Geschosse zu stabilisieren, dann muß der Pulverraum mitwachsen, um den Geschosse die nötige Geschwindigkeit mitgeben zu können. Die 3 mm verlängerte 8x60S aus den Zeiten nach dem 1.Weltkriege mit seinen Militärwunden, die aus der 8x57IS nur entstand um eine nichtmilitärische Patrone aus alten massenhaft vorhandenen 98er Gewehren jagdlich nutzen zu können, gehört nicht dazu.Auch nicht die von Brenneke neu belebte 8x64S oder zukünftige 8x65RS für Kipplaufwaffen.

Wenn das Kaliber waschen muß, weil Großwild zu beschießen ist, bieten eher 8 mm Mazon, 8x68S, 8,5x64, .338 Lapua Magnum  9,3x64 den notwendigen Pulverraum.

Der Waldjäger muß nun nicht weit schießen. Insofern kann er hohe Geschwindigkeiten für klein Tiere, damit die nicht so weit flüchten, auch mit kurzen Geschossen erreichen. Bei großen Tieren gibt es für die 7 mm Kaliber hervorragende Geschosse beliebiger Härte um jedes Wild zu strecken. Da dein Freund die 7x64 Patrone ,,nicht mag", kann er sich sehr gut mit der 7x57 behelfen. über alle Zeiten und Länder betrachtet ist die 7x57 wohl die Patrone mit der das meiste Wild der Welt gestreckt worden ist. (Das ist jetzt kein technisch, physikalischer Grund sondern liegt auf der Ebene ,,nicht mag"). Will er nur ein Geschoß für alles nutzen, empfehle ich das 10,5g TIG. Ansonsten kann er für Reh und Fuchs kürzere, leichtere, weichere Geschosse nutzen, z.B. 8g KS, daß mit aus der 7x57 immerhin noch 900 m/s schnell ist, die im Wald auf kurze Entfernungen ja auch fast Zielgeschwindigkeit sind, und damit für Reh noch schnell genug ist. Das 10,5g TIG bringt die 7x57 zwar nur auf bummelige 800 m/s, aber das TUG ist vorn weich genug, um noch einigermaßen zu splittern, so daß auch große Tiere mit Kammertreffern noch genügend schweißen. er käme mit der 7x57 also hin, obwohl die 7x64 Patrone besser wäre, aber nur im Wald eben nicht unbedingt erforderlich ist. Von den kurzen 8 mm (8x57IS, 8x60S, 8x64S) rate ich ebenso wie von den zölligen Militärpatronen 7,62x51 NATO = .308 Win und .30-06 Sprg ab, weil die auf die Kammer Getroffenen, besonders bei kleine Tieren,  mangels Geschoßgeschwindigkeit und damit mangels Splitterwirkung zu weit flüchten .

Als reine Reh- und Fuchsladung bietet Sierra für das Metallsilhouettenschießen ein sehr weiches 8,2 g TMS an, daß 26,42 mm lange SS Pistol 7250. Bei 76 mm Patronenlänge entwickeln 3,5 g R904 3.783 bar und beschleunigen den Weichling binnen 60 cm Lauf auf  922 m/s. Weil das Geschoß eigentlich nicht für Büchsen gedacht ist, sind die Wände sehr dünn; dünner als beim 8 g RWS KS. Das eignet das Geschoß eben für besonders Reh und Fuchs, splittert mehr als das KS. Der Weichling dringt nicht tief ein, sondern platzt! Also bitte nicht für große Tiere! Ein Frischling oder überläufer hinter das Blatt breit auf die Kammer zählt in dem Sinne noch nicht als großes Tier, vor allem nicht im Sommer, wenn kein dicker Feist unter der Schwarte sitzt.

Mit 22,45 mm noch kürzer ist das 6,5g Hohlspitzgeschoß Varminter 1895, daß 3,45 g R907 bei 74 mm Patronelänge mit 3.835 bar aus 60 cm Lauf auf 1001 m/s beschleunigen. Damit rennt kein Reh mehr als 30 m, eher 15 oder weniger. Im unübersichtlichen Wald macht das viel aus. Vergleichen wir die typischen 100 m Flucht zu 100x100 m Fläche = 10.000 m², die abzusuchen sind mit 30x30= 900 m², so dauert die Nachsuche, wenn die ganze Fläche abgesucht werden muß,  nur 900/10.000 also etwa 1/11tel. Bei typischen 15 m Flucht sind es (15x15)/(100x100) oder 225 m² /10.000 m² = 1/44 Dauer, mit einem Kammertreffer mit Bummelgeschoß verglichen. Das zählt!

Achtung: Weit kann man mangels Rasanz mit den beiden o. a. kurzen Flitzen nicht schießen. Die Flugbahnen krümmen sich wie Bananen und der Luftwiderstand verzögert die kurzen, leichten Geschosse zügig. Damit eigen sich die Ladungen ausschließlich für kleine Tiere auf nahe Entfernungen, wie sie die Waldjagd von Fuchs über Reh bis Frischling oder breit auf die Kammer auch Überläufer hinters Blatt häufig bietet. Die sind nichts für große Bassen oder reife Hirsche.

Waidmannsheil, Lutz Möller


Hallo Hr. L. Moeller

Erstmal ein positiver Satz zu Ihrem Netzplatz: allererste Sahne. Jetzt zu meiner Frage Wie sehen Sie eine 7x64 mit Barnes X HP Geschossen als Einheitswaffe  für Reh - Dam - Schwarzwild.

Gruß, H. Meier,  Montag, 27. Januar 2003 22:02
 

Moin Herr Maier,

danke für die Blumen. Ihr Gedanke sich mit einer 7x64  als ,,Eine - für - alles auszurüsten“, paßt. Ihr Gedanke meine KJG Geschosse zu wählen, gibt ihnen mangels größerem Absplittern verhältnismäßig höhere Restmassen, die für ordentliche Flächenlast und damit Tiefenwirkung bietet. Allerdings sind die ogivalen und untermaßigen Barnes X weniger für den langen 7x64 Patrone Kegel geeignet, sie streuen.

Waidmannsheil, Lutz Möller


Sauer 80

Sehr geehrter Herr Möller,

endlich ist es nun soweit, ich habe gestern die Jägerprüfung bestanden und werde morgen meinen ersten Jagdschein lösen. Bei einem Büchsenmacher habe ich bereits meine erste Büchse gefunden. Es handelt sich um eine sehr schöne Sauer 80 im Kaliber 7x64 ausgerüstet mit einem Zeiß 1,5-6x42/4 und einem Zeiß 8x56/4 jeweils auf SEM. Angesichts der Qualität von Holz, Gravur und der Zieloptiken scheint mir, gute Schußleistung vorausgesetzt, auch der Preis von € 2.500 angemessen. Nun möchte ich die Waffe aber gleich mit Ihrer KJG Munition vom Büchsenmacher einschießen lassen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten wie der weitere Ablauf ist. Reicht Ihnen vorab ein Fax des Jagdscheines (Wenn ja, wie lautet Ihre Faxnummer)? Benötigen Sie eine beglaubigte Kopie vor dem Versand? Welche Streukreise auf 100 m müßte Ihrer Meinung nach die Büchse mit den 7 mm KJG Geschossen schaffen damit ich sie unbesorgt erwerben kann? Würden Sie mir zunächst auch eine Probemenge von 50 Schuß (aus einer größeren Charge) senden. Sollte die Waffe mit dieser Standardladung gut schießen, würde ich 150 Schuß aus gleicher Charge nachbestellen. Im anderen Fall müßte ich nochmals auf Sie zukommen, um mittels Ladungsleiter eine optimale Ladung zu finden oder den Erwerb des Gewehrs mangels Präzision zu verwerfen.

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Mühe.

Mit freundlichem Gruß und Waidmannsheil, Markus Knörr, Sonntag, 29. Mai 2005 19:12

Tag Herr Knörr,

herzlichen Glückwunsch zum „Grünen Abitur“. Die Welt wird nun für Sie reicher werden. Sie werden Dinge hören, sehen, riechen und erleben, die vielen anderen Menschen, besonders solchen aus großen Städten, verschlossen sind. Ich wünsche Ihnen häufig guten Anblick und immer eine ruhige Hand!

Wie genau soll das Gewehr schießen, ist weniger die Frage, als wie genau können Sie schießen; das allerdings erst, nachdem Sie wissen, was Sie vor sich haben. Die meisten deutschen Jäger schießen kaum weiter als 100 m. Wenn das Gewehr auf die Entfernung binnen 3 cm trifft, sind Sie immer noch im Rehherz drin, vorausgesetzt, Sie zielten in die Mitte. Aber wer kann das schon? Sehen Sie sich den inneren Aufbau an. Die Tiere haben ja keine Zielscheibe aufgemalt. Dieselbe Waffe wird auf 200 m dann 6 cm streuen und auf 300 m 9 cm. Bei 200 m kratzen Sie das Herz noch an und auf 300 m sind Sie immerhin noch in der Kammer, sofern Sie die Flugbahn ausgleichen. Schlechter sollte also ein Gewehr, das mit seiner Patrone und Geschoß auch für weite Schüsse geeignet ist, nicht treffen. Dabei kommt es in der Regel mehr auf den Mann am Rohr als auf das Rohr selbst an. schießen. Die Selbstbeschränkung auf das wahrscheinlich Mögliche ist ein Zeichen männlicher Selbstzucht. Mit der Zeit und Erfahrung können Grenzen ausgelotet und weiter herausgeschoben werden, die anfängliche noch unmöglich zu erreichen schienen, aber eben auch erst dann und nicht sofort. Bedenken Sie bitte, daß Sie auf lebende Tier schießen, die auch Schmerz empfinden. Daher soll das jeden jagdlichen Schusses sein, so wirksam wie möglich zu verletzen um das Tier so schnell wie möglich zu töten, damit es nicht länger als unvermeidbar leidet. Das Lutz Möller KJG Geschoß mit seiner splitternden Hohlspitze und dem schnellen schulterstabilen Restbolzen für große Tiefenwirkung bietet für den waidgerechten Schuß mit seinem großen Wirkungsquerschnitt [~ Gesamtsplitterquerschnittsfläche * v²) hervorragende Voraussetzungen das gesteckte Ziel sicher zu erreichen mit.

In der Regel erreicht Lutz Möller KJG Geschoßmunition die geforderte Genauigkeit aus guten Waffen mit guten Schützen ohne Weiteres. Erst höher gesteckte Anforderungen erfordern die Ladungsleiter.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 29. Mai 2005

 

Leberknotenschuß und Ladungsleiter

Hallo Herr Möller,

anbei erste Erfahrungen mit Ihrem 7 mm KJG Geschoß. Ich war vergangenen Donnerstag das erste Mal auf Jagd. Erster Bock meines Lebens: Kopfschuß 30 m, abgekommen wie gezielt. Ihre Seiten haben Wirkung hinterlassen. Zweiter Bock, selber Tag: 60 m Leberknoten. Beide KJG. Bilder von Wundwirkung beim zweiten sind beigefügt. Mein Jagdkollege meinte ich solle ein langsameres Geschoß verwenden, da zuviel Bluterguß. Ihre Meinung?

Weiterhin habe ich im Vorfeld eine Ladungsleiter geschossen. Es ist meine erste Leiter. Auswertung ist beigefügt. Habe mich bei Punkt 17, 55,5 Grain gelegt. Generell: Ist dies ein typisches Bild? Ihre Meinung hierzu würde mich interessieren, besonders zu folgenden Fragen:

Warum sinkt die Leiter mit zunehmender Ladung im Gegensatz zu den Erklärungen auf Ihren Seiten?

Warum verläuft sie schräg und nicht senkrecht. Den Kollegen aus dem Schützenverein (alles Wiederlader) ist dies, wie auch das Gesamtbild und die Schußreichenfolge unerklärlich. Ferner bekam ich den Rat nicht in 0,5%-Schritten, sondern in 1-Grain-Schritten zu laden, dann aber jeweils 5 Schuß, da sonst nicht so aussagekräftig.  Ihre Meinung?

Vielen Dank im voraus uns viele Grüße, 

Matthias Funk, Mittwoch, 11. Mai 2005 23:19
P.S. was macht Ihr Besuch in München? Biegartenwetter kommt ja jetzt wieder....

Moin Herr Funk,

Ihre „Kollegen“ haben die Ladungsleiter Gewehrlaufschwingungen mit der Auswirkung auf die Genauigkeit nicht verstanden. In Ladungsleiter erkläre ich wie,  ohne die Schwingungseinzelheiten zu kennen, Sie die schwankungsunempflindlichste Ladung am schnellsten finden.

Meine schnellen KJG Geschosse mit hohem Wirkungsquerschnitt (~ Querschnitt *  v²) erzeugen im Ziel beim Leberknotenschuß eine starke Druckwelle. Die dermaßen angestoßenen und bewegte die Leber, draußen am Rand auch Fleisch, Haut und Knochen werden von den beschleunigten Massen gedehnt, teil bis über deren elastische Grenzen hinaus gedehnt. Die eingetragene kinetische Energie verrichtet zunächst Beschleunigungs- und dann Spannarbeit. Die Zugfestigkeit reicht nicht aus. Gewebe reist. Auch Blutgefäße reißen. Die gespannten, noch nicht gerissen Gewebe schnellen unter ihrer Spannung wieder zusammen. di ganz kurzweilige Wundhöhle pulsiert, und zwar sehe schnell (<1s). Durch die gerissenen Adern und äderchen verbunden mit dem pulsierenden Leib und, sofern noch vorhanden, Blutdruck, strömt deren Inhalt, nämlich Blut, ins Gewebe, sammelt sich dann unter den Bindehäuten. Insbesondere, wenn das Herz noch vorhanden und die Arterien damit noch verbunden sind, dauert der Blutfluß, bis das Tier gestorben ist, und darüber hinaus. Der Tod tritt durch mangelnde Versorgung ein. Wenn das Hirn oder alles andere Gewebe keinen Sauerstoff mehr hat, stellte es seine Tätigkeit ein. Das Herz als autonomer Muskel pumpt auch ohne Hirn, z. B. bei Kopfschuß, der sofort die Lunge abschalten, die eben nicht selbsttätig atmet. Also hört das Herz erst auf zu schlagen, wenn es selbst nicht mehr genug Sauerstoff und Blut bekommt. Dabei hat der Herzmuskel selbst eine gewisse Speicherfähigkeit.

Das Ergebnis Ihres Leberknotenschusses ist nichts besonderes. Wie lang war denn die Fluchtstrecke? Der Rat ihrer „Kollegen“ würde ihnen länger bescheren, gewiß! Aber kürzerer Fluchtsrecken oder Blutgerinnesl nicht, gewiß!

Waidmannsheil, Lutz Möller, 12.Mai 2005

 

Irrweg

Hallo Herr Möller,

KJG aus der 7x64 RWS-Hülse mit 3,65 g R 903 geladen. Zündung RWS 5341. L6 - 83,7 mm. Geschoß 7 mm KJG mit 7,5 Gramm. WQ100 334 m³/s²

Die Blattzeit hat bei mir im Revier begonnen. Gestern Abend war ich mit einem Jagdfreund auf dem Ansitz. Gegen 19 Uhr 30 habe ich mit dem Rottumtaler Rehblatter eine Serie gefiept. Kurze Zeit später kam auf das Blatten ein ca. 4-5 jähriger Abschußbock. Mein Jagdfreund hat den Bock beschossen. Der Bock zeichnete bilderbuchmäßig und verendete nach einer Todesflucht von 50 Metern. Der Einschuß einige Zentimeter hinter das Blatt ist kalibergroß und der Ausschuß 3-4 cm. Schußentfernung 60-70 m. Der Bock war sauber ausgeschweißt. Bei dem aus der Decke schlagen waren doch große Hämatome vorhanden. Meiner Meinung nach, sollte die Hohlspitze nicht so tief gebohrt werden.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil.
Harald Beier, Sonntag, 24. Juli 2005 16:06

Danke Herr Beier,

ich sitze noch an der Afrikaauswertung '05 und komme immer mehr zu dem Schuß, Sie haben vollkommen recht! Der anfängliche WQ100 334 m³/s² entspricht meinem 9,3 mm KJG Geschoß für Jörg Bühler und die Wirkung ist demzufolge dieselbe, siehe 9,3x62#Irrweg und den zugehörigen Bericht über einen Rehbockbugschuß. Um die anfänglichen Zerstörungen und die folgende Wundwirkung einzustellen kommt beim Lutz Möller KJG Geschoß nicht auf das Kaliber (in Grenzen), sondern vielmehr auf den Wirkungsquerschnitt an.


Achtung!

Ab sofort nehme ich die 2005er 7 mm KJG mit 3 g Splitter aus der 7x64 mit 334 m³/s WQ auf 1,9 g Splitter zurück, um bei mäßigen und wildpretschonenden 224 m³/s WQ zu bleiben. Die überstarke Wirkung war ein Irrweg!

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller, 30. Juli 2003

Heute erklärte mir Volker Ziegenbein, in den vergangenen Jahren habe er im Rheingau mit seiner 7x64 KJG Munition alle Tiere, bevorzugt Rehe, aber auch Schweine, an den Anschuß gebannt. Letztens seien zwei Rehe noch 2 m gelaufen. Die Kammerschüsse hätten innerlich zu starker Verwüstung von Herz und Lunge geführt. Der Ausschuß sei etwa 5 cm groß gewesen.

Daß  getroffene Tiere meist „bumm= tot umfallen, ist allgemein nicht die Regel, war hier aber mit meinem KJG bislang der Fall. Das mag auch an den angetragenen Lungenschüssen liegen. Während Herzschüsse sicher wirken, verursacht der Treffe jedoch einen starken Reiz, daß die Tiere teils himmeln, meist dann wie angestochen wegrennen; nicht weit, aber immerhin. Die Lunge weist, bis auf die großen Luftröhren (Bronchien), keinNerven auf. Das Tier kann also einen Lungentreffer innen nicht fühlen. Insofern reizt ein Lungentreffer die Tiere nicht so wie ein Herztreffer zu fliehen. Ich rate daher zum breiten Kammerschuß. Er bringt oft kurze Fluchtstrecken, oder gar keine Fluchten und das Tier schweißt gut aus. 

Volker Ziegenbein verwendete in den vergangenen Jahren die alten 7 mm KJG mit knapp 2 g Splitter und derzeit die wenig verbreiteten 2005er mit 3 g Splittern. Von denn gab's nur wenige. Sie waren ein Irrweg. Mit Nachricht vom 3. Juli '05 liefen die aus. Mehr Wirkungsquerschnitt ergibt nicht im Verhältnis umgekehrt kürzere Fluchtstrecken. V.Z. berichtet von reichen Rheingauer (= Frankfurter) Jagdpächtern, die bei Einladungen auf Hochwild sehr auf 9,3 mm Kaliber drängen würden. Das höre ich immer wieder. Insofern wird ein Geschoß, mit dem sowohl  Hoch- als auch Niederwild angemessen bejagt werden kann, gebraucht. Die 7x64, seit 1917 weit verbreitet, haben viele im Schrank stehe, wollen sie aber, gleich der 8x68s nicht auf Niederwild einsetzen, weil schnell Bleigeschosse zu viel zerstören. Die Kupferjagdgeschosse boten Ende 2003 → Anfang 2005 aus beiden Patronen eben den Vorteil, kleine Tiere nicht zu zerfetzen. Alexander Gänslers Ruf nach mehr Pirschzeichen, den ich als Ruf nach Wirkung auffaßte, ändert Anfang 2005 mit der 3-g-Splitter-Formel das Bild. Der Wirkungsquerschnitt stieg durch die Decke, lieferte kaputte Rehe und zeigte mit der 9,3x64 in Afrika 2005 was zu wirkungsvolle Geschosse anrichten können, zumal ich ein halbes Jahr vorher mit 6,5 mm Copper in Africa 2004 gezeigt hatte, daß man auch mit sehr kleine Geschossen große Tiere fangen kann.

Daher bestätigt V. Z.s Bericht ein weiteres Mal, die eingeschlagen Richtung für die mittleren Patronen zwischen 7 und 9,3 mm den Wirkungsquerschnitt  auf ein verträgliche Maß zurückzunehmen wird gewünscht und ist angemessen. Zerstörer gibt es schon genug!

Lutz Möller, 25. September 2005

 

Bremse

Hallo Herr Möller,

Ich besitze noch einen Krico Repetierer in 7x64, mit dem ich auch wunderbar zurechtkomme. Allerdings bin ich beim Studieren ihrer Seiten auf die Idee der Mündungsbremse gekommen um einfach das Schießen (Rückstoß) noch angenehmer zu gestalten und zum anderen das Hochschlagen der Waffe zu minimieren (hauptsächlich um auf Drückjagden schneller wieder ins Ziel zu kommen. Wieviel muß man für das Montieren (Gewindedrehen) denn rechnen bzw. von wem kann man das ohne Bedenken montieren lassen ?

Gruß, Christian Krug, Donnerstag, 20. Oktober 2005

Tag Herr Krug,

jeder Büchsenmacher wird Ihnen ein 12 mm langes M15x1 Feingewinde darauf schneiden können. Wenn nicht, kann ich helfen. Die Arbeiten kosten je nachdem, ob noch weiter Arbeite erforderlich sind noch mal etwa 100 €

Waidmannsheil, Lutz Möller 21. Oktober 2005

 

7 mm KJG Messung aus 7x64

Weite [m]050100150200250300
Schnelle [m/s]960908857808760713663

→ BC 0,308 (Der BC steigt mit abnehmender Geschwindigkeit). Bei 4 cm Hochschuß ergibt das 195 m GEE.

Lutz Möller, 2. November 2005

 

Hülsenraum und Preßladung

7x64 mm Hülsen, links RWS, rechts NORMA,mit gleicher Ladung Rottweil R903, aber unterschiedlichen Füllständen

Hallo Herr Möller!

Ich wollte die 7 mm KJG Geschosse wie von ihnen empfohlen mit 3,67 g R 903 in die 7x64 KJG Munition laden. Als ich diese Menge Pulver in die RWS- Hülse füllte war ich erstaunt, daß die Hülse schon fast voll war. Da ich mich mit Preßladungen zu wenig auskenne, schien mir der Pulverstand zu hoch um das Geschoß mit genügend Halt zu setzen. Außerdem wäre auch die Gesamtlänge der Patrone viel zu lang für das Magazin geworden. Den beigefügten Bildern können sie den Füllstand entnehmen. Ich dachte sofort an die Problematik, daß die Hülsenvolumen gleicher Patronen von unterschiedlichen Herstellern stark voneinander abweichen können. Vor allem bei der zickigen .300 Win Mag. Dennoch war ich erstaunt daß die RWS- Hülse, die doch eigentlich qualitativ hochwertig ist, mit ihrer empfohlenen Ladung nicht kompatibel ist.

LM: Das stimmt nicht. Ihrer o . a. Hülsen sind ja noch gar nicht voll.

Zumal ich dachte, daß Sie für ihre Berechnungen häufig von RWS-Hülsen ausgehen.

LM: Wo steht das?

Da ich noch 20 Hülsen von Norma hatte, versuchte ich gleich diese zu laden. Es zeigte sich, daß die Norma-Hülse deutlich mehr Volumen hat als die von RWS.

LM: Das ist meist so.

Auf den beigefügten Bildern können Sie jeweils rechts die Hülse von Norma und links die von RWS sehen. Ich habe dann die Geschosse mit den Hülsen von Norma verladen.
Ist dieses Problem mit RWS Hülsen und der empfohlenen Ladung bisher noch nicht aufgetreten?

LM: Sie haben kein Problem, sondern schlichtweg gescheut das Geschoß in die Hülse zu stopfen.

Vielleicht können Sie mir einen Tip geben was ich mit den Hülsen von RWS machen soll.

LM: Laden und schießen Sie.

Ich wollte Sie auch noch fragen wie tief ich die Geschosse ihrer Meinung nach am besten setzen sollte. Wenn ich das Geschoß bis zum 2. (vorderen) Führband setze (Norma-Hülse) dann steht es genau auf dem Pulver auf. Oder sollte ich es eher etwas weniger tief zwischen das 2. und 3. Führband (von vorne) setzen?

LM: Bei der 7x64 KJG Ladungsempfehlung ist die Patronenlänge angegeben, benutzen Sie diese Länge (83,7 mm).

Mit freundlichen Grüßen, Maximilian Diefenthäler, Dienstag, 13. Dezember 2005 10:50

Lieber Herr Diefenthähler,

Hülsenräume ändern sich über die Zeit und Hersteller. Ihr Inhalt ist nicht genormt. Pulver ändern sich im Laufe der Zeit. Ihre Schüttdichte ist nicht genormt. Sie wissen also vorher nur als Anhalt, ob ihre Ladung geeignet ist. Gleichwohl langen die Berechnungen, um gefährliche Ladungen auszuschließen. Die Bofors-Marken Norma und Rottweil gehören zu den besten am Markt befindlichen Pulvern. Geprüfte Ladungen liegen regelmäßig dicht bei den Berechnungen. Einschießen müssen Sie ihre Waffe nach dem Ladungswechsel und dem Reh ist es gleich ob es mit 975 m/s getroffen wird oder mit 989 m/s.

Ein bis zum Rand gefüllte Hülse läßt sich bei den meisten Pulvern sehr wohl noch laden, indem Sie mit dem Geschoß das Pulver in der Hülse zusammenpressen. So entsteht eine Preßladung, die gewisse Vorteil bietet.

Der Hülseninnenraum enthält wenig Luft, aber viel Pulver, so daß die Zündflamme schnell hohen Druck aufbaut und wenig abkühlt, also gut zündet!

Die voll Ladung biete volle Leistung!

Das gepreßte Pulver hindert Geschosse weiter in die Hülse zu wandern, z. B. vom Rückstoß, und sichert damit gleichbleibenden Abbrand!

Wenn die Hülse zu voll ist, merken Sie das beim Geschoßeinpressen und anschließender überprüfung in der Waffe. Sofern Sie die erste gepreßte Ladung gleich in der Waffe prüfen, wissen Sie sofort Bescheid. Die 7x64 ist nach heutigen Maßstäben kein druckstarke Hülse. Sie haben also noch Luft, bis das Hütchen fliegt! Also fürchten Sie sich mal nicht so sehr und stopfen weiter.

Messen Sie bitte mal die jeweilige Mass un den Innenraum von aus Ihrer Waffe abgeschossen Hülsen und teilen uns den mit.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Druck

Guten Tag , bester Herr Möller,

Sie schreiben in Neuigkeiten zur Hülse 7x64: „Die 7x64 ist nach heutigen Maßstäben kein druckstarke Hülse. Sie haben also noch Luft, bis das Hütchen fliegt!“ Diese Aussage ist für mich widersprüchlich. Wenn noch Luft bleibt, bis das Zündhütchen rausfliegt, müßte die Hülse doch druckfest sein. ich wäre dankbar, wenn Sie dies aufklären könnten.

MfG, Hartmut Schmidt

Tag Herr Schmidt,

Sie haben ja vollkommen recht.

„nach heutigen Maßstäben nicht druckstark“" ist die veraltete CIP-Norm, weil die modernen Hülsen und Waffen mehr als die alte Norm aushalten. Heutige Waffen vertragen in der Regel 4.500 bar Gebrauchsgasdruck und die Hülsen halten bis 5.000 bar das Zündhütchen in der Hülse fest. Dagegen sind die 4.150 bar (alles Piezo) aus den alten 7x64-Vorgängern von 1917 abgeleitet. Be solch alten Waffen mag ein Selbstbeschränkung angemessen sein. Moderne Waffe können mehr.

Vorsicht ist bei Ladungsentwicklungen immer geboten. Deshalb schrieb ich ja auch „Sie haben also noch Luft, bis das Hütchen fliegt!“, meinte damit, solange das dünne Messing der Hülse hält, wird der dicke Stahl der Waffe dem Druck stand halten.

Kaum ein Patronenstopfer hat ein Druckmeßanlage zu Haus. Wenn die Zündhütchen ihre Rundung verlieren und abplatten ist das ein Druckzeichen, das man aufmerksam beobachten sollte. Wenn die Zündhütchen nach dem Schuß locker sind oder gar rausfliegen, ist das ein überdruckzeichen. Dann wird nicht mehr weitergeschossen, die Hülsen entladen und die Ladung zurückgenommen.

Dabei ist beachten, daß warme Waffen höheren Druck als kalte Waffen erzeugen. Die ersten drei Schuß hintereinander können also passen, beim vierten Schuß zweigt sich ein Rußrand am Zündhütchen und beim fünften Schuß fliegt das Zündhütchen raus.

Der Jäger könnte für sein 1 oder selten 2 Schuß damit gut leben, für den Sportschützen mit langem Reihenfeuer, wäre der Druck zu hoch. Das wäre also ein Ladung auf der Kippe.

Waidmannsheil. L. Möller
 

Auf dem Schießstand

 

Schuß 10 - 15 lagen hoch, weil die Waffe schon heiß war. Kalt schießt die Waffe mit der Ladung 4 cm hoch. Ich konnte im Dezember über das Absehen1 das Ziel kaum scharf erkennen, weil die Luft schon flimmerte und auch, weil bei dem alten Zeiß die Parallaxe nicht auf 100 m ausgeglichen war, so daß ich nicht Scheibe und Absehen gleichzeitig scharf sehen konnte. Daher halte ich den Ausreißer für ein Schützenfehler. Die Waffe hat ein deutschen Stecher und die Ladung war einfach irgendwie reingestopft. Das gerade vorhandene N550 flammte wie ein Flammenwerfer.


Zufrieden

7x64 KJG Munition, gebrauchte Hülsen, Masse + - 0,3 g, Pulver volumetrisch zugemessen
N550 Ladung nach QuickLoad 

Hallo Lutz,

ich komme gerade von Schießplatz und bin wie immer sehr zufrieden. Die 7x64 von meinem Freund schießt jetzt sehr genau und hat ihn überzeugt, sich der Patrone und dem Geschoß anzuschließen. Bei einem Streukreis von 1,7 cm ist das auch kein Wunder. Es gibt ihm Sicherheit und er ist, nach dem Lesen meiner Abschußberichte, nun davon überzeugt.

Andres 7x64-KJG-Scheibe aus Brünner Repetierer mit Leuchtpunkt Zeiß-Glas Absehen ähnlich Nr. 4


Seine Schlußfolgerung daraus ist, 50 Stück 7x64-KJG-Patronen zu bestellen. Kannst deren Lieferung noch vor deiner großen Reise veranlaßt werden?

Viel Glück für deine Reise, Klaus Rechtaceck, Sonntag, 8. Januar 2006 11:28
 

Mein lieber Klaus,

deine Antwort freut mich. Ich habe Sie entsprechend erwartet. Die alten deutschen Patronen mit den langen übergangskegeln gewinnen doch sehr von dem ersten im Kegel anliegenden Führband, so daß das genaue Geschoß die klapperige Hülse führt, statt  wie mit herkömmlichen Geschossen versucht wird die klapperige Hülse das Geschoß zu führen. Grundvoraussetzung für eine gut schießende Waffe ist ein guter Schütze. Das ist dein Freund offensichtlich. Meinen Glückwunsch an ihn. Nicht viele Jäger können auf 100 m 1,7 cm Streukreis treffen. Das war Klasse!

Technisch unabdingbare Voraussetzung ist ein vor dem Lauf mittig und fluchtend gesetztes Geschoß. Hülsen haben bis zu ein zehntel Millimeter Untermaß, so daß die meist im Lager klappern, diese losen Hülsen kein Geschoß mittig vorlegen könne. Daran kranken viele Patronen und Gewehre. Meine KJG Geschosse lösen das Problem als reibungsarmes Führbandvollgeschoß. Außerdem sind die Einpreßwiderstande beim KJG in der Regel so bei 38% geringer als bei herkömmlichen Mantelgeschossen. Während bei herkömmlichen Mantelgeschossen allfällige kleine Durchmesserschwankungen große Druckunterschiede und damit deutlich unterschiedlich dynamische Brennraumvergrößerung hervorrufen, bestimmt beim KJG eher die viel weniger als der Durchmesser schwankende Masse die Brennraumdynamik. Deshalb schießen die meisten Waffe mit meinem KJG auf Anhieb gut, besser als die meisten Jäger das brauchen.

Für besondere Anforderungen kann mittels der Ladungseiter die schwankungsunempfindlichste Ladung zügig und sicher ermittelt werden. Das ist aber für Jäger mist nicht erforderlich.

Rest per Email, Gruß Lutz

Herr Möller,

nach der .270" Win sende ich Ihnen hier noch drei Ergebnisse mit der 7x64 meines Jagdkollegen!

Schöne Grüße, Oliver M. Südtirol, Montag, 9. Januar 2006 15:14


 

Weitschuß

Hallo Herr Möller,

können Sie mir bitte Daten über die Flugbahn des KJG 7 mm - 7,5 Gramm auf Distanzen von 350 und 400 mt mitteilen. Bei 300 mt sind es 12,8 cm.

Waidmannsheil, Hubert Messner , Südtirol, Sonntag, 8. Januar 2006 15:57

Tag Herr Messner,

ich vermute Sie meinen die 7x64 KJG Munition. Wenn dem so ist, sieht die erweiterte Schußtafel wie folgt aus:

Schußtafel bei Army Std. METRO Atmosphäre
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 Waffe / Munition     : 7x64 Brenneke
 Geschoßtyp           : 7.24, 7.5, Möller 7 mm KJG
 Geschoßgewicht       : 7,52 Gramm
 V0                   : 1.021 m/s
 Seitenwind           : 4 m/s
 Ballistische(r) Koeffizient(en) (G1):
 C1=0.435@V>800 m/s;  C2=0.394@V>400 m/s;  C3=0.339@V>340 m/s;  C4=0.411@V>300 m/s;  C5=0.345@V>0 m/s;

 Tabelle verschiedener Fleckschußentfernungen - Flugbahnen zur Visierlinie in cm
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 Entfernung            50 m    100 m    150 m    200 m    250 m    300 m    350 m    400 m    450 m    500 m
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  50 m   Fleck          X       +1,9     +1,2     -2,6     -9,7    -20,3    -34,5    -52,8    -76,0   -104,4  
 100 m   Fleck         -1,0      X       -1,8     -6,5    -14,5    -26,1    -41,4    -60,6    -84,8   -114,2  
 150 m   Fleck         -0,4     +1,2      X       -4,2    -11,6    -22,6    -37,3    -55,9    -79,5   -108,3  
 200 m   Fleck         +0,6     +3,2     +3,1      X       -6,4    -16,4    -30,0    -47,6    -70,2    -98,0  
 250 m   Fleck         +1,9     +5,8     +7,0     +5,1      X       -8,7    -21,0    -37,4    -58,6    -85,1  
 300 m   Fleck         +3,4     +8,7    +11,3    +10,9     +7,2      X      -10,9    -25,8    -45,6    -70,7  
 350 m   Fleck         +4,9    +11,8    +16,0    +17,1    +15,0     +9,3      X      -13,3    -31,6    -55,1  
 400 m   Fleck         +6,6    +15,2    +21,0    +23,8    +23,3    +19,3    +11,7      X      -16,6    -38,4  
 450 m   Fleck         +8,4    +18,8    +26,5    +31,2    +32,6    +30,4    +24,6    +14,7      X      -20,0  
 500 m   Fleck        +10,4    +22,8    +32,5    +39,2    +42,6    +42,4    +38,6    +30,7    +18,0      X    
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
 224 m   GEE           +1,2     +4,4     +4,9     +2,4     -3,5    -12,8    -25,8    -42,9    -64,8    -92,0

Geschw.         m/s   981,8    943,8    906,9    871,0    836,0    801,9    765,5    729,7    695,0    661,3  
Energie       Joule  3623,2   3348,1   3091,2   2851,2   2626,9   2417,2   2202,4   2001,6   1815,6   1643,5  
Windabweich.     cm     0,5      1,8      4,0      7,3     11,7     17,2     23,8     31,6     41,1     52,4  
Korrektur   MOA/m/s   0,075    0,142    0,207    0,280    0,360    0,441    0,523    0,607    0,703    0,806  
Flugzeit          s   0,050    0,102    0,156    0,212    0,271    0,332    0,396    0,462    0,533    0,607  

Waidmannsheil, Lutz Möller

 

Winddrift 7mm KJG aus der 7x64

Hallo Herr Möller

Vielen Dank für die Zusendung der Außenballistik der 7x64. Im Gespräch mit den Kameraden bzgl. Jagdpatronenwahl stelle ich immer wieder fest, daß der Ruf der 7x64 schlechter ist als deren Leistung und Reichweite. Wahrscheinlich kommt das von der Verwendung zu weicher Geschosse und der damit verbundenen Wildpretentwertung.

LM: Ja ganz gewiß. Da haben Sie vollkommen recht.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist der Umstand, daß die für 65cm-Lauf empfohlene 7x64 KJG Munition mehr Winddrift haben soll als die 8x57 und 8x64. Ihre 7 mm KJG Geschoß hat im Vergleich zu den beiden 8mm-Patronen einen besseren Verzögerungsbeiwert und eine höhere V0. Können Sie die Daten nochmals prüfen ?

Gruß, Christian Waldmann, Sonntag, 12. Februar 2006 12:53

Lieber Herr Waldmann,

Ihre ballistische Betrachtungweise trifft zu. Ich werde die Daten prüfen und ggf. berichtigen. Danke für den Hinweis.

Tatsächlich waren die Tafeln fehlerhaft. Inzwischen sind die berichtigt. Sie sehen, die 7x64 hat die Nase im Wind vorn!  Bei 300 m kann sie mit ~ 15 cm gegenüber ~ 20 cm der 8 mm Patronen punkten, zumal die Tier ja breiter als hoch sind. Für einen mittig angetragenen Lungenschuß langt das.  

Im übrigen teile ich Ihre Meinung, daß die gute alte 7x64 bei der Jagdpatronewahl viel zu oft außen vor bleibt, obwohl sie doch ein angenehme Einheitspatrone darstellt, die mit dem richtigen Geschoß alle jagdlichen Aufgaben meistert. Insofern sehe ich mit dem Lutz Möller KJG Geschoß die alte Dame mit frischen Wind unter den Segeln zu neuen Ufern aufbrechen.

Lutz Möller, 12. Februare 2006


Unerträgliche Wildpretentwertung

Sehr geehrter Herr Möller!

Zuerst einmal Gratulation zu Ihrer sehr informativen und umfangreichen Seite. Sollten meine Fragen teilweise schon beantwortet worden sein, so bitte ich Sie dies zu entschuldigen, da ich die Informationen beim Umfang Ihrer Seiten wahrscheinlich überlesen habe.

Doch nun zur Sache: Ich führe einen Steyr Luxus Stutzen in 7x64. Die Präzision ist seht gut mit RWS 11,7g Kupferkopf Hohlspitz und Hirtenberger 9,1g Sierra. Leider ist die Wildbretzerstörung unerträglich, sobald ich ein geringeres Stück Rehwild mit unter 16 kg aufgebrochen beschieße. Meistens zerreißt es das Stück dann so, daß ein Aufbrechen nicht mehr notwendig ist. Nun meine Fragen: Kann ich mit Ihrem Geschoß aus dem kurzen Stutzenlauf eine so starke Wildbretentwertung verhindern?

LM: Ja! Der Wirkungsquerschnitt ist auf einen vernünftigen Wert eingestellt, der kleine Tiere (Rehe) nicht zerstört und die Tiefenwirkung langt hin auch große Tiere ohne unnötige Fluchten zur Strecke zu bringen.

Wie sieht es mit der Richtungsstabilität aus, wenn das Geschoß in einer Drückjagdsituation auf ein ästchen o. ä. trifft?

LM: Kleine Hindernisse (Gras, Zeig, Busch, Stange, Weidezaunpfahl) zerlegen mein Lutz Möller KJG Geschoß nicht. Sofern das Hindernis nah beim Ziel ist (einige Meter) treffen Sie das Ziel. Ich selbst durchschoß 2004 ein Eisenrohr 7 m vor eine kleinen Warzenschweinchen und konnte keinerlei Trefferabweichung feststellen, soweit man das von einem 100 m Schuß sagen kann. ähnliche Geschichten finden Sie auf meiner Seite an verschiedenen Stellen. Daneben fliegt mein KJG Geschoß auch innerhalb des Wildes schulterstabil geradeaus, so daß sie den Schuß aus jedem Winkel erfolgreich antragen können.

Ich danke im Voraus für Ihre Mühe, mit freundlichen Grüßen aus Wien
Bernd Walzer, Dienstag, 14. Februar 2006 22:34


7x64-Patronen: Oben 7 mm KJG | Mitte: Reste eines 7 mm KWJG in Sand geschossen | unten GECO
 

Hallo Herr Möller,

erstmal ein Lob an Sie für die sehr informative Seite.

Trotzdem habe ich eine Frage an Sie. Ich besitze einen Akah 98er  in 7x64. Soweit so gut. Ich habe Jagdmöglichkeit auf Reh, Schwarz und Rotwild, wobei Rehwild und Sauen wohl am häufigsten vorkommen. Die Frage, die ich mir stelle ist, welches Geschoß (Fabrikmunition) sollte ich wählen, um auf Rehwild und Sauen am besten klarzukommen und wenig Wildbret zu entwerten. Ich hatte mal einen Bock mit Geco TMR geschossen, und der Ausschuß war schlimm. Desweiteren sollte die Munition günstig sein, damit ich weiterhin auf dem Stand viel üben kann. Momentan verwende ich Sellier & Bellot Sierra Gameking, konnte die Munition aus der 7x64 bis jetzt noch nicht einetzten.

Was halten sie davon? Das KJG gibt es ja (noch) nicht im Handel und ist, glaube ich, wohl auch sehr teuer. Zu teuer zum üben, meine ich. Oder gibt es eine günstige Munition, die mit meinem KJG zusammenschiessen könnte? Außerdem finde ich den Lauf meiner Waffe zu lang. Was ist die Mindestlänge die man bei 7x64 einhalten sollte?

Mit freundlichen Grüßen, Vielen Dank, David Grueters, Freitag, 24. Februar 2006 15:40

Tag Herr Grüters,

Lauflänge

danke für Ihre Zuschrift. Zunächst lesen Sie bitte Stutzenlauf, um zu lernen, daß unser wunderschöne alte 7x64 Jagdpatrone lange Läufe braucht, um di ihr innewohnenden Möglichkeiten für den weiten Schuß auszuschöpfen. Jeder Lauf für die 7x64 sollte 60 - 65 cm lang sein. Aus zu kurzen Stutzenläufen verschössen erzeugen Sie bloß ohrenbetäubenden Krach und blendende Mündungsblitze, ohne nennenswerte Leistungen  zu erreichen. Für Stummeläufe gibt es bessere geeignete Patronen, insbesondere unsere alte und bewährte 8x57IS KJG Munition und Otto Bocks großartige 9,3x62 KJG Munition. Diese im Verhältnis zu dem Laufquerschnitt kleinräumigeren Patronen, sind dank geeigneter  schneller Pulversorten in kurzen Läufen Leistung zu bringen und das Pulver vollständig zu verbrennen. Das kann die im Verhältnis zum Laufquerschnitt fülligere 7x64 erst aus langen Läufen. Daran kann nicht gerüttelt werden. Der es dennoch versucht, wird Schiffbruch erleiden. Der Versuch wäre dumm.

übung

Schauen Sie sich doch mal die Anschütz 1416 an. Das Gewehrchen schießt prima genau. Dabei kostet jeder Schuß in etwas so viel wie ein Zündhütchen bei einer Großkaliberpatrone. Ich über mit so einem Gewehr. Es hat in den Jahren schon viele 10.000 Schuß auf dem Buckel und trifft und trifft und trifft. Sie können auch ein ZF aufbauen. Mangels Rückstoß tut es auch ein preiswerteres Glas. Das wesentliche beim Schießen, nämlich die Körperbeherrschung, lernen Sie mit so einem Gewehrchen auch.

Die Flugbahnen für weite Schüsse hingegen können Sie nur mit der wahren Jagdmunition üben. Da würden Sie mit einem anderen Geschoß, als dem Einsatzgeschoß, sich nur falsche Werte merken und nicht übertragbar Erfahrungen sammeln. Für das echte Jagdgeschoß gibt es in dieser Hinsicht also keinen billigen übungsersatz.

Zusammenschießen

Warum sollen Jagd- und übungsmunition denn zusammenschießen? Wozu? Das ist doch müßig! Solange beide Geschosse, nämlich Jagd- und übungsgeschoß, wenn Sie das denn unbedingt in einem  Großkaliber benötigen, weil Sie sich kleines, angenehmes und wirtschaftliches übungsgewehr leisten wollen (warum auch immer) ,  auf der Scheibe liegen, langt das doch. Die Jagdmunition schießen Sie entsprechend der GEE auf Ihre übungsentfernung in der passenden Höhe mittig ein und stellen als Jäger an dem Zielfernrohr nicht weiter rum. Die übungsmunition kann irgendwo auf der Scheibe liegen. Wo ist gleichgültig. Sie wollen ja nur einige Schüsse in dasselbe Loch setzen, oder in dessen Nähe, um zu prüfen, ob Sie den Abzug richtig bedienen und dabei die Waffe ruhig halten. Mehr wollen Sie nicht.

Bewegungsschießen ist etwas anderes. In dem Falle sind der Anschlag und das Vorhalten die Übungsziele. dafür müssen Sie Jagdmunition nehmen, um den wahren Vorhaltewinkel zu ergründen.

Lebensdauer

Kurzum sollten Sie Ihren übungsansatz mal überdenken, statt nach billiger Jagdmunition zur übung zu fragen. Im übrigen sind Jagdwaffen auch nicht   unbedingt für heftigen Dauergebrauch gedacht. Hochleistungspatronen schießen den Lauf schnell aus und dann wird's teuer. Meine Heym SR 20 N in 6x52, anders auch als .243" Win. bekannt, war nach etwa 1.300 - 1.400 Schuß unbrauchbar, weil sie ausgeschossen was. Ich baute Sie dann mit einem neuen Lauf zur leistungsfähigeren 6,5x65 KJG Munition um.

Ein olle Krico in .308" Win. vertrug nach den Vorbesitzern gerade mal noch 1.000 Schuß 7,62x51NATO VMS aus Daressalam / Deutsch Ostafrika, bis sie ebenfalls völlig ausgelutzt war, ä hem, ich meinte ausgelutsch. Anschließend zur 6,5x62 oder auch .260" Rem. umgebaut, kam die Genauigkeit dann wieder. Man lese dort nach und sehe sich die 400-m-Schußbilder an.

Mit einer Jagdbüchse fröhlich auf dem Stand herumzuballern ist also ein teuerer Spaß, von dem ich abrate. Nicht daß man mich mißverstehe. Ich rate durchaus zu üben. Je mehr desto besser. Gerade wenn überdurchschnittlich Erfolge angestrebt werden, muß überdurchschnittlich gelernt genauso geübt werden. Leider gibt kaum gut Schießlehrer. Der gewöhnlich Jäger möge sich eine KK-Büchse anschaffen und mit der üben. Wenn das Ding in allen Anschlagsarten sicher beherrscht wird, ist der Mann für den Ansitz gerüstet. Ich übe insbesondere stehend freihändig, weil ich den Anschlag auf der Jagd selten brauche, meist im Herbst und Winter zur Drückjagd, und komme so gut zurecht.

Um die Lebensdauer Ihrer Akah 7x64 nicht voreilig und sinnlos zu verkürzen, kaufen Sie sich besser ein dauergebrauchsfähiges KK, oder meinetwegen auch eine billige alte Militärmauser in 8x57IS, die für Dauergebrauch entworfen und bestimmt wurde, aber lassen Sie die 7x64-Hochleistungspatrone stehen, wenn sie nicht ganz besonders deren Flugeigenschaften kennenlernen wollen und deshalb damit üben müssen! Kurzum ist Ihr Wunsch sinnlos. Den Abzug zu krümmen und des Gewehr ruhig zu halten erfordert keine Hochleistungsjagdmunition.

Geco zerstört Wildpret

Daß Sie mit Ihrer Geco Target (Target heißt Ziel, wie Papierscheibe. Will der Hersteller uns damit etwa etwas sagen?) in die Rehe faustgroße Löcher reißen, siehe kaputte Rehe, aber aus der Sau keinen Ausschuß herausbekommen, muß nicht verwundern.

Geco 7x64 Target sind Wettbewerbspatronen für Papier, nicht für die Jagd, bemerkst schon der Hersteller auf der Schachtel. Leider ist das Ergebnis, nämlich zerstörte Rehe bis zum Abwinken, mit den weitaus meisten Bleigeschossen aus der schnellen 7x64 nicht viel besser, selbst langsame Bummeltanten, wie die 9,3x62 mit dem lahmen Norma Vulkan. Man sehe sich nur dieses vulkanisierte Reh in Berge an. Ganz im Gegensatz dazu war dieses mit der ähnlich schnellen .300" WM mit Lutz Möller KJG Geschoß erlegte Bockkitz sehr gut zu verwerten. In dem Aufsatz ist das Wildpret abgebildet. Auch die ähnlich schnelle 6,5-284 ließ die Gams heil. auch in dem Absatz ist das Wildpret abgebildet. Man möge also nicht unser gute alte 7 x64 Patrone anzählen, wenn das Wildpret verwüstet wird.

Die Patrone ist nicht das Problem. Das Blei ist die Krankheit! Aber ich habe die Medizin: Kupfer!

Sie erkennen, die Bleierne Sippe mag, besonders aus für das jeweilige Wild großen Patronen, wie der 7x64 für Rehe, zwar zuverlässig wirken, aber sie haut eben auch altes kaputt. Blei ist so! Es kann nicht anders. Dafür dringt es in die großen Biester nicht so recht tief ein und gelegentlich zu unser aller Verdruß nicht mal mehr aus. Blei ist so! Wenn man das lädt, muß man damit leben.

Aber das muß nicht sein. Mit dem richtigen Geschoß können Sie mit Riesenpatronen auf kleinste Wild reuelos anlegen und es heil zu Strecke bringen  und mit demselben Geschoß große Tiere fangen, ohne daß die noch weit rennen. Das Lutz Möller KJG Geschoß kann das. Seine sicher splitternde Hohlspitze sorgt für augenblicklichen und angemessen Wirkungsquerschnitt, während der feste und schulterstabil alle Hindernisse schnurgerade und tief durchdringende  kupferne Restbolzen weiter drinnen die Arbeit zuverlässig erledigt und wieder ausschießt, wenn die Durchdringung kleiner als ein ¾ Meter gewählt wurde, sprich versucht wurde lange Tiere längs zu durchdringen. Beim zu empfehlenden breiten Lungenschuß hinter das Blatt nicht (nicht auf das Blatt) ist das hier immer der Fall; ganz anders als beim Geco TMR. Ich könnte 1997 während einer Drückjagd am Mahrzehner Fenn selbst einen kleinen 23 kg Frischling mit der .30-06 Fenn, den Bracki mir zutrieb, mit dem 11 g Geco TMR nicht ducrhdringen: Kein Ausschuß! Auf so ein kleines Schweinchen; was soll den das ? Das ist doch doch ausgemachter Bockmist!

Ein richtiges Jagdgeschoß muß mehr können, als kleine Tiere ausschußseitig zu zerfetzen aber „große“ Tiere (Soll ein 23 kg Frischling schon ein „großes“ Tier. sein? Das wäre dann ja wohl der Brüllwitz!) ohne Ausschuß von dannen fliehen lassen. Ne, ne, mein Lieber. So'n Mist kommt mir nicht mehr ins Rohr! Ich schieße KJG und komme ohne Sorgen und Bange zurecht.

Fertige Munition

Der nicht selbst stopfen will, kaufe KJG Munition von der Lutz Möller GmbH. Ich renne ja nun schon einige Jahre den großen  Munitionsherstellern die Bude ein, aber bislang schlafen die noch, wollen lieber die alten Semmel von gestern, ä hem, ich meinte Bleigeschosse von vorhanden Maschinen, verkaufen. Na, wenn die man nicht zu lange schlafen. Sonst gibt es noch mal ein böses Erwachen!

Kosten

Zu welchem Kurs verkaufen Sie ihr Wildpret? Wieviel Gramm gerettetes Wildpret kostet ein Patrone? Welche Kosten verursacht Ihre An- und Abfahrt ins Revier? Wie hoch bewerten die die Kosten einer Nachsuche wegen unzureichender Geschoßwirkung? Wenn Sie darüber mal nachdenken, sollte Ihnen die beste Jagdmunition gerade gut genug sein. Mit KJG-Munition langen sie bei den meisten Patronen binnen ± 5 cm etwa 30 - 40 m weiter raus, sprich versetzen sich überhaupt erst in die Lage Feldrehe zu erbeuten. Wenn Ihre Munition Sie im Jahr nur ein Stück mehr erbeuten , oder aber verlieren läßt, macht das mehr aus als Ihr Munition kostet, wenn Sie nicht gerade Kitze als Währung wählen.

Waidgerechtigkeit

Auch dem Wild zuliebe sollten wir waidgerechten Jäger das unter allen Umständen, sprich Wildarten, Entfernungen, Schußwinkeln, Wind und Wetter,  wirkungsvollste Geschoß  wählen, um ihm den Tod so schnell wie möglich zu bringen, dabei unnötige Leid ersparen. Technisch gesehen muß das Geschoß beim meist einfach anzutragenden und dabei wildpretschonenden = bevorzugten Lungenschuß auch nach vorherigen Hindernissen (außen: Zweig, Getreide, Zaunpfahl oder aber innen: Vorderlauf, Knochen, Weiches) die Lunge zuverlässig großräumig zerstören und als weitere Todesursache dann den Brustraum öffnen, damit die Lunge zusätzlich zusammenfällt und das Tier nicht nur aus dem äser sondern auch aus dem Brustraum schweißt. Bleigeschosse versagen regelmäßig an den Hindernissen. Sie zerlegen sich zu schnell. das beschränkt dann die Tiefenwirkung und verhindert ggf. den gewünschten Ausschuß.

Deshalb ist das bis weit draußen in 300 m immer sicher und doch begrenzt splitternde Lutz Möller KJG Geschoß mit dem schulterstabilen Restbolzen das Mitel der Wahl. Es gibt nichts besseres. Steigen Sie sich und dem Wild zuliebe um!  Sie werden es nicht bereuen.

Lutz Möller, 24. Februar 2006

p.s. Ich hoffe ihre Fragen nun erschöpfend beantwortet zu haben. Wenn Sie noch was wissen wollen, fragen Sie weiter. Unsere 7x64 ist besser als ihr Ruf!


Hallo Herr Möller,

vielen Dank erst einmal für Ihre Mühe meine Fragen so umfassend zu beantworten.

Daß sich Läufe so schnell ausschießen lassen wußte ich nicht.

Zu ihrem Punkt übung: Sie werden lachen aber ich besitze Zufällig eine Anschütz 1516, ich glaube allerdings in .22" Magnum oder auch .22" WMR. Da sind die Munitionskosten schon deutlich geringer (ca. 8 € je 50 Schuß) aber auch deutlich teuerer als .22" lfb. Ich mß ihnen recht geben, daß die Anschütz sehr präzise schießt. Das man auch ohne den Rückstoß der Jagdwaffe üben kann ist mir auch neu. Aber sie werden schon recht haben das die Waffenbeherrschung die selbe sein soll und man sich auch hier auf „muckfreies“ Schießen und Abzugskontrolle konzentrieren soll. Die Anschütz hab ich noch nicht so lange, werde aber in Zukunft damit üben.

Neben der Akah in 7x64 habe ich noch die Möglichkeit eine geerbte Krico in .30-06 zu nutzen. Nun stellt sich die Frage, welche Waffe ich nutzen soll. Diese amerikanische Militärpatrone scheinen Sie ja, wie ich auf Ihrer Seite entnehmen kann, nicht sonderlich zu mögen.

LM: Ja. Neben der mäßigen Ballistik weist sie das .30-06-Delta-L-Problem auf. Lesen Sie dazu bitte sinngemäß auch:

Maßschwierigkeiten an der Mauser 03 in .308" Win. und Unmäßige .308" Win. bringt die Maßzeichnungen das amerikanische „Delta-L-Problem“, zu erhellen. | Unsere 7x64 ist besser als ihr Ruf, selbst es um unerträgliche Wildpretentwertung geht.

Ist die .30-06 wirklich so viel schlechter als die 7x64? Die Patronen sind doch nahezu gleich, nämlich 7x64 zu 7,62x63.
Viele Grüße, David Grueters, Samstag, 25. Februar 2006 13:58

Tag Herr Grüters,

neben dem Delta-L-Problem fehlt der .30-06 die notwendige Geschwindigkeit, um weit raus zu langen. Das kann die 7x64 besser. Außerdem ist unsere 7x64 von Wilhelm Brenneke sauber und stimmig entworfen worden, hat nicht solch blöde Maßschwierigkeiten, wie die .30-06. Darüberhinaus stimmen die eher europäisch beeinflußte CIP- und amerikanische SAAMI-Normen der .30-06 nicht überein. Im Ergebnis sind schlecht Passungen, bzw. klappern oder Klemmen wahrscheinlich. Für Militärwaffen mit dreckunempfindlichen weiten Passungen in allen Teilen, auch zwischen Patron und Lager, stört das nicht, aber für eine genau schießende  Jagdwaffe kann das nicht hingenommen werden.  Der selbst lädt, kann seine Munition der Waffe anpassen, aber der Munitionskäufer kann das nicht. Er sollte also ein Patron wählen, die vom Delta-L-Problem frei ist, also keine amerikanische .30-06 oder ähnlich schlampig entworfene Patrone.

Waidmannsheil, Lutz Möller

 

7x64 auf Bär

Sehr geehrter Herr Möller,

ich bin bei der Recherche nach Rückstoßbremsen über Ihre bemerkenswerte Seite 'gestolpert'. Meine Hochachtung!

Auf meinem diesjährigen Jagdausflug nach British Columbia habe ich unter anderem einen ~200 kg Schwarzbären erlegt, der sich am Auto unseres Koches zu schaffen machte. Ich erlegte den Bären auf 40 m mit einem gut gezielten Schuß aus meiner 7x64 mit Norma Oryx. Der Schuß ging durch's Herz und blieb in der rechten Schulter stecken. Die Aufpilzung war hervorragend, obwohl ich keinen Knochen bis zur Schulter traf. Der Schuß holte den Bären erst mal von den Füßen, Zeit nachzuladen. Obwohl tödlich getroffen, lies der Bär sich nicht davon abhalten mich anzunehmen, was ihm zwei weitere Treffer bescherte. Glücklicherweise hatte der erste Schuß eine seiner Schultern zertrümmert, sonst hätte er wohl Erfolg gehabt. Mit einer Norma Vulcan habe ich später noch zwei Weißwedelhirsche auf 150 bzw. 120 m geschossen. Innerhalb von ca. 1 min :). Die Norma war in beiden Fällen durch den Wildkörper gerauscht: Einschuß = kleiner Finger, Ausschuß = Daumen, beides Herzschüsse. Der eine Hirsch lief noch 10 Schritt der andere -etwas schwerere- lag nach 40m.

Die Erfahrung mit dem Bären und die Tatsache, daß in BC die Guides keine Waffe mitführen, zumindest nicht die meines Outfitters, lies die Begehrlichkeit nach einer schwerer Waffe aufkommen. Ich höre Sie, 8x68S. Leider gibt es diese in den USA, wo ich derzeit lebe, nicht zu vernünftigen Preisen. Also schaue ich nach einer .300" Win. Mag. Remington Model 700A. Diese hat mit einem 11,7 g Remington Scirocco auf 300 m dieselbe Energie wie meine 7x64 auf 100 m und spielt in derselben Klasse wie eine .338. Ich muß ja immer darauf achten, was ich hier bekomme. Import von Munition ist praktisch ausgeschlossen.

Da ich eine ziemlich lädierte rechte Schulter habe, alter Jadgunfall, will und kann ich mir den ungebremsten Rückstoß aus einer .300" Win Mag auch nicht antuen. Nun zum meiner Frage: Ihr Feuerschlucker ist eigentlich das, was mir sehr entgegen kommt. Würden Sie mir ein Angebot machen und mir die auch in die USA schicken?

Mit freundlichen Grüßen und ein herzliches Waidmannsheil aus den USA,
Thomas Bunge, Montag, 24. Oktober 2005

Lieber Herr Bunge,

Danke für ihre lebhafte Schilderung! Wie gut, daß Sie den Bären gleich richtig getroffen haben!

Na klar mach ich Ihnen ein Angebot.

Den Rückstoß ihrer .300" Win Mag mindern Sie deutlich ( ~ 40%) mit einer Rückstoßbremse, genauer der hdp-Ausführung. Die finden Sie bei den 7,62 mm Patronen. Ich versende die gern. Ein- und Ausfuhr sind frei.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 24.Oktober 2005

Lieber Herr Moeller,

vielen Dank für Ihre Erläuterung. In der Zwischenzeit habe ich auch die Tabelle Ihres Kollegen gefunden mit den Auswertungen zur Rückstoßkraft. Es sind halt so viele Informationen auf Ihrer Seite. Da muß man sich erst mal durchwuseln ☺ Die Tabelle unterstreicht sehr eindeutlich Ihre Empfehlung. Da in Kanada wie auch in Deutschland schallunterdrückende Einrichtungen verboten sind, ich eines Tages zurückkehren werde und meine Waffen gern wieder mitbringen würde, ist eine hdp-Bremse genau das was ich benötige. Außerdem möchte ich gerne geladene (bin kein Selbstlader und würde ungern jemand hier vertrauen, nachdem was ich bislang so gesehen habe) KJG-Munition testen. Wenn man sie auf dem Landweg (Schiff) versendet, müßte auch das möglich sein. Ich werde mich diesbezüglich bei DHL/UPS erkundigen. Wenn Sie so freundlich wären, mir ein Angebot für die hdp und 100 Schuß KJG-Munition (auf Geschwindigkeit getrimmt; ich gehe wieder auf Elk/Wapiti die stehen teilweise auf 300 m) zu machen.

Mit herzlichem Waidmannsheil, Thomas Bunge, 25. Oktober 2005
P.S. Meine Umlaute sind leider auf der Strecke geblieben...

Jungjäger

S. g. Herr Möller,

Ich bin Jungjäger aus österreich und stieß durch Zufall auf ihre Seite gestoßen. Ich muß schon sagen: tolle Seite!

Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken ein eigenes Gewehr zu erwerben.

Wir haben zu Hause u. a. eine 7x64 (10,5 KS) und sind mit dieser Wahl sehr zufrieden. In unserem Revier befinden sich hauptsächlich Rehe, und ich denke mir das die 7x64 fast etwas viel ist für ein Reh. Ich denke an Kaliber wie: 6,5x57 und 7x57 ö .ä. (.243" Win. ist mir etwas zu schwach, .308 da begeistert mich die Ballistik nicht besonders) andererseits haben wir (selten aber doch) Rotwild zuhause. Da erscheint mir die obrige Kaliberwahl doch etwas zu schwach.

Mir hat ein Freund erzählt, das die .270" Win (und auch .30-06) einen viel geringeren Rückstoß als die 7x64 habe, aber das kann ich mir nur schwer vorstellen)

Was könnten Sie mir dazu sagen? Was würden Sie mir raten?

Außerdem interessiert mich das DK-Geschoß. Was wissen Sie darüber? (im Bezug auf Reh, Hirsch, usw.)

Ein Freund von mir hat eine Blaser R93 (.30-06) und ungewollt brach letzten Sommer ein Schuß. Jetzt hat er starke Schußangst. Sogar beim Luftdruckgewehr hat er beim ersten Schuß gemuckt. Welche Tipps könnten Sie ihm geben um seine Schußangst zu überwinden? (abgesehen davon die R93 zu verkaufen *g*)

Vielen Dank! Gruß, Thomas Dirninger, Dienstag, 21. März 2006 15:37

Tag Herr Dirninger,

vom Rückstoß sind .270" Win, 7x64 und .30-06 ähnlich, sofern gleiche Geschoß- und Pulvermassen geladen werden. Die Unterschiede kann er vernachlässigen.

Zum Geschoß ist zu sagen, daß sowohl RWS KS als auch DK vorn viel zu weich sind, also einerseits kleine Tiere mehr als nötig zerstören, andererseits in große Tiere nicht tief genug eindringen, ggf. den Ausschuß vermissen lasen. Ich rate von Bleigeschossen ab. Nehmen Sie das Lutz Möller KJG Geschoß. Damit können Sie in allen Kalibern sowohl kleine als auch große Tiere nah oder fern waidgerecht erlegen.

Rat: Bei der guten 7x64 können Sie mit hinrechend langem Lauf zwischen 60 und 65 cm wohl. Sie werden es nicht bereuen.

Waidmannsheil nach Österreich, Lutz Möller

Jungjäger trifft

Hallo Lutz,

ich habe Gestern meinen Jungjäger auf ein Schweinchen geführt. Mit seiner 7x64 hat er spitz von hinten, oben durch die Kammer einen guten Schuß angebracht.

Gruß Klaus, Dienstag, 30. Mai 2006 11:45
 

Moin Klaus,

wie ich sehe, hat der Treffer den Jungjäger wohl erleuchtet. Er muß ein kluger Mann sein, daß er sich, nachdem er die Prüfung bestanden hat, an dich wendet um sein Waidwerk zu verbessern. Das ist gut!

Gruß Lutz

Lapua Mega

Guten Tag Herr Möller!

Ich muß Ihnen für eine so tolle Seite danken. Zurzeit schieße ich eine 7x64 Mauser 2000, die ich mir gleich nach bestandener Jagdprüfung gekaufte, zur Zeit mit  11 g Lapua Mega Geschoß. Als ich im Dezember Jagd in Polen jagte, schoß ich abends auf ein Rotschmaltier in 220 m. Ich konnte in der Dämmerung und konnte nicht genau erkennen, wie das Stück gezeichnete, hatte aber das Gefühl gut abgekommen zu sein. Wir prüften den Anschuß, fanden aber keinen Schweiß gefunden.

Am nächsten Tag suchten wir mit einem Schweißhund nach und zum Glück fanden das Stück 200 m vom Anschuß entfernt.

Schmaltier flüchtete nach Lungentreffer mit 7 mm 1 g Lapua Mega Treffer ohne Schweißfährte 200 m.

Der Einschuß war 6-7 cm neben dem Blatt. Das Lapua Mega Geschoß durchbohrte die gesamte Lunge. Warum kam bei solch einem guten Treffer kein Schweiß?

Vor dem Lapua Mega Geschoß hatte ich immer das RWS DK benutzt und war auf Rehwild und Schwarzwild (überläufer) sehr zufrieden. Aber ich hatte auf andere Jäger gehört, die mir zu einem schwereren Geschoß geraten hatten. Ein Fehler?

LM: Das kommt auf den Zweck an. Für weite Schüsse benötigen Sie vor allem Geschwindigkeit, dann beim Geschoß die Eigenart die Geschwindigkeit auch bestmöglich zu halte. Ein Eigenschaft die ein möglichst großer ballistischer Beiwert (BC) beschreibt.

Nun ja, was meinen Sie zu der Wirkung des schweren Bleigeschosses?

LM: Von lahmen 806 m/s v0 blieben in 220 m gerade mal noch 617 m/s übrig. Bei dem kalten Wetter aus der kalten Patrone vermutlich sogar noch deutlich weniger. TMS-Bleigeschosse sprechen unter ~ 550 m/s kaum noch an. Davon waren Sie nicht weit entfernt!

Ist das normal oder hätte ich mit Ihrem KJG Geschoß eine bessere Wirkung gehabt (ist ja nur 7,5 g. schwer!).

LM: Ja, die schlecht Wirkung war zu erwarten. Ihr schweres, langsames Lapua Mega konnte mangels notwendiger Zielgeschwindigkeit kaum noch in der Lunge wirken. Das kaum veränderte Geschoß durchbohrte die Lunge ohne ist ohne großen Schaden außerhalb des eigentlichen und sehr engen Schußkanales zu verursachen. Bei solch geringen Schnellen pilzen die Geschosse kaum noch und können damit auch kein größer Wirkfläche bereitstellen. Splitter fehlen ebenfalls.

Ja, meine 7x64 KJG Munition deutlich besser gewirkt. In 220 m wäre es noch 854 m/S schnell gewesen, weit über der gemessen Mindestansprechgeschwindigkeit und vollkommen im sichern Zielgeschwindigkeitsbereich.

Vom Gefühl her fiele mir schwer mit einem so leichtem Geschoß auf starkes Wild zu waidwerken!

LM: Ohne lange zielballistische Erfahrung entbehrt ihr Gefühl sachlicher Grundlagen. Sie wissen doch, nur die dümmsten Bauer pflanzen dicksten Kartoffeln. Sie schmeißen den Hirsch ja nicht mit Masse um, sondern töten mit schnellen Geschossen. Die Schnelle bringt dem Geschoß die Fähigkeit zu töten, nicht die Masse. Sie können dem Hirsch eine kiloschweren Stein auf den Kopf legen, ohne daß der stürbe. Er wird Ihnen aus ärger vielleicht mit den Schalen zurückschlagen, aber streben wird er davon nicht. wir Menschenhaben kein Gefühl für überschallgeschwindigkeiten. Daher können wir uns ohne näher Beschäftigung mit den Zusammenhängen auch nichts vorstellen.

Die Ballistischen Daten sind aber phantastisch.

LM: Danke. Das ist kein Zufall, sondern gewollt und gekonnt.

Was würden 20 Probegeschosse kosten (7,5 g. KJG)?

LM: Probegeschosse gibt es nicht!

Anbei das Foto mit dem gestreckten Schmaltier.

Waidmannsheil, Niclas Jung  Montag, 26. Juni 2006 10:05

Zitat : „Als ich im Dezember Jagd in Polen jagte, schoß ich abends auf ein Rotschmaltier in 220 m.“

In Polen ist es verboten mehr als 200 m jagdlich schießen.

Gruß, Ryszard, Polen, Montag, 3. Juli 2006 22:06

 

Sauer Drilling Modell 3000 S

Hallo Herr Möller,

so wie es aussieht werde ich bald regelmäßig Jagdgelegenheit bekommen und möchte dazu das KJG nutzen. Nun habe ich dazu einige Fragen, die Sie hoffentlich nicht schon müde sind zu beantworten: Ich besitze einen Sauer Drilling Modell 3000 S in 7x65R. Die Lauflänge beträgt 63 cm (ist das nicht ein seltsames Maß, man liest sonst eher 56 oder 57cm ?). Ihre Ladungsdaten sind aber für 65 cm Lauflänge ausgerechnet. Gelten für meinen Drilling die gleichen Werte oder müssen andere Ladungen genommen werden?

LM: Das paßt!

Für die Zukunft ist die Anschaffung einer Mehrladebüchse in 7x64 geplant. Nun habe ich in der Vergangenheit auf Ihrer Seite immer gelesen, daß sie dafür eine Lauflänge von 65cm dringend) empfehlen. Nun lese ich aber im Bericht 'Rehwildbüchse' vom 30.08.06 und im Bericht '7x64-Kauf und -Lauf', daß Sie nun doch auch zu einem 60 cm-Lauf  'ja' sagen. Wie groß wären denn hier beim 60 cm-Lauf im Vergleich zum 65 cm-Lauf die Verluste?

LM: Vorhanden, aber erträglich!

Was wären die Nachteile?

LM: Weniger Geschwindigkeit, weniger Reichweite, mehr Knall, mehr Flamme. Genau rechnen Sie das mit QuickLoad.

Noch eine Frage zur Mündungsbremse: An vielen (den meisten ?) Büchsen endet der Kornsockel bündig mit der Laufmündung. Beim Anbau einer HDP-Mündungsbremse muß der Kornsockel dem Gewinde demnach weichen.

LM: Ja!

Kann man den Kornsockel dann einfach um die fürs Gewinde benötigten 12 mm nach hinten versetzen?

LM: Das sieht fürchterlich aus!

Oder kann man dann damit nicht mehr treffen?

LM: Doch!

Oder muß eine Kornsockelbremse nehmen ?

LM: Nein!

Für Antwort auf meine Fragen wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen, (P.S.: Falls Sie die Mail auf Ihrer Seite veröffentlichen wollen, nehmen Sie Bitte ein Synonym für meinem Namen. Vor ca. 2 Jahren haben Sie Marco Polo gewählt). Fr 01 Sep 2006 11:45:16 CEST

7x64 KJG Sauen im Herbst

Hallo Herr Möller, 

erstmals Danke schön für die schnelle Zusendung der 7 mm KJG und den technischen Support für die 7x64 vom Wochenende.

Ich konnte Ihre 7 mm KJG Geschosse am Wochenende noch laden und auch gleich testen. Ich habe mit dem Krico (7x64 Repetierer) auf 50 m übers Docter Sight II 5 Schuß abgegeben (freihändig) und habe die alle auf 5 cm Streukreis ins schwarze geschossen. Einwandfreie Präzision wie ich meine.

LM: Wohl auch des Schützen! Sehr schön!

Dann ging's am Donnerstag nach Thüringen zur Drückjagd auf Rot- und Muffelwild. Ich bekam in der Früh einen Stand im Altholz zugewiesen. Es war ein super Platz an dem ich den Sonnenaufgang richtig genießen konnte. (siehe Bilder)

Nach ~ ½ Stunde hatte den einzigen Anblick des Vormittags, nämlich einen 10-Ender der auf 30 Meter im Altholz durchzog. Ich beschoß in aber nur mit meiner Kamera, da an diesem Tag nur Kahlwild und Spießer frei waren. (Bilder  1-3)

Am Nachmittag (auf Muffel und Sauen) in einem Anderen Revier hatte ich leider keinen Anblick auf Wild aber einen wunderschönen Anblick von Mutter Natur. Es vielen an diesem Tag 1 Hirsch, 3 Muffel und 2 Sauen. (Bilder 4-7).

Am Freitag früh war ich dann zu einer Drückjagd auf Schwarzwild eingeladen. Ich bekam einen Platz auf einem Hügel im Wald zugewiesen. Da hatte ich reichlich Anblick. Die Hunde brachten mir 4 Sauen und 2 Füchse. Ich konnte davon 3 Sauen und die 2 Füchse strecken. 2 Frischlinge gingen mit gutem Schuß jeweils noch ca. 20 Meter und ein Überläufer wurde von mir in der Hintern (auf der Höhe der Nieren) getroffen, der ging noch gut 200 Meter, dann lag er Mausetot. Hier war dermaßen Bluterguß an der Hinteren Flanke, daß wir diese komplett entfernen mußten. Vielleicht liegt's daran, daß ich in eine Schlehenhecke geschossen habe ?!  

LM: Wohl eher an der langen Flucht, derweil das Herz unter Last reichlich Gelegenheit hatte durch die verletzten, geöffneten Blut auszupumpen. Das war dann ja auch letztlich die Todesursache.

Ich habe auch noch ein paar Landschaftsbilder angehängt.

Gruß, Christian K., Samstag, 4. November 2006 19:14

 

Gams auf 325 m

Guten Tag Herr Möller!

Danke für die Lieferung der KJG, die bald nach unserem Telefonat bei mir eingetroffen sind. In der Anlage habe ich noch ein paar Bilder von einer Gamsjagd in Österreich vergangenen Dezember. Ich lud für einen Freund 7x64 KJG Munition. Er ist sehr begeistert und hat bisher drei Gams zu seiner Zufriedenheit gestreckt. Die Fluchten lagen zwischen 2 und 30 Metern. Aber vor allem ist er von der Aerodynamik der Geschosse äußerst begeistert, da er auf weite Entfernungen erfolgreich schießen und auch sehr gut treffen konnte. Er schoß zwischen 250 und guten 300 m. Natürlich wurde zuvor die Treffpunktlage auf dem 300 m Stand in der Waffe geprüft. Geringe Zerstörung ist ihm auch sehr wichtig, da er viel Wert auf gutes Wildbret legt! Also mal wieder ein zufriedener Kunde mehr.

Grüße, M. D., Freitag, 9. Februar 2007 14:19
P.S.: Bitte wieder ohne Namen, falls Sie meine Zeilen auf ihre Seite stellen.

Österreich 1

Österreich 2

Österreich 3

Auf 325 mit der 7x64 KJG Munition gestreckte Gams

Hier kommen noch ein paar Bilder vom Wildbret der 325 m Gams.

Grüße, M. D., Freitag, 9. Februar 2007 14:38

Blätter mit Ein- und Ausschuß

Blatt mit Ausschuß

Ausschuß, Rippen

Ausschuß, innen

Nochmal ganz kurz: Ich finde es wirklich gut und nur richtig, daß Sie neulich den Teil

„Liebe Freunde, die Weitschweifigkeit endet hier!“

schrieben. Ich fragte mich schon seit einiger Zeit, wie Sie noch die Energie, Zeit und Geduld aufbringen können, immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten, die man in aller Ausführlichkeit schon auf ihren Seiten lesen kann. Ich wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg und nur das Beste für Sie und ihr KJG !

Bis demnächst, M.D., Freitag, 9. Februar 2007 14:44

Welche Emailanschrift soll ich in Zukunft am besten benutzen?

LM: Jede auf der Seite.

Zu kurz, aber dennoch . . .

Moin moin Lutz,

ich war also den 7x64-Stummel (50 cm-Lauf) auf dem Schießplatz einschießen, brauchte dazu 17 Patronen. Das Glas war von H. G. durch Blick durch den Lauf und Kollimator voreingestellt. Erst nahmen wir die 50 m-Bahn wie üblich und dann 100er Bahn. Ich hatte es erst auf 4 cm Hochschuß abgesehen, siehe die beiden Einschläge oben rechts:

7x64 KJG Stummel auf Hochschuß in 100 m

Aber nach einem Telefonat mit Vater dann auf Fleck, so wie er es wünschte. Diese Scheibe hat nur 4 Einschläge, soll nur die Anschußscheibe für Vater sein.

7x64 KJG Stummel auf Felckschuß in 100 m

Die vorige sah aber schon genauso gut aus. 3 Klicke am ML&T 2,5x56 sind der Unterschied zwischen den Zweiergruppen.

Laborierung: KJG 7 mm "alt" vor 3,42g R 902 und RWS 5341, LÜA 83,8 mm

Die Zündhütchen sind etwas geplattet und auf manchen Hülsen sieht man mit viel Mühe etwas Stoßbodenprofil. Das Mündungsfeuer ist gut auzuhalten. Ich kann übrigens Norma MRP nicht auftreiben.

LM: Aber vielleicht Rottweil R905?

Frankonia liefert erst im August, andere Händler evt. im April. Und die 6,5x68 wartet fertig umgebaut im Schrank .

Conni und ich haben uns zum Long Range Schießen vom Parey-Verlag angemeldet. Vorher wollen wir nach Wannsee zum Testen und Üben. Willst Du mit?

LM: Ja gern!

Es ist dort auf Distanzen von 100, 200 und 300 unter jagdlichen Simulationen (... was auch immer das heißen mag) zu schießen. Dazu wollte ich 6,5x68 nutzen. Sie hat inzwischen ein ML&T 2,5x56 "Nachtfalke" LP wie Vaters eben eingeschossene 7x64 und auch seine Brünner BBF, Mündungsbremse und Timney-Abzug. Nun ja, aber .30" R und .30-06 gehen ja auch.

Bis denne und beste Grüße! Torsten, Samstag, 10. März 2007 22:37


7x64 KJG Treffpunktlage

100 yard Zielentfernung
Waffe: Mauser M94, Lauflänge 56cm, ZF S&B 1,5-6x42 FD7
1.Geschoß: 7mm LM KJG, geladen 55 grains IMR4320, L6 83,7mm
2. Geschoß: 120 grains Barnes TSX, geladen 53 grains IMR 4320, L6 83,6mm
 

Sehr geehrter Herr Möller,

nachdem ich vor einiger Zeit die 7 mm KJG Geschoß alt und einen Laborierungsvorschlag für die hier erhältlichen amerikanischen Pulver von Ihnen erhalten habe, ist nun die Mauser M94 mit dem kurzen 56cm Lauf und dem neuen Schmidt&Bender 1,5-6x42 FD7 einsatzbereit. Mit der Präzision Ihre KJG Geschosse bin ich sehr zufrieden, wie auf der angehängten Scheibe zu sehen ist.

Für mich unerklärlich ist die ca 8cm Linksdrift der KJG auf 100 yard im Vergleich zu den vorher mittig eingeschossenen 120 grain Bal-Tip Geschossen von Nosler und auch zu den120 grain Barnes TSX Kupfergeschossen. Die Scheibe zeigt mit dem Haltepunkt unten, daß die KJG nach links ziehen. Nach der Korrektur um ca. 8 cm nach rechts und um ca. 4 cm in der Höhe sitzen die KJG nun so wie ich sie haben will. Es ist aber störend mit normalen Geschossen zu üben, da diese nun um den Betrag von 8 cm auf der rechten Seite liegen. Mangels Gelegenheit habe ich noch nicht auf 200 m geschossen, befürchte aber mit der gegenwärtigen ZF-Einstellung und den KJG eine erneute Linksabweichung zu bekommen. Bei meiner 300er WM habe ich diese seitwerts-Abweichung  nicht festgestellt. Haben Sie eine Erklärung dafür?

LM: Ja. Laufschwindungen, die wir allerdings vorher nicht kennen, sondern nur deren Auswirkung bemerken!

Mit den 6,5mm KJG konnte ich noch nicht schießen, da ich drei Monate auf die Sauer 202 in 6,5x68 warten mußte.

Zwischenzeitlich habe ich festgestellt, daß Sie den KJG eine schwarze Kunststoffspitze verpaßt haben, was unter anderem sehr praktisch erscheint. Ich habe nämlich mal eine Schachtel Patronen herunter fallen lassen und im Ergebnis waren einige metallene Hohlspitzen erheblich beschädigt.

Gibt es Ihre KJG Gechosse mit Plastikspitze auch schon im Kaliber 6 mm? Das ist dann mein übernächstes Vorhaben.

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Bernd Zschech, Dienstag, 24. April 2007 20:41


Fuchs wollte auf meinen Jagderfolg satt werden!

Herr Möller,

Ich danke für die Rückmeldung und ich habe an euch eine spannende Geschichte geschrieben wo ich mich freuen würde wenn ihr sie z.B. bei dem Kaliber 7x64 hineingeben würde denn ich will die Jagdkameraden auch teilnehmen lassen, da sie auch so gute Geschichten in diese Jagdseiten geben! Ich hätte eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen!

Ich war am 19.August 2006 an einem Hochsitz von dem aus in diesem Jahr schon 6 Stück Rehwild gefallen sind und 6 Füchse. Bei uns im Revier ist dieser Hochsitz für seine hohe Abschußrate bekannt. Also ich war ganz gewöhnlich mit meinem Mauser Repetierer im Kaliber 7x64 Rehe ansitzen. Um ungefähr halb 7 bäumte ich auf. Doch bis halb 9 war es Muchs - Mäuschen  - still und bis auf ein paar Raben- und Singvögel nichts zu sehen. Ich dachte mir schon, wenn gar nichts mehr kommt und es passe, wollte ich eine Krähe erlegen. So war es auch. Nachdem ich ein Jagdtagebuch führe, kann ich euch genau sagen, daß ich die Krähe, was für eine Krähe sehr spät war, 7 nach halb geschossen habe. Sie fiel von dem Wiesenstecken aus genau in den naheliegenden Maisacker. Ich dachte mir, das paßt genau und wartete noch ein Weilchen. Ich packte zusammen, bäumte ab, doch als ich von der Leiter herunten war, sah ich am Maisackerrand, der ungefähr 95 - 110 Meter entfernt war, einen dunklen Fleck. Ich traute meinen Augen nicht. Es war ein Fuchs. Nur er hatte meine Krähe im Fang. Dann ging es ganz schnell. Ich lud noch einmal nur einen Schuß, legte an der Hochsitzleiter an und hoffte ihn schnell ins Fadenkreuz zu bekommen. Dann war er dann auch schon drin. Ich lies den Schuß fliegen. In der Wiese sah ich dann nur eine leichte Überhebung. Ich ging zum Anschuß und da lag er. Meine Krähe hatte es ihm wohl aus dem Fang geschleudert, denn sie lag einem Meter vor ihm. Das war ein Anblick: Ein Fuchs, der mir meine geschossene Krähe stehlen wollte. Das werde ich auch nie vergessen.

Ich wünsche euch allen ein kräftiges Weidmannsheil David Kapun, Mittwoch, 25. April 2007 15:46


Bock mit Canon

Tag Herr Moeller,

als spätberufener, schon etwas angejahrter Jungjäger (meine Prüfung ist gerade mal eine Woche her) und passabler Schütze (Mitgliedschaft in einem Schützenverein seit ca. 1 ½ Jahren – spätberufen auch insoweit) habe ich mich nach eingehender Lektüre ihrer sehr informativen Website entschlossen, Ihre KJG Geschosse zu verschießen. Selber- und Wiederladen stehen demnächst an. Bis es soweit ist, möchte ich für einen Kollegen und mich selbst je 100 Stück (2 x100 Stck.) 7x64 mm Patronen mit Ihren neuen KJG (schwarze Spitze) erwerben.

Zu Ihrer Information, ich schieße eine Sako 75 RH mit einem S&B Zenith 1,5 – 6 x 42, eine Wahl für eine Erstwaffe, die, wie ich annehme, nicht auf Ihren Widerspruch stoßen wird.

Ansonsten schoß ich am 30. April 2007 gelegentlich des Besuchs bei meinem Jagdhund (5 Wochen alter EB-Rüde - vgl. das Portrait) in Altenoythe meinen ersten Bock (Portrait ebenfalls anbei). Die zur Anwendung kommende Waffe war eine Canon G5 mit einem 1,7-fachen Telekonverter.

Schließlich stelle ich anheim, die Mail nach Ihrem Gutdünken zu verwenden, bitte dann aber ohne volle Namensnennung und Details. Danke.

Mit freundlichen Grüßen und weiter so, HSE, Samstag, 5. Mai 2007 11:17

Tag Herr HSE,

Herzlichen Glückwunsch zum Jagdschein. Sie haben jetzt was Schönes vor sich, einblicke in die Natur und Anblick von wild, den Andere nicht mal ahnen! Willkommen im Club. Mit Ihrer Wahl bin ich durchaus einverstanden. Danke für die schönen Bilder ! Halten Sie mich bitte auf dem Laufenden, wie Sie zurechtkommen und schießen fleißig Mit Canon und KJG Geschoß!

Waidmannsheil, Lutz Möller

7x64 Ladeleiter

Hallo Herr Möller,

ich habe heute mit der 7x64 die Ladeleiter geschossen, 10 Stck. Patronenlg. genau 83,00 mm (2. Führband, Abschluß mit Hülsenmund) Zünder CCI 200, Pulver R901 3,18 - 3,29Gr. Süßenfleck 3,27 - 3,29 gr. Ergebnis:( 2 x Loch in Loch 3,28/ 3,29g ) (1 x 6 mm aus der 2er Gruppe, rechts hoch 3,27g) Noch Fragen! Ehrlich gesagt, hatte auch mit dem Ergebnis gerechnet, die restlichen 90 KJG werde ich gleich mit 3,28 g. verladen. Morgen wird eingeschossen, werde Ihnen dann eine Scheibe mit 5er Serie senden, für unters Kopfkissen.

Schönen Abend noch! MfG Walter, Samstag, 12. Mai 2007 20:44

41 Stücke

mit unser guten alten 7x64

Hallo Herr Möller!

Zuerst möchte ich mich den vielen Glückwünschen zu Ihrer Seite anschließen, die ich fast täglich besuche und auf der ich immer wieder etwas neues interessantes finde. Ihre Seite ist unvergleichbar! Vor etwa 2 Jahren stieß ich durch Zufall auf Ihre Seite. Es dauerte dann noch ein halbes Jahr, bis ich mich endlich für KJG Munition entschied.

Seither habe ich die KJG-Munition ausgiebig getestet und nach langjähriger Reise durch die Bleierne Sippe für als die bisher Beste befunden.

Meine Erfahrungen mit meinem KJG bei einem 3er Hirsch, 17 Sauen von 20 bis 100kg, 22 Rehe, 1 Fuchs sind

Die Präzision und die Reichweite ist 1a, „weit rauslangen“ ohne Sorge und Bangen erleichtert das Jagen und bringt Sicherheit und mehr Freude.

Die Wildpretzerstörung, Blutergüsse sind etwas geringer als bei verlichenen Bleigeschossen.

Pirschzeichen sind meist mehr als ausreichend vorhanden.

Ausschuß war mit einer Ausnahme (siehe unten) immer vorhanden.

Die meisten Stücke fielen nicht am Platz sondern hatten trotz guter Treffer noch längere Fluchtstrecken

Der Hirsch brach im Knall zusammen, genauso wie 7 Sauen und 5 Rehe. Der Rest ging noch zwischen 20 und 60 Meter. Eine Geiß ging trotz gutem Blattschuß und starker Schweißfährte noch über 100 m steil bergauf und ein 100 kg schwerer Keiler satte 1.500 m trotz zerschossener Leber.

Wie gesagt hatte ich, bis auf einen 50 kg ♂ Überläufer, den ich auf 30 m spitz von vorne beschoß, immer Ausschuß. Ihr 7 mm KJG Geschoß alt schlug auf dem Wurf ein und arbeitete sich durch den Schädel, die Hals- und vorderen Brustwirbel bis zum Ellenbogen durch, blieb dort stecken. Flucht 30 m, mit reichlich Schweiß. Hier ist das Ding:

Krumme Reste

Die KJG scheinen nicht immer schulterstabil zu bleiben. Zumindest der geborgene Restbolzen, mit schräger Bruchkante, sieht aus als wäre er getaumelt. Die Kratzer am Heck sind wohl ein Zeichen dafür. Wie ist das möglich?

Im Ganzen bin ich aber mit den KJG sehr zufrieden.

Vor zwei Wochen habe ich den Wiederladeschein gemacht und möchte also die neuen 7 mm KJG Geschoß spitz selber laden. Dazu würde ich hiermit gerne 100 Stück für 7x64 bestellen.

Aus Überzeugung empfehle ich Ihre KJG Geschosse und auch Ihre Seite immer gern weiter, aber leider halten sich Vorurteile und Unwissen bei den meisten unserer Waidgenossen doch sehr hartnäckig!

Mit freundlichen Grüssen und Waidmannsheil, Martin K., 14.Mai 2007
 

Tag Herr K.,

danke für Ihren Bereicht und Ihre freundlichen Worte für Herrn Liebich, die ich gleich an ihn weiterreichte.

Sie sagen, die meisten Tiere flüchteten. 13/41 fielen am Platz, aber 28/41 flüchteten. Also etwa 1/3 Platz zu 2/3 Flucht.

Wo halten Sie meist hin?

Wie weit waren die Tiere meist von Ihnen weg?

Je nach Abstand und Zielwahl fühlen sich die Getroffenen vom Schießenden bedroht und spüren den Schuß mehr oder weniger. Huber Bayer berichtet gerade aus Namibia von einem Oryxdoppel auf 3 - 400 m, genaue Zahl nannte er am Telfon. Die habe ich schon wieder vergessen. Er habe den zweiten, der nah beim ersten Gefallenen stand, bekommen, weil der zweite auf den tödlichen Treffer des ersten nicht geflüchtet sei. Mit zunehmender Entfernung bessere Wirkung, besonders ab 200 m aufwärts, berichtete auch Axel in 61 Stücke Schalenwild 2006 aus den ehemaligen weiten Braunkohlewüsten. Ich vermute hier ursächliche Zusammenhänge zu ihren beobachteten Wirkungen und bin gespannt, was Sie dazu sagen werden!

Schulterstabilsierung ist ein Erscheinung der Strömungsmechanik, nicht der Festkörperphysik.  Knochen sind aber feste Körper, anders als Fleisch das bei gewissen Belastungen, die beim Schuß auftreten als Flüssigkeit angenähert betrachtet werden kann. Sie schrieben „Das 7 mm KJG alt schlug auf dem Wurf ein und arbeitete sich durch den Schädel, die Hals- und vorderen Brustwirbel bis zum Ellenbogen durch, blieb dort stecken.“ Da heißt, das KJG durchschlug erst den Schädel längs und dann Teile der Wirbelsäule. Damit sah es, finde ich , recht feste Körper. Das sieht man dem Rest auch an. Die Knochen haben deutlich Spuren hinterlassen. Dazu noch zwei Fragen.

Wie tief drang das Geschoß durch den Knochen-Fleisch-Wust?

Behielt es die Richtung bei?

Meine neuen spitzen KJG Geschosse mit der schwarzen Kappe weisen nach dem Treffer ohne Kappe und Hohlspitze eine gedrungener Gestalt auf, zeigen damit nach einem Festkörpertreffer gedreht weniger Angriffsfläche als die älteren längeren KJG, das Drehmoment sinkt im Vergleich so das deren Stabilität noch zunimmt. 

Ich werde Mitte Juli von den drei Wildarten, die als hart (Gnu, Zebra) gelten oder groß sind (Eland) das ein oder andere Stück genau mit dem neuen spitzen KJG Geschosse mit der schwarzen Kappe bejagen und wenn möglich die Jagd filme lassen, um deutlich zu zeigen, was das die 7x64 mit dem rechten Geschoß zu leisten vermag:

Lutz Möller, 14. Mai 2007

 

7x64 Erfahrungen

Die Geschoße sind jetzt auch da....vielen Dank G. W.

Na prima, Herr Westermeier,

lassen Sie gern mal von sich hören oder sehen.

WMH, Lutz Möller, Dienstag, 21. November 2006 16:04
 

Hallo Herr Möller,

nun meine ersten Schießstand-Praxiserfahrungen: Kaliber 7x64 ergab einen Streukreis von 1,5 cm!(5 Schuß 100 Meter) vorzüglich! Im Vergleich zu meinen verladenen 8 gr. KS Geschossen (Steukreis 2 cm bei 5 Schuss) Die KJG schoss 3 cm höher als das KS - also gestrecktere Flugbahn. Was kann man sich seitens der Ballistik sonst noch wünschen.

Mal sehen was die Jagderfahrungen bringen werden. Ich werde berichten

Kaliber .375 Hier kann ich noch keine Erkenntnisse verbreiten, da die Abweichungen gegenüber dem 300 grain ks Geschoss doch erheblich waren und ich nicht genügt Patronen geladen hatte. Die Treffpunktlage der KJG im Vergleich zu der genannten Laborierung war 26 cm weiter links und 18 cm höher. Höhere Treffpunktlage leuchtet mir ein. Für die erhebliche seitliche Abweichung jedoch habe ich keine Erklärung? Sie? Soll ich für die Ladung der .375 mit KJG Standard oder Magnum Zündhütchen
verwenden?

Vielen Dank für Ihre Antwort, WMH, Günter Westermeier

Hallo Herr Möller,

Sie haben mich um meine Praxis Erfahrung mit den KJG gebeten.

Die Wildbretzerstörung (5 Rehböcke) beim Kaliber 7x64 ist nahezu Null (im Vergleich zum 8 gr. KS, welches aber auch hervorragend fliegt)

Das Flugverhalten und die gestreckte Flugbahn ist super und mit Ihren ballistischen Angaben identisch. Ich bin begeistert.

Wenn Sie erlauben habe ich einen kleinen negativen Punkt anzumerken: Die Hohlspitze dem 7 mm Geschoß ist überaus empfindlich. Selbst beim "schonensten" Repetiervorgang (R 93) wird diese bereits leicht "verdellt"

Könnte man in diesem Punkt eine Verbesserung anstoßen?

Mit freundlichen Grüßen, Günter Westermeier, 22. Mi 2007

LM: Ja, die schwarze Kappe, siehe auch oben!

Lutz Möller, 22. Mai 2007

 

7x64 hoher Gasdruck

Hallo Herr Möller,

jetzt hab ich da noch eine 7x64, geladen mit R 901 3,30 , PL 83,4mm. Schußbild ist sehr gut, leider geht der Kammerstengel schwer auf, was schnell nachzuladen behindert. Was würden Sie empfehlen?

Waidmannsheil, Günter, Mittwoch, 23. Mai 2007 11:31

Tag Herr Günter,

schmeißen Sie das olle überlagerte Pulver aus dem Nachlaß, von dem Sie berichteten, weg  und kaufen sich statt dessen frisches. Beachten Sie, altes Pulver wird mit der Zeit lebhafter. So wird das nichts! Mit Nachlaßpulver kann niemand vorher wissen was geschieht. So gefährden Sie sich und ihre Waffe. Die von ihnen beschreiben Ladung bringt mit frischem Pulver nur 4.086 bar. Die sind kein Grund für einen schwergängigen Kammerstengel. Nur überaltertes, d.h. lebhafteres Pulver steigert den Gasdruck über das verträgliche Maß. Nun muß ich Sie fragen:

  1. Ist die Schulter richtig zurückgesetzt?

    G: Die Hülsen wurden komplett kalibriert, man sieht auch keine Druckstellen. Auch wurden diese Hülsen auch vorher schon in dieser Waffe verwendet.
     

  2. Ging der Kammerstengel schon beim Laden schwer?

    G: Der Kammerstengel ging leichtgängig, saugend zu schließen.
     

  3. Was heiß Schußbild sehr gut? Zielscheibe? Streukreis? Entfernung? Anzahl? In Reihe mit sich erwärmender Waffe? Oder mit jeweils abgekühlter Waffe. Die Einzelheiten möchte ich schon wissen, bevor ich mich äußere!

    G: Ich kann nur sagen, die Treffer lagen auf 100m gut beieinander, denn ich habe dabei ein Problem mit der ZF- Montage herausgefunden. Ich hatte horizontal keine aber vertikale Ablenkung. Anzahl der Schüsse 12 mit jeweils abgekühltem Lauf.

Jagdladungen sind nicht für Reihenfeuer ausgelegt! Jagdwaffen werden kalt geschossen. Wie haben Sie gefeuert? Bis das Rohr „glühte“?☻Sie müßten sich schon mal vollständig mitteilen, wenn ich Ihnen zu Ihren Schwierigkeiten mit gutem Rat helfen soll.

Lutz Möller

Hallo Herr Möller,

Ich werde wie Sie mir vorgeschlagen haben, das alte Pulver beseitigen und mit frischem Pulver neu ans Werk gehen. Sicherheit geht vor. Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Waidmannsheil, Günter

Blattzeit-Bock

Hallo, Herr Möller,

anbei Fotos meines dritten 7x64, 7 g KJG-Bockes aus diesem Jahr.

Blattzeitbock

7 mm KJG Einschuß

7 mm KJG Ausschuß

Bei einem Bleigeschoß hätte der Ausschuß vermutlich anders ausgesehen.

LM: Ja, groß genug um einen Katzenkopf hineinzuschmeißen.

Ich hoffe, die schwarzen Kappen, die ich jetzt bestellt habe, wirken genau so gut.

LM: Ja, lies 7x64 Afrika '07, zum Vergleich mit dem Reh besonders Roibock (Impala)!

Das war übrigens mein sechstes Stück Wild, daß ich in diesem Jahr mit Ihrem KJG Geschoß strecken konnte: 3 Böcke,2 Überläufer, 1 Frischling. Alle lagen am Anschuß!

Waidmannsheil! H. Greife, Bramsche, Dienstag, 31. Juli 2007 22:02
 

Bofors RP1

Hallo Lutz,

die 7x64 mit Pulver R901 Geschichte nehme ich erneut zum Anlaß dich vor diesem Pulver, was die Brömelberechnungen betrifft, zu warnen. Ich bin bei .308" Win mit dem alten KJG damit auf die Schnauze gefallen, Gasdruck zu hoch, Waffe lies sich schwer öffnen, und auch bei 3,9 g Geschossen für meine .223" Rem hatte ich zu hohen Gasdruck, obwohl Quickload einen vernünftigen Gasdruck auswarf. Ich habe aus dir bekannten Gründen gerade keine Zeit die Sache auszuführen, aber Norma 200 und R901 liegen dichter zusammen als Quickload es darstellt. Je nach Charge ist es fast gleich.

LM: Beide werden aus Bofors RP1 NT ausgesucht.

So, dir alles Gute, lasse dich nicht ärgern, und mach mal eine Seite nur mit Geschossen, Ballistik und Jagd, da bist du Weltklasse! Spare dir die ganze Blut, Ehre und Krieg Betrachtungen, das gibt nur Ärger und Frust.

Gruß, Dirk, Mittwoch, 23. Mai 2007 20:31

Ansage

Ich werde Mitte Juli von den drei Wildarten, die als hart (Gnu, Zebra) gelten oder groß sind (Eland) das ein oder andere Stück genau mit dem neuen spitzen KJG Gechossen mit der schwarzen Kappe bejagen und wenn möglich die Jagd filme lassen, um deutlich zu zeigen, was das die 7x64 mit dem rechten Geschoß zu leisten vermag:

Lutz Möller, 14. Mai 2007

Anfang |Geschichte| 7x64-KJG-Ladungen |7x64-KWJG-Ladungen | KJG gegen Partition |7x65R-Wirkung | Barnes X | 7x65 R KJG-Ladungen | TOG | Hart oder weich? | Doppelschwein | Stutzen | KS auf Gams | Kaliberwechsel"> Kaliberwechsel | Waldjagd | Leberknotenschuß | Irrweg | Hülsenraum | Kopfschüttler | Auf dem Schießstand | Zufrieden | Weitschuß | Winddrift | Gams auf 325 m

Gönne Dir MJG der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.

Du wirst kein besseres Jagdgeschoß finden.

Lutz Möller

Lutz Möller, .de